06. Januar 2022 / 15:59 Uhr

Gerhardt vorm Rückrunden-Start der Wolfsburger: "Es war zu viel Unruhe im Verein"

Gerhardt vorm Rückrunden-Start der Wolfsburger: "Es war zu viel Unruhe im Verein"

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Heiß auf die Rückrunde: Wolfsburg-Profi Yannick Gerhardt.
Heiß auf die Rückrunde: Wolfsburg-Profi Yannick Gerhardt. © Roland Hermstein
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Der VfL Wolfsburg startet am Sonntag in die Rückrunde, darauf freut sich Mittelfeldspieler Yannick Gerhardt enorm. Und er nennt die Gründe dafür, warum es in der Hinserie nicht so gut lief.

Es dauert nicht mehr lange, dann startet der VfL in die Rückrunde, am Sonntag (17.30 Uhr) ist der Wolfsburger Fußball-Bundesligist beim VfL Bochum zu Gast. Dann soll der Negativlauf von sieben Pflichtspiel-Niederlagen in Folge gestoppt und der Grundstein für eine erfolgreichere zweite Saisonhälfte gelegt werden. Mittelfeldspieler Yannick Gerhardt brennt auf den Neustart und nennt die Gründe, warum es bis zum Winter beim Vorjahres-Vierten alles andere als rund lief.

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Waren es nach 17 Spieltagen der Vorsaison 29 Punkte, haben die Wolfsburger jetzt gerade einmal 20 Zähler auf dem Konto. Lag das Torverhältnis zum gleichen Zeitpunkt der vergangenen Saison bei 26:19, liegt es nun bei 17:29. War der VfL damals als Fünfter in Schlagdistanz zu den Champions-League-Rängen, kämpft er als 13. jetzt gegen den Abstieg. "Wir haben etwas wiedergutzumachen. Die Hinrunde war für uns alle nicht zufriedenstellend", bringt es Gerhardt auf den Punkt. Daher sei es gut, "dass die Pause nicht so lang ist und wir am Sonntag direkt die Möglichkeit haben, wieder drei Punkte zu holen".

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Statt um Europa mitzuspielen, muss der VfL sich gegen den Abstieg wehren. Dass es nach dem guten Abschneiden in der Vorsaison nicht automatisch wieder genauso gut läuft, war klar. "Wir wussten nach dem Erfolg im letzten Jahr, dass wir einen großen Konkurrenzkampf mit anderen Mannschaften hatten. Wir können das gut einschätzen", sagt Gerhardt und zeigt, dass die Selbstwahrnehmung im Klub stimmt. "Jetzt sind wir in einer etwas gefährlicheren Situation und müssen den Kampf annehmen. Die Ergebnisse waren zu schlecht als dass wir uns noch als Champions-League-Mannschaft sehen."

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Aber woran lag es, dass der VfL seine Vorjahres-Leistung nicht bestätigen konnte? Gerhardt wird deutlich: "Es war generell zu viel Unruhe im Verein, wir hatten zu viele Veränderungen." Gemeint ist der Trainerwechsel im Sommer von Oliver Glasner zu Mark van Bommel und dann im Oktober vom Niederländer zum jetzigen VfL-Coach Florian Kohfeldt. Es hane auch gute Phasen gegeben, "aber die waren viel zu kurz", sagt Gerhardt. "Wir haben zu viele leichte Gegentore bekommen. Man hat gemerkt, dass das Vertrauen gefehlt hat und die Abläufe nicht so klar waren. Kein Spieler kann mit der Hinrunde zufrieden sein." Inzwischen hätten sich alle Profis hinterfragt - auch Gerhardt.

Jetzt herrsche beim VfL Aufbruchstimmung. "Man merkt, dass der Trainer mehr Zeit hatte, mit uns auf dem Platz zu trainieren. Die Abläufe sind offensiv und defensiv schon besser geworden, aber es ist noch nicht alles perfekt", sagt Gerhardt, der in der Rückrunde gern noch mehr spielen würde als in der Hinserie. Da hatte er elf Liga-Spiele bestritten - auf verschiedenen Positionen. "Das ist immer Fluch und Segen zugleich", so der VfLer, der das eine oder andere Mal auf der linken Seite oder hinter Wout Weghorst hatte spielen müssen, aber am liebsten im zentralen Mittelfeld aufläuft. "Mir gefällt die Position sehr gut. Wir haben viel Konkurrenz, das ist aber nichts Neues."

Dass Gerhardt in der Zentralen am besten aufgehoben ist, wisse auch der Coach. "Wir hatten schon einige Gespräche", berichtet der Linksfuß. "Der Trainer kann gut einschätzen, was ich für ein Spieler bin. Aber ich verstehe auch, dass wenn Not am Mann ist, ich auch mal woanders spiele." Er sei in seinen Augen aber "kein klassischer Außenspieler. Wenn man mich beispielsweise mit Dodi Lukebakio vergleicht, weiß man, was ich meine. Er hat ganz andere Qualitäten im Eins-gegen-eins."