18. Februar 2022 / 15:32 Uhr

Hört 96-Routinier Dominik Kaiser nach der Saison auf? "Würde es nicht ausschließen"

Hört 96-Routinier Dominik Kaiser nach der Saison auf? "Würde es nicht ausschließen"

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Kurzfristig heißt die Zukunft von Dominik Kaiser St. Pauli. Mittelfristig Kampf um den Klassenerhalt. Und langfristig?
Kurzfristig heißt die Zukunft von Dominik Kaiser St. Pauli. Mittelfristig Kampf um den Klassenerhalt. Und langfristig? © IMAGO
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Auf St. Pauli soll Dominik Kaiser die Kastanien mal wieder aus dem Feuer holen. Doch der Vertrag des 96-Routiniers läuft aus, Gespräche gab's noch nicht. Im Interview mit dem SPORTBUZZER spricht der 33-Jährige auch über ein mögliches Karriereende.

Dominik Kaiser, 25 000 Fans im Pokal gegen Ihren Ex-Klub Leipzig, was denken Sie?

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Da freut man sich. Als ich das Los gesehen habe, war sofort der Wunsch da, dass mehr Zuschauer dabei sein werden als 500. 25 000 an dem Abend, das wäre eine richtig geile Pokalatmosphäre. Da liegt es dann an uns, einen richtig geilen Pokalfight zu liefern.

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Sie werden gegen St. Pauli Gaël Ondoua wohl ersetzen. Christoph Dabrowski hat Sie nun sehr gelobt. Sie haben gegen Darmstadt nicht von Anfang an gespielt. Wie sortieren Sie das ein?

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Ich habe als Spieler schon ein Gefühl, was der Trainer von mir hält, auch wenn ich in Heidenheim mal ein schwächeres Spiel hatte. Er weiß, was er an mir hat. Klar hätte ich gegen Darmstadt gerne früher gespielt. Aber das ist halt so, und ich bin mit Dabro im Austausch, er weiß, dass er sich auf mich verlassen kann. Es geht nicht darum, ob Kaiser auf der Sechs spielt oder Diemers auf der Zehn. Mark Diemers ist ein Super-Kicker. Wir verstehen uns gut und können zu­sam­men gute Spiele machen. Es geht aber da­rum, dass wir eine Mannschaft aufs Feld schicken, die auf St. Pauli gewinnen kann.

Aber Sie brauchen die Punkte dringend, oder?

Natürlich, das ist uns bewusst. Aber so, wie wir aufgetreten sind in den letzten Wochen, spüre ich positive Energie.

Fotogalerie: Dominik Kaiser bei RB Leipzig

2012 Juli: Kaisers Anfang bei RB (@GEPA Pictures) Zur Galerie
2012 Juli: Kaisers Anfang bei RB (@GEPA Pictures) ©

Steigt 96 ab?

Es ist meine volle Überzeugung, dass wir nicht absteigen. Ich habe auch keine Angst. Die Leistungskurve an sich stabilisiert sich auf einem höheren Level. Das Heidenheim-Spiel war ein Peak nach unten.

Spielen Sie auch um einen Vertrag bei 96?


Ich mache mir gar keinen Druck. Ich möchte helfen, dass wir den Klassenerhalt sichern. Natürlich macht man sich Gedanken, wenn der Vertrag ausläuft. Wo es weitergeht, wie es weitergeht und ob es weitergeht. Es ist Thema. Aber wichtig ist, dass wir mit 96 punkten.

Ob es weitergeht? Können Sie sich ein Karriereende vorstellen?

Ich würde es nicht ausschließen. Es gibt Dinge, mit denen beschäftige ich mich. Jetzt liegt der Fokus auf Fußball. Ich habe Riesenbock, weiterzuspielen. Aber es muss passen. Ich will die Zeit genießen hier, auch wenn es mal nicht optimal läuft. Es fühlt sich hier gerade trotzdem positiv an. Die Grundstimmung ist gut, und das gibt mir Mut.

Sie sind selten verletzt. Zwickt es in Ihrem Alter?

Ich bin glücklich, dass mein Körper bisher all die Jahre gut mitgespielt hat. Im Fußball kann es so schnell gehen, wie wir es jetzt leider gerade bei Sebi Ernst gesehen haben. Ich bin fit. Nur morgens, wenn die Kinder nicht gut geschlafen haben, bin ich manchmal müde. Es ist nicht so, dass der Körper mir ein Zeichen gibt: Junge, lass es bleiben.

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Was ist eine Alternative zum Fußballprofi?

Lebensmittelpunkt ist ein großes Thema. Meine Frau und ich wissen es noch nicht. Meine Frau würde sich gern auch mit den Kindern mittelfristig auf einen Standort festlegen. Wir sind in der Findungsphase.

Was würden Sie den machen? Manager? Trainer? Oder Raketenforscher?

Raketenforscher schließe ich aus. Fußball ist schon meine Leidenschaft, aber das ist nicht allein in meinem Kopf. Wenn ich heute entscheiden müsste, würde ich eher Richtung Management gehen. Ich informiere mich über ein paar Dinge. Aber das ist jetzt nicht das Wichtigste. Ich will auf dem Rasen Vollgas geben. Für die anderen Themen ist noch genug Zeit, bevor ich in Rente gehe.

Fünf Tore noch für 96 und dann Schluss machen?

Die Torstatistik bei 96 kann ich wohl nicht aufpolieren, aber vielleicht kommt das eine oder andere Tor dazu.

Verfolgen Sie Ralf Rangnicks Weg bei Manchester United?

Ja. Er ist einfach ein guter Trainer. Aber es war klar, dass er mit seinem Pressingsystem Probleme ha­ben wird. Aber die Punkteausbeute ist nicht so schlecht.

Haben Sie zu Rangnick Kontakt?

Ja, aber ich sage ihm nicht, was er Ronaldo erzählen soll. Er war und ist ein guter Ansprechpartner für mich. Und er hat mich sehr oft auf einen guten Weg gebracht. Das hat mir auf jeden Fall nie geschadet.