19. Februar 2021 / 17:34 Uhr

Gegen Homophobie: Fans der BSG Chemie Leipzig unterstützen Aktion „Auf uns könnt ihr zählen“

Gegen Homophobie: Fans der BSG Chemie Leipzig unterstützen Aktion „Auf uns könnt ihr zählen“

Jens Fuge
Leipziger Volkszeitung
Message der BSG Chemie Leipzig: Die Grün-Weißen sind für alle da.
Message der BSG Chemie Leipzig: Die Grün-Weißen sind für alle da. © PICTURE POINT
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Klare Kante gegen Homophobie: Die Fans der BSG Chemie Leipzig positionieren sich klar und unterstützen die vom Magazin 11 Freunde initiierte Aktion "Auf uns könnt ihr zählen". Mehr als 800 Fußballerinnen und Fußballer wollen homosexuellen Kickern den Rücken stärken für ein Coming-Out. Das Motto lautet: „Liebt doch, wen ihr wollt“. Dem fühlen sich auch die Fans des Leutzscher Regionalligisten verpflichtet

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Leipzig. Im deutschen Fußball macht gerade eine Aktion Schlagzeilen, die homosexuellen Fußballern Unterstützung bei einem Coming-out zusichern soll. Die Redaktion des Fußball-Magazins „11freunde“ initiierte die Aktion, bei der 800 Profis ihren betroffenen Kollegen Unterstützung versprechen. Auch viele Vereine unterstützen die Aktion. Bei der BSG Chemie sind es vor allem die Fans, die sich klar positionieren.

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„Drei Ebenen der möglichen Reaktionen wurden ausgemacht: die negative Reaktion der Fans, Schlagzeilen der Medien und Anfeindungen in der Kabine“, sagt Steffen, der als Blogger das Leben in und um den Verein in Leutzsch beobachtet. Gemeinsam mit seinen Mitstreitern vom „Chemischen Element“ hat er die Aktion von Beginn an unterstützt. „Wir fanden es wichtig, dieses Thema präsent zu halten und dazu Stellung zu nehmen“, so der engagierte Chemiker, der im Raum Dresden lebt. Zwar lebe die BSG Chemie diese Werte vor und habe sie auch in ihrem verbindlichen Leitbild verankert, für viele Fans sei die sexuelle Ausrichtung anderer Menschen auch keinerlei Problem, dennoch benötige es einer klaren Positionierung, die auch öffentlich formuliert werden muss.

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Ihre Unterstützung formulierten viele Fans der Grün-Weißen u.a. bei Twitter unter dem Hashtag #aufunskoenntihrzaehlen. „Liebt doch, wen ihr wollt!“, „Chemie ist für alle da!“ und „Hauptsache, ihr liebt! Völlig wumpe Wen oder Was!“ oder ähnlich lauten die Kommentare.



Unterstützung sollte selbstverständlich sein“

Auch Kult-Spieler („Gelbe Karte – Rote Karte – Schlüchtermann!“) und U17-Nachwuchstrainer Sven Schlüchtermann hat auf Twitter klar Stellung bezogen: „In all meinen Jahren im Amateurfußball war Homophobie stets präsent. Traurig, dass solche Aktionen noch nötig sind. Alle Jugendspieler*innen der BSG können sich sicher sein: Auf uns könnt ihr zählen!“ Er warnt vor allem davor, sich an die Nachlässigkeiten in der Alltagssprache zu gewöhnen. „Als Jugendtrainer hört man schon mal, was das für ein ‚schwuler‘ Pass gewesen sei jetzt. Oder ‚Schwuchtel‘ als Beleidigung. Da muss man einschreiten. Warum wird ‚schwul‘ abwertend mit ‚schwach‘ gemein gemacht?“, fragt sich Schlüchtermann.

Der Aussage von Ex-Nationalspieler Phillip Lahm, der jungen Spielern nicht raten würde, sich zu outen, widerspricht „Schlü“: „Da versetzen wir uns doch in ein anderes Jahrhundert, das ist doch eine Täter-Opfer-Umkehr. Statt sich rechtfertigen zu müssen, sollte Unterstützung für sich Outende selbstverständlich sein“.

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