21. September 2022 / 11:37 Uhr

"In der jetzigen Gemengelage ausgeschlossen": Hamburger Parteien wollen HSV keine Bürgschaft geben

"In der jetzigen Gemengelage ausgeschlossen": Hamburger Parteien wollen HSV keine Bürgschaft geben

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Frage der Sanierung des Volksparkstadions drängt beim Hamburger SV.
Die Frage der Sanierung des Volksparkstadions drängt beim Hamburger SV. © IMAGO/Waldmüller
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Der Hamburger SV muss im Zuge der geplanten Sanierung des Volksparkstadions offenbar ohne eine Bürgschaft der Stadt auskommen. Ein haushaltspolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion erklärte gegenüber dem "Hamburger Abendblatt", dass entsprechende Unterstützung in der aktuellen Situation "ausgeschlossen" sei.

Nach den Vorwürfen gegen den aktuellen Vorstand Thomas Wüstefeld und dem Finanzgebaren in den vergangenen Jahren ist der Vertrauensverlust des Hamburger SV offenbar so groß, dass der Zweitligist in der drängenden Frage der Stadionsanierung nicht mit einer Bürgschaft der Stadt rechnen darf. Das berichtete das Hamburger Abendblatt in seiner Mittwochausgabe.

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"In der jetzigen Gemengelage halte ich eine Bürgschaft für ausgeschlossen", sagte der haushaltspolitische Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Thilo Kleibauer, der Zeitung. Auch sein SPD-Kollege Milan Pein sagte: "Der HSV täte allein aus Imagegründen gut daran, sich um eine Lösung in der freien Wirtschaft zu bemühen."

Die Stadt Hamburg hatte dem HSV vor zwei Jahren für 23,5 Millionen Euro das Grundstück abgekauft, auf dem das Volksparkstadion steht. Der Verkauf wurde unter der Auflage abgeschlossen, dass der Klub das Geld für die mehr als 20 Millionen Euro teure Sanierung des Stadions verwendet, das als Spielort bei der EM 2024 vorgesehen ist.

Tatsächlich aber steckte der HSV die Millionen in den laufenden und während der Corona-Pandemie sehr verlustreichen Geschäftsbetrieb und muss die Stadionsanierung nun aus anderen Quellen finanzieren. Finanzvorstand Wüstefeld präsentierte dazu mit dem HSV-Hauptsponsor HanseMerkur einen Kreditgeber, benötigt für das ausgehandelte 13-Millionen-Euro-Darlehen jedoch einen Bürgen.

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Dem Abendblatt-Bericht zufolge lehnen aktuell alle Fraktionen der Hamburgischen Bürgerschaft ab, dass die Stadt, wie von Wüstefeld erhofft, diese Rolle übernimmt. Ein Hauptgrund dafür ist die Verärgerung in weiten Teilen der Politik über den Umgang des HSV mit den Einnahmen aus dem Stadiongrundstücksverkauf. "Der HSV muss Transparenz herstellen", sagte Dennis Paustian-Döscher, der haushaltspolitische Sprecher der Grünen.

Finanzvorstand Wüstefeld wird an diesem Donnerstag im Haushaltsausschuss der Bürgerschaft angehört. Dort soll der 53-Jährige auch darlegen, wofür der HSV die 23,5 Millionen Euro von der Stadt verwendet hat. Gegen Wüstefeld wurden zuletzt massive Vorwürfe im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Medizinunternehmer erhoben. Er selbst weist diese als "Kampagne" zurück.

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