15. Januar 2021 / 18:48 Uhr

Fritz Müller steht beim SV Altlüdersdorf wieder auf der Kommandobrücke

Fritz Müller steht beim SV Altlüdersdorf wieder auf der Kommandobrücke

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
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Fritz Müller hat beim SV Altlüdersdorf wieder das Sagen. © Stefan Blumberg
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Brandenburgliga: Der 69-Jährige führte den SV Altlüdersdorf schon von 2003 bis 2012 - sogar bis in die Oberliga. Seit September ist er erneut Vereinschef an der Gasse und spricht über seine Pläne.

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Es war eine stille Rückkehr in die erste Reihe. In Corona-Zeiten dominieren andere Themen – und der Fußball rollt ohnehin nicht. Und trotzdem zieht Fritz Müller beim SV Altlüdersdorf nun wieder die Fäden. Eigentlich hat er es immer getan, wie er verrät. Jetzt will er den Fußball-Brandenburgligisten, der unter seiner Führung 2010 sogar in die Oberliga aufstieg, fit machen für die Zukunft.

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Bereits im September des vergangenen Jahres hatte der 69-Jährige wieder das Ruder bei den Lila-Weißen übernommen. Sein Vorgänger Bernd Götz, das betont Müller, sei zwar wie auch Frank Ekrowski, Renate Ziethmann oder Michael Götz aus dem Vorstand ausgeschieden, aber alle würden weiter im „Team hinter dem Team“, wie Fritz Müller es beschreibt, mithelfen. Müller selbst, der in unmittelbarer Nähe zum Sportplatz in Altlüdersdorf sein Treppenbau-Unternehmen betreibt, weiß selbst gar nicht mehr genau, wie lange er nun schon für den Verein tätig ist. Von 2003 bis 2012 war er einmal Vereinschef, aber schon zu DDR-Zeiten Sektionsleiter, zuletzt sogar Jugendwart. „Eigentlich habe ich irgendwie immer am Steuer gesessen“, sagt er. Losgelassen hat ihn der Fußball nie. Fritz Müller war es auch, der im vorigen Sommer Trainer Hans Oertwig zurück an die Gasse lotste. Dieser spricht, wenn man ihn fragt, fast schon ehrfürchtig von „meinem Präsidenten“.

Alle Trainer des SV Altlüdersdorf seit 2001

Trainingsauftakt unter Hans Oertwig (2. v. r.), der den SVA von 2005 bis 2011 trainierte und Altlüdersdorf in die Oberliga führte. Der SPORTBUZZER hat alle Trainer seit 2001 zum Durchklicken! Zur Galerie
Trainingsauftakt unter Hans Oertwig (2. v. r.), der den SVA von 2005 bis 2011 trainierte und Altlüdersdorf in die Oberliga führte. Der SPORTBUZZER hat alle Trainer seit 2001 zum Durchklicken! ©

Der Nachwuchs liegt Müller nach wie vor besonders am Herzen, die Jugendabteilung soll weiter wachsen: „Ich habe eigentlich schon immer den ganzen Verein gesehen und nie nur die erste Mannschaft, auch als sie in der Oberliga gespielt hat.“ Den Weg dorthin – der SVA war von 2010 bis zum freiwilligen Rückzug 2019 Oberhavels höchstklassigstes Männerteam – hatte er maßgeblich geebnet. „In besten Oberliga-Zeiten war der Etat doppelt so groß wie jetzt – und damit waren wir dann sogar in dieser Liga unter den Top-Fünf. Hatten zwischenzeitlich ja sogar die zweite Mannschaft in der Landesklasse – ein schönes Paket. Das hat Spaß gemacht, aber der Spaß kam irgendwann zu kurz, weil der Kostendruck zu hoch war“, erinnert sich Fritz Müller. In der Brandenburgliga sieht er „seinen“ SVA inzwischen gut aufgehoben. „Die Derbys sind reizvoll. Das Spiel gegen Zehdenick war ein wunderbares Duell.“ Damit Oertwig und seine Elf in der höchsten Spielklasse des Landes weiter mitreden können, beschäftige man sich mit der Zukunft. „Wir führen in den nächsten Wochen Gespräche“, sagt der neue (alte) Vereinschef, der glaubt, dass aktuell sogar die Variante, nur die Hinserie zu beenden, in Frage steht. Denn in der Brandenburgliga ruht seit Anfang November 2020 bereits der Ball. „Wir können nur abwarten“, weiß er.

An der Spitze des SVA kommt Fritz Müller sein Unternehmergen zu Gute. „Am Ende ist der Verein ja auch wie eine kleine Firma“, sagt er. Die soll auch in Zukunft auf einem festen Fundament stehen. „Darum versuche ich, neue Leute zu gewinnen.“ Einer davon ist Matthias Wunderlich, der als Vertreter des langjährigen Sponsors Wentowsee Agrar und Tierzucht GmbH nun als Schriftführer im Vorstand mitarbeitet. Ingo Gerlach ist jetzt Müllers Stellvertreter, Denny Lorenz Kassenwart, Dirk Wieland und Andreas Hirchert ziehen die Fäden in der Geschäftsstelle. „Alle, die ausgeschieden sind, helfen weiter mit“, betont Müller, „aber wir wollten den Vorstand verkleinern, um handlungsschneller zu sein.“

Froh ist Fritz Müller auch, dass im abgelaufenen Jahr ein Nachfolger für den Betrieb des Gemeindezentrums, der Vereinsgaststätte an der Gasse, gefunden wurde. Daniele Müggenburg und Christian Götz haben den Staffelstab nach über 20 Jahren weitergereicht. Chris Pfuhl und Robert Friedrichs aus Oranienburg sind die neuen Betreiber. „Sie stehen quasi in den Startlöchern“, sagt Müller. So wie der Altlüdersdorfer selbst, der darauf brennt, dass der Ball wieder an der Gasse rollt.