22. Februar 2022 / 10:23 Uhr

„Tolle Entwicklung erkennbar“: 96-Bessermacher Dabrowski bestätigt Entscheidung für ihn

„Tolle Entwicklung erkennbar“: 96-Bessermacher Dabrowski bestätigt Entscheidung für ihn

Andreas Willeke und Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
96-Coach Christoph Dabrowski hat mit einer Systemumstellung auf St. Pauli überrascht.
96-Coach Christoph Dabrowski hat mit einer Systemumstellung auf St. Pauli überrascht. © IMAGO/Hübner
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Der Matchplan von Christoph Dabrowski auf St. Pauli ist voll aufgegangen - doch nicht nur bei diesem Auswärtssieg hat sich gezeigt: Der Trainer macht die Mannschaft besser, das bestätigt die Entscheidung für ihn. „Es ist eine tolle Entwicklung erkennbar“, lobt 96-Boss Kind.

Christoph Dabrowski hat sich etwas Besonderes für seine Mannschaft überlegt. Um St. Paulis Offensivwucht zu stoppen, „brauchten wir einen Spieler mehr in der hinteren Linie“, erklärt der 96-Trainer. Das führte zu einer überraschenden Systemumstellung. Die Mannschaft verteidigte die Angriffe des Spitzenreiters mit einer Fünferkette statt der üblichen Vierer-Besetzung. „Der Matchplan ging auf“, lobt Sportchef Marcus Mann. Und wenn dem so ist, dann ist der Sieg der Mannschaft auch und besonders ein Sieg des Trainers.

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Es hat allerdings nicht diesen Erfolg gebraucht, um zu erkennen – Dabrowski hat die Mannschaft besser gemacht. Das fällt mit Blick auf seinen Vorgänger Jan Zimmermann immer stärker auf. Der Sportchef mag auf den Vergleich allerdings „nicht einsteigen“, denn das Lob für den einen wäre auch immer Kritik am anderen. Und das könnte als Nachtreten interpretiert werden, was Mann nun gar nicht will. Deshalb sagt er nur: „Die Mannschaft zeigt in der Art und Weise wie sie Fußball spielt, dass sie sich wohlfühlt und die Vorgaben gut umsetzt.“

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Der entscheidende Unterschied sind die klaren Anweisungen. „Jeder weiß, was er zu tun hat“, macht Niklas Hult klar. An Einsatzwillen hat es auch vor Dabrowski nicht gemangelt, die Mannschaft war fit. Es wird jetzt nur richtig kanalisiert. „Bei uns lag’s nicht am Engagement“, meint Mann. „Die Laufwerte waren immer gut, fast schon zu gut. Es ist wichtig, die Energie in die richtigen Aktionen zu lenken.“

Mit dem richtigen Plan eben. „Dabrowski ist von seiner Arbeit überzeugt und er kann es auch“, weiß 96-Chef Martin Kind aus den wöchentlichen ein bis zwei Telefonaten mit dem Trainer. „Er ist unglaublich fleißig und macht sich enorm viele Gedanken über die richtige Taktik. Seine Handschrift ist erkennbar.“ Und 96 schießt jetzt auch Tore, allein fünf in den letzten beiden Spielen.

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Mannschaft "will ihn und sie folgt ihm"

Ein wichtiger Punkt dabei ist die Beziehungskiste mit den Spielern. „Die Mannschaft ist in der Pflicht“, sagt Kind. „Sie will ihn und sie folgt ihm.“ Die Spieler hatten sich für einen Trainerwechsel stark gemacht – und nach den ersten gemeinsamen Tagen auch konkret für Dabrowski. Erfolge wie auf St. Pauli schweißen Trainer und Team noch weiter zusammen.

Das heißt allerdings nicht, dass Dabrowski morgen eine Vertragsverlängerung über das Saisonende hinaus angeboten wird. „Es bleibt dabei, wie wir es besprochen haben“, sagt Kind. „Er weiß aus unseren Gesprächen, dass wir seine Arbeit wert schätzen.“

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Noch hat Dabrowski die Ernte nicht eingefahren. Der Klassenerhalt bleibt das Ziel. Das Polster auf den Relegationsplatz 16 beträgt nur drei Punkte. „Es ist eine tolle Entwicklung erkennbar“, lobt Kind, „aber die Tabellensituation bleibt angespannt. Wir brauchen weiter Punkte.“

Mann hofft, 96 könne schon am Freitag mit einem Sieg gegen Kiel „über die 30iger-Marke hüpfen und möglichst schnell auf 34 Punkte kommen, dann wäre das Ziel in Sicht.“ Für den Manager „zeigt die Leistungskurse nach oben, mit dem Ausreißer in Heidenheim“. In nur acht Spielen holte Dabrowski genau so viele Punkte wie Zimmermann in 15 Spielen. Damit bestätigt sich nachträglich die Entscheidung des Sportchefs zum Trainerwechsel. Er weiß, „es war wichtig, dass wir es so gemacht haben“.

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