29. Juli 2021 / 09:41 Uhr

96-Kapitän Franke mahnt nach gelungenem Start: "Müssen uns daran messen lassen"

96-Kapitän Franke mahnt nach gelungenem Start: "Müssen uns daran messen lassen"

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Marcel Franke hatte mit einem Platz im Mannschaftsrat geliebäugelt - und ist jetzt Kapitän bei 96.
Marcel Franke hatte mit einem Platz im Mannschaftsrat geliebäugelt - und ist jetzt Kapitän bei 96. © IMAGO/Laci Perenyi
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Nach dem starken Start in Bremen betont Marcel Franke, dass es "das Wichtigste ist, dass wir jetzt nicht durchdrehen". Läuferisch habe man einen Wert vorgelegt, an dem "wir uns messen lassen müssen". Im Interview mit dem SPORTBUZZER spricht der 96-Kapitän zudem über seine neue Rolle.

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... die gute Leistung beim 1:1 in Bremen:

"Das hat richtig Spaß ge­macht. Wir hätten gewinnen können, vielleicht so­gar müssen – aber wer hätte vorher daran ge­glaubt, dass wir in Bremen was holen können, gerade nach dem letzten Testspiel gegen Magdeburg? Da ha­ben wir einige Leute sicher überrascht. Es ist vieles von dem aufgegangen, was wir uns vorgenommen hatten. So kann es weitergehen."

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... den Umbruch im Team hinter dem Team:

"Erst mal ist es immer traurig für die Leute, die ge­gan­gen sind. Sie haben ja auch gute Arbeit geleistet. Aber es war eine Entscheidung des Vereins, die man auch verstehen muss, weil die letzten zwei Jahre nicht erfolgreich waren. Was der Trainer, die Physios und die Fitnesstrainer einbringen, die Strukturen – das hat alles Hand und Fuß. Wir arbeiten sehr professionell und ziehen an einem Strang. Das sieht man dann auch auf dem Platz. Dann kann man noch mehr Prozente he­raus­ho­len."

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... den neuen Trainer Jan Zimmermann:

"Er gibt uns einen klaren Plan und klare Abläufe mit. Jeder weiß, wenn wir an­lau­fen, sieht das so aus. Wenn wir den Ball haben, sieht das so aus. Daran muss man sich halten."

... die neuen Spieler:

"Wenn man die Neuen ge­se­hen hat, dann wirkte es, als wären sie schon ein paar Monate bei uns. Das lief reibungslos ab. Wir haben die Vorbereitung super genutzt, hatten ge­gen Magdeburg einen Rückschlag, der vielleicht gar nicht so verkehrt war. Alle haben gemerkt, mit 70 Prozent wird’s nicht reichen. In Bremen haben wir dann gezeigt, wozu wir in der Lage sind."

... seine Wahl zum 96-Kapitän:

"Im letzten Jahr war ich nicht im Mannschaftsrat, da war meine Rolle anders. Ich hatte diesmal damit geliebäugelt, in den Mannschaftsrat zu kommen. Aber zum Kapitän gewählt zu werden, damit hatte ich nicht gerechnet. Dass die Mannschaft hinter einem steht, ist schon auch eine Anerkennung. Sie traut mir die Aufgabe zu."

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... seine neue Rolle:

"Ich bin ein Typ, der seine Meinung sagt. Ich versuche, die Jungs mitzunehmen. Darüber zu reden, wenn’s mal irgendwo ein Pro­blem gibt oder wenn was zum Trainer getragen werden muss. Ich bin mehr eingebunden, und das macht mir auch Spaß. Daran wächst man, ich mag es, noch mehr Verantwortung zu übernehmen."

... die Rückkehr der Fans:

"Ich hatte Gänsehaut, als wir in Bremen auf den Platz gekommen sind. Das wird bestimmt am Samstag noch mal schöner, in unserem Stadion wieder vor unseren Fans zu spielen. Wir genießen es und freuen uns über jeden einzelnen Zuschauer, der uns unterstützt. Dafür spielen wir Fußball."

... die Sorgen, gegen kleine Klubs nachlässig zu werden:

"Das Wichtigste ist, dass wir jetzt nicht durchdrehen, nur weil wir in Bremen 1:1 gespielt haben. Wir wissen, dass wir dranbleiben müssen und Spiele wie am Samstag fast schon wichtiger sind, weil es vermeintlich kleinere Gegner sind, die schwer zu bespielen sind. In der Liga gibt’s nun mal keine einfachen Spiele. Wir werden über keinen Gegner drüberrollen. Das haben wir letzte Saison gesehen. Rostock hat’s auch gegen Karlsruhe sehr gut gemacht, das wird schwer für uns."


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... die starke Laufleistung aus Bremen zu wiederholen:

"Es gibt gewisse Statistiken, da muss man bestimmte Werte erreichen. Ich vergleiche das immer mit Heidenheim. Die laufen gefühlt immer um die 120 Kilometer. Umso mehr du läufst, umso wahrscheinlicher ist es, dass du an der richtigen Stelle stehst. Da haben wir einen Wert vorgelegt, daran werden wir uns in den nächsten Spielen messen lassen müssen."

... den neu verpflichteten Julian Börner:

"Mit Marc Lamti haben wir noch einen guten jungen Verteidiger, aber wir haben noch jemanden gebraucht. Ich kenne Börni aus den Spielen gegeneinander. Wir haben uns einen sehr guten Innenverteidiger ge­holt."

... seine Ziele:

"Wir wissen, dass wir Qualität haben. Wir denken von Spiel zu Spiel und versuchen, auf die Leistung, die wir in Bremen geboten haben, was draufzusetzen. Wir haben damit einen Maßstab gesetzt, daran werden wir uns messen lassen. Wir haben eine Supertruppe von der Mentalität und den Charakteren her. Da ist viel drin, aber wir gehen nicht zu hoch ran und werden unser Zeug machen – und dann sehen, wo wir rauskommen."