31. Oktober 2020 / 22:07 Uhr

Leipzig-Leihgabe schockt Ex-Kollegen – Wolf jubelt nach Tor-Debüt: "Habe lange warten müssen"

Leipzig-Leihgabe schockt Ex-Kollegen – Wolf jubelt nach Tor-Debüt: "Habe lange warten müssen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Marco Rose mit seinem Schützling Hannes Wolf, der gegen seinen Ex-Klub Gladbach.
Marco Rose mit seinem Schützling Hannes Wolf, der gegen seinen Ex-Klub Gladbach. © imago images/Team 2
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Mit einem Tor gegen seine früheren Mitspieler hat Hannes Wolf dafür gesorgt, dass RB Leipzig bei Borussia Mönchengladbach die erste Niederlage der Bundesliga-Saison kassiert hat - und die Tabellenführung los ist. Für die Leihgabe ist es eine besondere Genugtuung, denn bei RB war ihm zuvor wenig gelungen.

In der vergangenen Saison spielte Hannes Wolf bei RB Leipzig bestenfalls eine Nebenrolle - nun fügte der junge Offensivspieler den Sachsen die erste Niederlage der Bundesliga-Saison zu. Beim 1:0 (0:0)-Sieg seines neuen Klubs Borussia Mönchengladbach gegen Leipzig schoss Wolf das entscheidende Tor. RB ist damit nicht nur die drei Punkte los, sondern auch die Tabellenführung - und das durch einen Spieler, der bis vor kurzem noch zum Kader von Trainer Julian Nagelsmann zählte. Für Wolf dürfte es eine Genugtuung bedeuten. Der Österreicher freute sich sichtlich über den besonderen Augenblick gegen die Ex-Kollegen. "Ich habe lange auf so einen Moment warten müssen", sagte der 21-Jährige bei Sky.

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In Leipzig war dem Youngster im Vorjahr fast nichts gelungen. Nur fünf Mal wurde er von Nagelsmann eingesetzt, ehe er zu seinem langjährigen Förderer Marco Rose zog - nicht ohne ein bisschen gegen RB zu sticheln. Gladbach lieh Wolf für eine Saison aus - und hat eine Kaufpflicht im kommenden Sommer. "Wir haben ein sehr gutes, offenes und langjähriges Verhältnis", sagte Wolf über Rose, mit dem er schon bei der gemeinsamen Station in Salzburg zusammenarbeitete und sich wie der Coach mit guten Leistungen für die deutsche Bundesliga empfahl. "Er kennt mich, seit ich 14 oder 15 bin. Wir haben viel zusammen durchgemacht."

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Entsprechend groß war die Freude auch bei seinem Trainer, der den Mittelfeldspieler unbedingt zur Borussia holen wollte. "Ich habe ihm gesagt, dass ich mich wahnsinnig für ihn freue", so Rose, der Wolf ("Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen") nach Schlusspfiff in eine stürmische Umarmung riss. "Ich glaube, dass er sich in Leipzig wohl gefühlt hat. Er hat aber zu wenig gespielt. Bei uns bekommt er die Chance, mehr zu spielen. Er bekommt aber nichts geschenkt." Das bekam er auch bei RB nicht - wo er sich nicht immer bestens mit Trainer Julian Nagelsmann verstand. Im Januar rüffelte der Coach seinen jungen Spieler öffentlich.

Nun erklärte Nagelsmann, dass er sich "für den Mensch" Hannes Wolf freue, "aber nicht an dem Tag". Der 33-Jährige machte allerdings auch einen leicht gereizten Eindruck. "Dass der kicken kann, ist ja bekannt, deswegen haben wir ihn auch geholt", sagte der Leipziger Trainer. "Er konnte sich bei uns nicht durchsetzen, ist auch bei Gladbach noch nicht zum Stammspieler gereift." Tatsächlich war der schön vollendete Treffer nach Vorarbeit von Alassane Plea und Patrick Herrmann Wolfs erste Torbeteiligung für Gladbach.

Wolf will bei Gladbach bleiben: "Glaube, dass ich längere Zeit hier sein werde"

Auch bei seinen Teamkollegen sorgte Wolfs Tor-Premiere für Glücksgefühle. "Das hat er sich verdient, er hat ein sehr gutes Spiel gemacht. Er war ballsicher und hat sich reingehauen", lobte Nationalspieler Jonas Hofmann. Für Wolf soll die Leistung nur der Anfang sein. "Das Spiel gibt mir Selbstvertrauen für die nächsten Wochen", sagte Wolf. "Solche Momente helfen mir natürlich." Zurück nach Leipzig will er im nächsten Sommer nicht - wenn es sich vermeiden lässt. Der Torjubel gegen seine Ex-Kollegen sei ihm nicht schwer gefallen: "Ich sehe mich als Spieler von Borussia Mönchengladbach. Ich glaube, dass ich längere Zeit hier sein werde als nur diese Saison."