12. April 2021 / 23:35 Uhr

Grizzlys-Angreifer Nijenhuis: Saison-Aus nicht ausgeschlossen

Grizzlys-Angreifer Nijenhuis: Saison-Aus nicht ausgeschlossen

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
copy of Julian Melchiori, Physiotherapeut Thomas Woerlen, Jeffrey Likens, Mannschaftsarzt Dr. Nazem
Hamade und Maximilian Adam von den Grizzlys Wolfsburg wŠhrend des Spiels zwischen den Grizzlys Wolfsburg gegen den ERC Ingolstadt am 12.04.2021 in Wolfsburg, Deutschland. (Foto von Moritz Eden/City-Press GmbH)
Besorgte Mienen: Grizzlys-Akteure und medizinisches Personal umringen Jan Nijenhuis (verdeckt) am Montag im Spiel gegen Ingolstadt. © Grizzlys Wolfsburg/City-Press GmbH
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Die Grizzlys Wolfsburg sind auf Kurs Play-Offs im Eishockey-Oberhaus. Dank eines 6:3 gegen Ingolstadt am Montag. Doch ihr Kader schrumpft vor den wichtigsten Partien der Saison. Auch für Stürmer Jan Nijenhuis könnte die Saison vorbei sein.

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Die Grizzlys Wolfsburg sind auf Kurs Play-Offs im Eishockey-Oberhaus. Dank eines 6:3 gegen Ingolstadt am Montag. Doch ihr Kader schrumpft vor den wichtigsten Partien der Saison. Auch für Stürmer Jan Nijenhuis könnte die Saison vorbei sein. Im ersten Spiel, nachdem er endlich sein erstes DEL-Tor erzielt hatte. Ryan Button (Schlüsselbeinbruch) und Fabio Pfohl (Hand-OP) haben die Spielzeit bereits abgehakt.

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Dass Jan Nijenhuis in den kommenden Tagen wieder spielen kann, scheint unwahrscheinlich. Nach dem üblen Check am Montag beim 6:3 im Spiel gegen Ingolstadt kam er zur Beobachtung und für Untersuchungen ins Klinikum. Der Angreifer wirkte schwer angeknockt, dürfte mindestens eine Gehirnerschütterung davongetragen haben. Und dann wird er mehrere Tage Pause brauchen, muss sich einem Return-To-Play-Programm unterziehen. Mit einem Comeback zum Viertelfinale, sofern die Grizzlys es erreichen, wird es knapp - es beginnt nämlich am 22. April. Bis Sonntag haben die Wolfsburger noch drei Hauptrunden-Partien.

„Das ist bitter“, sagte Dominik Bittner mit Blick auf Nijenhuis. Der erfahrene Verteidiger kennt den Angreifer aus gemeinsamen Mannheimer Zeiten, als Nijenhuis dort als Schüler einstieg, ist quasi der Mentor für den Youngster, eine Rolle, die Sebastian Furchner vor gut zwei Jahren für Steven Raabe übernahm. Bittner über die Verbindung zu Nijenhuis: „Er ist wie ein kleiner Bruder für mich.“ Bittner holte sich direkt nach dem Spiel Infos von den Wolfsburger Teamärzten, informierte dann Nijenhuis’ Mutter. Das Foul hatte Bittmner schwer verurteilt: "Brutal schlimm, einen Teamkameraden so auf dem Eis zu sehen. So ein Check hat im Eishockey nichts verloren."



Grizzlys-Coach Pat Cortina schluckte seinen Ärger über die Aktion (Colton Jobke hatte den Wolfsburger von hinten in die Bande gecheckt) runter, sagte: „Ich drück’ die Daumen für Janni, das war ein...“ Den Satz brach er ab und ergänzte: „Hoffentlich ist Janni okay.“

Ob der suspendierte Jordan Boucher nun noch einmal ein Thema wird? Valentin Busch könnte in den nächsten Tagen vielleicht noch fit werden. Steven Raabe, zuletzt mit wenig Eiszeit bedacht, war in der Schlussphase gegen Ingolstadt schon drin. Vorn. Er war lange Stürmer, wurde zum Verteidiger umgeschult.

Der Nijenhuis-Ausfall wiegt dennoch schwer, denn der 19-Jährige hatte sich als Center etabliert, seine Formation funktionierte - und zugleich führte seine neue Rolle (vorher war er Außen) zu Änderungen in den anderen drei Formationen, die nun allesamt prächtig funktionierten. Boucher und Busch sind Außenstürmer. Jetzt ist viel Feingefühl vom Trainerstab gefragt, die gerade erst gewonnene stabile Statik zu erhalten.

Szenen vom DEL-Spiel der Grizzlys Wolfsburg gegen den ERC Ingolstadt am 12. April 2021

Szenen vom DEL-Spiel der Grizzlys Wolfsburg gegen den ERC Ingolstadt am 12. April 2021 Zur Galerie
Szenen vom DEL-Spiel der Grizzlys Wolfsburg gegen den ERC Ingolstadt am 12. April 2021 © Grizzlys Wolfsburg / City-Press GmbH, Boris Baschin

Stimmen zum Spiel

Mit seinen Treffern zum 1:0 und 3:1 war Toto Rech gegen Ingolstadt ein Schlüsselspieler für die Grizzlys beim 6:3 gegen Ingolstadt. „Das waren drei große Punkte“, sagte er. „Wir wollen am Rollen bleiben, so viele Punkte wie möglich aus den nächsten Spielen holen, um in die Play-Offs zu kommen.“ Die Wolfsburger treffen neuerdings viel besser als über weite Strecken zuvor. Rech: „Wir haben die Reihen verändert, das klappt gut. Und das ist gut für das Selbstvertrauen.“ Rech schoss in den vergangenen fünf Partien vier Tore, dazu gab er drei Vorlagen. Mit 21 Punkten (davon neun Tore) hat er inzwischen Platz vier der internen Scorerliste erklommen.

Coach Cortina meinte zum Spiel: "Wir waren bereit, wir haben das Spiel kontrolliert in der Anfangsphase, waren die bessere Mannschaft im ersten Drittel. Für uns war wichtig, gut in der Abwehr zu sein und unsere Chancen zu nutzen. Das haben wir gemacht. Aber der Weg ist noch lang und schwer."

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