04. Januar 2022 / 14:07 Uhr

"Eine geile Fußballstadt": Wovon 96-Rückkehrer Teuchert noch beeindruckt ist

"Eine geile Fußballstadt": Wovon 96-Rückkehrer Teuchert noch beeindruckt ist

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Sichtlich glücklich nach seiner Rückkehr: 96-Stürmer Cedric Teuchert.
Sichtlich glücklich nach seiner Rückkehr: 96-Stürmer Cedric Teuchert. © Florian Petrow
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Cedric Teuchert ist zurück bei 96: Im Interview mit dem SPORTBUZZER schwärmt der Stürmer, nennt Hannover "eine geile Fußballstadt". Und auch von der Mannschaft spricht der 24-Jährige in höchsten Tönen: "Jeder hat Bock, die Idee des Trainers ist super - ich bin echt beeindruckt."

Cedric Teuchert, Sie haben eben in Europa gespielt. Warum wechseln Sie in den Abstiegskampf der 2. Liga ?

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Als Hannover auf mich zu­kam, war sofort klar, dass ich keine anderen Gespräche führen werde. Wir haben eine geile Mannschaft, ein richtig geiles Trainerteam. Ich habe nie ein Geheimnis daraus ge­macht, dass wir uns als Familie hier sehr wohlfühlen. Un­ser Sohn kann hier perfekt aufwachsen. Hannover ist eine geile Fußballstadt. 96 hat auf Platz 15 überhaupt nichts zu suchen – aber wir müssen auch hart dafür ar­bei­ten, dass sich das ändert.

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Aber der geilen Stadt fehlen die Tore. Können Sie helfen?

Ich gebe mein Bestes, ich will natürlich treffen. Es ist ja klar, es muss das eine oder andere Tor mehr fallen.

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Wie wär’s, wenn Sie sechs Tore für 96 schießen wie in der Saison 2019/2020?

Das würde ich sofort unterschreiben. Aber wir haben auch genug andere Spieler, die Tore machen können.

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Bilderstrecke: die 50 erfolgreichsten Torjäger von Hannover 96. ©

Wo sehen Sie sich?

Ich habe auch bei Union mal als Achter oder Sechser ge­spielt, aber der Trainer und der Sportdirektor haben klare Vorstellungen, wo sie mich sehen. Sicher irgendwo weiter vorn.

Wollten Sie denn auf jeden Fall weg aus Berlin?

Ich habe mich dort zu 200 Prozent wohlgefühlt. Ich bin sehr stolz, da gespielt zu haben. Ich bin jeden Tag aufgestanden und habe mich ge­freut, meine Jungs wiederzusehen. Berlin ist einerseits gewöhnungsbedürftig, aber auch eine coole Stadt. Ich wollte aber wieder auf den Platz, und die Möglichkeit war nicht mehr so da. Auch weil’s richtig gut lief bei Union, sie stehen ja auf Platz sieben.

Was ist das Geheimnis des Union-Erfolges?

Da ist richtig etwas entstanden. Typen wie Max Kruse, Robin Knoche oder Christopher Trimmel halten die Mannschaft brutal zusammen. Die Mischung passt optimal, die Stimmung in der Kabine bis zu den Physios und der Wäschefrau ist riesig. Jeder hat Bock darauf, Erfolg zu haben. Das gibt’s so nicht in jeder Mannschaft.

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War Kruse ein Problem für Sie?


Wir sind zwar ähnliche Spielertypen, aber ich bin mit ihm richtig gut klargekommen. Wir haben nebeneinander ge­wohnt, er hat mich auf und neben dem Platz geschätzt. Ein cooler Typ, der alle Facetten im Fußball erlebt hat, mit dem man sehr gute Gespräche führen kann, aber auch viele lustige Momente erlebt. Ich habe mit ihm auch offen über die Situation gesprochen. Er hat mir zwar nicht gesagt, dass ich wechseln soll, aber wir haben schon offen darüber geredet, dass ich vielleicht nicht mehr so viele Einsatzchancen bei Union haben werde.

Sie haben bei Olympia in Tokio für die deutsche Mannschaft gespielt. Danach wurde es schwer?

Die erste Saison war für mich bei Union richtig gut. Durch Olympia habe ich dann die Vorbereitung verpasst. Das war sicher ein Faktor, dass ich nicht mehr so zum Zug kam.

Würden Sie wieder so entscheiden?

Natürlich würde ich mich immer wieder für Olympia entscheiden. Ich bin stolz, dabei gewesen zu sein. Es war eine Riesenerfahrung. Es waren zwar keine Zuschauer erlaubt, wir hatten auch Ordner vor der Zimmertür stehen, aber wir haben das Olympia-Gefühl aufgesaugt. Ich habe viele erfolgreiche Sportler getroffen und mich lange bei der Eröffnungszeremonie mit Alexander Zverev unterhalten. Der Kontakt zu ihm war über den Doppelspezialisten Kevin Krawietz zustande gekommen. Mit Kevin habe ich früher in Coburg zusammen Tennis gespielt.

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Saison 99/00 - Darlington Omodiagbe (LSK Lodz -> Hannover 96, Ablöse: 500.000 Euro) ©

Ihre Frau Lisa hat als Pflegerin auf einer Intensivstation gearbeitet. Wie hat sie die Corona-Pandemie erlebt?

Sie hat nicht mehr auf der Intensivstation gearbeitet. Als es richtig dramatisch wurde, wurde sie noch mal kontaktiert, ob sie aushelfen könne. Sie hat sich aber für unseren Kleinen, den jetzt 13 Monate alten Sohn Neo Levi, dagegen entschieden.

Haben Sie eine neue Bleibe?

Es wird die alte. Das Haus in Isernhagen, in dem wir da­mals gewohnt haben, steht wieder frei. Da gehen wir wieder rein.

Haben Sie denn mal 96-Spiele gesehen?

Nicht in voller Länge, aber ich hab’s verfolgt und hatte mit einigen Spielern wie Frankie (Marcel Franke, Anm. d. Red.) und Kerki (Sebastian Kerk, Anm. d. Red.) noch Kontakt. Es lief nicht so, wie sie es sich gedacht ha­ben. Wenn ich aber die Intensität in den beiden Einheiten nehme, die ich mitgemacht habe, dann wird das ein ganz anderes Auftreten als in der Hinserie. Das Wichtigste ist erst mal, gut zu starten und die nötigen Punkte zu holen, damit wir da unten rauskommen.

Haben die Kollegen erzählt, warum es nicht so lief?

Wenn man sich den Kader anschaut, was da für Erfahrung und Qualität drinstecken, dann ist das schwer zu erklären. Es gibt natürlich dafür Faktoren, die wir aber nicht öffentlich besprechen müssen. In der Kabine herrscht eine optimale Stimmung, jeder hat Bock, die Idee des Trainers ist super – ich bin echt beeindruckt. Ich mache mir keine Sorgen um 96. Ich glaube, dass wir schnellstmöglich woanders stehen werden, wenn wir so weiterarbeiten. Es wird alles in die richtige Richtung gehen. Ich bin optimistisch, dass wir am Freitag gegen Zwolle ein gutes Testspiel machen und dann in Rostock die ersten drei Punkte einfahren.

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