03. Januar 2022 / 11:23 Uhr

Muslijas 96-Abschied nach Paderborn: ein Gefühl, wenig erfreuliche Zahlen

Muslijas 96-Abschied nach Paderborn: ein Gefühl, wenig erfreuliche Zahlen

Dirk Tietenberg und Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Florent Muslija hat sich bei 96 nie dauerhaft durchgesetzt - jetzt unternimmt er einen neuen Versuch in Paderborn (eingeklinkt).
Florent Muslija hat sich bei 96 nie dauerhaft durchgesetzt - jetzt unternimmt er einen neuen Versuch in Paderborn (eingeklinkt). © IMAGO/R.Seidel Imagery / SC Paderborn
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Ohne Ablöse hat sich Florent Muslija nach Paderborn verabschiedet. 2018 hatte 96 das vielversprechende Talent für 2 Millionen Euro geholt. 81 Spiele, zehn Tore und nur eine Torvorlage später bleibt das Gefühl hängen, dass der Mittelfeldspieler zu wenig aus seinen Fähigkeiten gemacht hat. 

Auf vielfachen Wunsch noch einmal die Szene, als Florent Muslija sich viele Freunde machte in Hannover. Es war der 20. Oktober 2018, Bundesliga in Leverkusen. Bei 96 fing der unbekannte Muslija als zentraler Mittelfeldspieler in seiner ersten Saison an. Nun legte sich der junge Kerl den Ball zurecht, wischte den Freistoß mit seinem starken rechten Fuß wuchtig und schnittig ins Tor. Ein Traumtreffer zum 1:0, 2:2 endete die Partie.

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Aber diese Erinnerung ist verblasst. Was von Muslija hängen bleibt, ist das Gefühl, dass ein Fußballprofi in Hannover zu wenig aus seinem herausragenden Talent machte.

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Nach zweieinhalb Jahren und fünf Trainern verlässt Muslija nun 96 und wechselt nach Paderborn. Er geht ablösefrei, sein Vertrag wäre im Sommer ausgelaufen. Das Gehalt für ein halbes Jahr von rund 400.000 Euro spart 96. Aber auch Paderborn scheint dem Braten nicht ganz zu trauen – Muslijas Vertrag läuft nur anderthalb Jahre.

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Muslijas Karriere in Hannover begann bereits als Missverständnis. Trainer André Breitenreiter suchte auf den letzten Drücker im Sommer 2018 einen erfahrenen Innenverteidiger. Aber Breitenreiter bekam von Manager Horst Heldt einen offensiven Mittelfeldspieler. Ein 20-Jähriger, für zwei Millionen Euro Ablöse aus Karlsruhe geholt und mit einem Vierjahresvertrag ausgestattet.

81 Spiele, zehn Tore, nur eine Torvorlage

Nun versuchten es nacheinander Breitenreiter, Thomas Doll, Mirko Slomka, Kenan Kocak und Jan Zimmermann mit Muslija. Unter Christoph Dabrowski stand er aber in zwei von drei Spielen nicht im Kader. 81 Spiele machte er für 96, ihm gelangen zehn Tore und nur eine einzige Torvorlage.

Jetzt also Paderborn. „Die bewegen sich ja nicht in unseren Tabellenregionen“, sagt 96-Sportchef Marcus Mann. „Wir schließen auch nicht aus, dass er in Paderborn eine gute Rückrunde spielt, sind aber sicher, dass er es bei uns nicht machen würde.“

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Muslija wechselt zu einem Trainer, der ihn besser kennt als jeder andere. „Das spielt wohl die entscheidende Rolle“, vermutet Mann. Lukas Kwasniok hatte Muslija durch die Jugend begleitet, trainierte ihn in der U17 und U19 beim Karlsruher SC. Später wurde Kwasniok bei 96-Manager Marcus Mann Trainer in Saarbrücken. Kwasniok kann das Schwungrad sein: Der Trainer machte aus dem Talent schon einmal einen erwachsenen Fußballprofi.