08. Mai 2022 / 17:09 Uhr

"Haben nicht aufgegeben": Stimmen zu Dynamo Dresdens Remis in Karlsruhe

"Haben nicht aufgegeben": Stimmen zu Dynamo Dresdens Remis in Karlsruhe

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
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Trainer Capretti und Dynamo Dresden müssen in der Relegation gegen den 1. FC Kaiserslautern ran. © dpa
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In Karlsruhe beginnt die Capretti-Truppe gut und geht mit 1:0 in Führung, aber am Ende muss sie noch mit einem 2:2 zufrieden sein. Jochen Leimert hat nach Abpfiff die Stimmen der Beteiligten gesammelt.

Karlsruhe. Es hat wieder nicht mit dem ersten Sieg im Kalenderjahr geklappt, der große Befreiungsschlag ist Dynamo Dresden auch im Karlsruher Wildpark nicht gelungen. Die gegenüber dem 1:1 gegen Regensburg unverändert aufgelaufene Mannschaft von Trainer Guerino Capretti zeigte am Sonntag vor 18.649 Zuschauern zwar eine starke erste Halbzeit und ging auch verdient durch Regisseur Patrick Weihrauch mit 1:0 in Front (26.), aber sie verpasste es, beste Chancen zur Vorentscheidung zu nutzen. So hielt die Gästeelf die Badener im Spiel, kassierte den Ausgleich, geriet dann in Rückstand und konnte erst in der Nachspielzeit mit dem 2:2-Ausgleich durch Michael Akoto (90.+4) noch einen Punkt sichern. Nun hat sie nur noch das Sachsenderby am letzten Spieltag gegen Aue, um den Nimbus der Sieglosigkeit vor der Relegation gegen den 1. FC Kaiserslautern abzuschütteln.

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Capretti bemühte sich, das Positive herauszugreifen. Er lobte den tollen Start, als Weihrauch (2./gehalten), Akoto (7./Kopfball vorbei), Christoph Daferner (12./gehalten) und Ransford-Yeboah Königsdörffer (22./gehalten) ausgezeichnete Gelegenheiten hatten und Weihrauch nach Königsdörffers Ablage zum 1:0 traf. „Wir sind richtig gut in die erste Halbzeit reingekommen“, sagte der Deutsch-Italiener und wies auf das energische Attackieren seiner Mannschaft hin, die viele Ballgewinne verzeichnete, die biederen Gastgeber im Griff hatte. Doch das alte Manko in dieser Saison blieb auch in Karlsruhe das Gleiche: die Abschlussschwäche. „Wir müssen eigentlich das 2:0 machen, gehen nur mit 1:0 in die Halbzeit, dann rächt sich das“, stöhnte Capretti. Ihn ärgerte, dass Königsdörffer wieder einmal eine große Möglichkeit vergab, als der dribbelstarke Ex-Herthaner (5 Saisontore) zwar Keeper Niklas Heeger überwand, aber Jerome Gondorf noch auf der Linie rettete (27.). „Die Chancenverwertung war nicht gut“, räumte Capretti klipp und klar ein.

DURCHSCROLLEN: Die Bilder zum Spiel

Guerino Capretti (Trainer SG Dynamo Dresden): “Wir sind richtig gut in die erste Habzeit reingekommen. Insgesamt hatten aus dem Spiel die eine oder andere gute Möglichkeit, gehen 1:0 in Führung, müssen eigentlich das 2:0 machen. Und wie es im Fußball manchmal so ist: Du machst das 2:0 nicht, gehst nur mit 1:0 in die Halbzeit und dann rächt sich das. Es gibt diesen blöden Spruch, aber er hat sich heute wieder bewahrheitet. In der zweiten Halbzeit waren wir meiner Meinung nach zu passiv, haben dem Gegner dann viel mehr Räume angeboten, ihn viel mehr machen lassen. Wir haben dann den KSC ins Laufen kommen lassen, haben viele Standards verursacht, viele Freistöße, viele Ecken. Wir wussten, dass der KSC bei Standards sehr torgefährlich ist - das wollten wir vermeiden, haben wir aber nicht geschafft und bekommen noch zwei Standard-Gegentore, was super bitter, super ärgerlich ist. Und dennoch haben wir nicht aufgegeben.” Zur Galerie
Guerino Capretti (Trainer SG Dynamo Dresden): “Wir sind richtig gut in die erste Habzeit reingekommen. Insgesamt hatten aus dem Spiel die eine oder andere gute Möglichkeit, gehen 1:0 in Führung, müssen eigentlich das 2:0 machen. Und wie es im Fußball manchmal so ist: Du machst das 2:0 nicht, gehst nur mit 1:0 in die Halbzeit und dann rächt sich das. Es gibt diesen blöden Spruch, aber er hat sich heute wieder bewahrheitet. In der zweiten Halbzeit waren wir meiner Meinung nach zu passiv, haben dem Gegner dann viel mehr Räume angeboten, ihn viel mehr machen lassen. Wir haben dann den KSC ins Laufen kommen lassen, haben viele Standards verursacht, viele Freistöße, viele Ecken. Wir wussten, dass der KSC bei Standards sehr torgefährlich ist - das wollten wir vermeiden, haben wir aber nicht geschafft und bekommen noch zwei Standard-Gegentore, was super bitter, super ärgerlich ist. Und dennoch haben wir nicht aufgegeben.” ©

Mit der zweiten Halbzeit konnte der Coach auch nicht zufrieden sein: „Da hat mir vieles nicht gefallen.“ Denn seine Mannschaft ließ sich nach Wiederbeginn plötzlich beeindrucken, als der KSC endlich aufwachte und die Kabinenpredigt von Trainer Christian Eichner Wirkung zeigte: „Es war da eine andere KSC-Mannschaft auf dem Feld“, so Eichner. Als auch Guram Giorbelidze das mögliche 2:0 für Dynamo versemmelte (51.), legten die Gastgeber noch einen Zahn zu und nutzten zwei Standards zur Wende: Erst traf Gondorf nach einer Ecke samt Kopfballverlängerung durch Daferner (65.), dann Philipp Hofmann nach einem Wanitzek-Freistoß, als er Tim Knipping übersprang (74.). Zwischendurch hatte Fabian Schleusener noch die Latte anvisiert (70.).

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Immerhin kam Dynamo am Ende noch einmal: Der eingewechselte Panagiotis Vlachodimos stürmte in den Strafraum, Weihrauch legte ab und Akoto glückte sein erstes Zweitliga-Tor. Nicht nur das stimmte den Ex-Mainzer optimistisch für die kommenden Aufgaben: „Es war ein sehr gutes Spiel von uns, auch wenn wir nicht die drei Punkte mitgenommen haben. Ich glaube, dass es ein Spiel war, auf dem wir drauf aufbauen können. Man hat gesehen, wie die Mannschaft kämpft.“ Capretti registrierte das auch und bemerkte, das 2:2 sei verdient gefallen: „Das zeigt die Moral der Mannschaft.“ Dennoch wird das Spiel die Lauterer insgesamt wohl nicht sehr beeindruckt haben.