23. Oktober 2021 / 11:17 Uhr

Der 96-Nebel soll sich bei Jahn Regensburg lichten

Der 96-Nebel soll sich bei Jahn Regensburg lichten

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Beim letzten Auswärtsspiel von Hannover 96 bei Jahn Regensburg gab es nicht viel zu sehen, was zum einen am torlosen Remis aber vor allem am dichten Nebel lag.
Beim letzten Auswärtsspiel von Hannover 96 bei Jahn Regensburg gab es nicht viel zu sehen, was zum einen am torlosen Remis aber vor allem am dichten Nebel lag. © IMAGO/Zink
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Hannover 96 gastiert am Sonntag (13.30 Uhr) beim Zweitplatzierten SSV Jahn Regensburg. Sportdirektor Marcus Mann erwartet „ein schwieriges, vielleicht auch wildes Spiel“. Bei einer Niederlage dürfte es auch wilder und unruhiger werden vor dem Kellerduell kommende Woche gegen Aue.

Jan Zimmermann nimmt’s, „wie es kommt“, und das fängt in Regensburg schon mit dem Wetter an. Vor zwei Jahren begann es kurz vor dem Spiel im Jahnstadion heftig zu schneien, 96 ließ sich aufs Glatteis führen und verlor 0:1. Im vergangenen Jahr zog plötzlich Nebel auf. Vom 0:0 war nicht viel zu sehen, was aber gar nicht schlimm war. Beim dritten Anlauf in Regensburg soll am kommenden Sonntag die Sonne scheinen. Es fragt sich, ob sich auch der Schleier über den zuletzt enttäuschenden 96-Leistungen lichtet. Findet die Mannschaft eine klare Linie? Sehen die Fans statt trüber Offensivbemühungen mal wieder Torchancen? Und was kommt am Ende raus? Eine weitere Niederlage hätte böse Folgen für die Tabelle.

„Wir wollen was mitnehmen, das muss auch unser Anspruch sein“, sagt 96-Sportchef Marcus Mann. „Wir haben eine ordentliche Trainingswoche hinter uns. Ich bin guter Dinge, dass wir eine gute Leistung der Mannschaft sehen werden.“

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96 in Regensburg noch torlos

Das Kernproblem: „Wir müssen nach vorn besser, konzentrierter und zielstrebiger werden“, fordert Mann. Selbst in den Spielen, „in denen wir es gut gemacht haben, haben wir uns am Ende nicht dafür belohnt“, meint Zimmermann.

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In Regensburg hat 96 überhaupt noch kein Tor erzielt. Wenn es denn schon spielerisch nicht läuft, wären Ecken und Freistöße ein gutes Mittel, um zu Toren zu kommen. „Aus Standards ma­chen wir viel zu we­nig“, meint Julian Börner. Der Innenverteidiger ist dabei auch ge­nau­so gefragt wie sein Abwehrpartner und Kapitän Marcel Franke.

„Zusammen mit unseren Fans können wir richtig unangenehm sein“

Börner hat mit einem Interview auf dem SPORTBUZZER versucht, seine Mitspieler aufzurütteln. Zu viele seien nicht in Topform und brächten auch nicht immer die notwendige Einstellung auf den Platz. In Re­gens­burg wird so nachlässig jedenfalls nichts zu holen sein. „Das wird sehr eklig“, vermutet der 96-Trainer. Diese eigentlich nicht besonders freundliche Zuschreibung finden sie beim Jahn richtig gut. „Zusammen mit unseren Fans können wir richtig unangenehm sein“, freut sich Trainer Mersad Selimbegovic. „Es ist sehr schwer, gegen uns zu gewinnen. Das ist die Basis für uns, dass wir es dem Gegner schwer machen, gegen uns zu spielen.“ So geht 2. Liga, und weil sie das im kleinen Regensburg verstanden haben, stehen sie vor vermeintlichen Größen wie dem HSV, Werder und 96 weit oben in der Tabelle.

Mann erwartet denn auch „ein schwieriges, vielleicht auch wildes Spiel“ beim Jahn. Bei einer Niederlage dürfte es auch wilder und unruhiger werden. Börner hofft allerdings, dass alle Kollegen verstanden haben, worum es geht. „Entweder es ha­ben alle kapiert – oder es muss noch rauer werden“, meint der 30-Jährige.


Der Spielplan von Hannover 96 in der Saison 2021/22 in der 2. Bundesliga

Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. Zur Galerie
Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. ©

96 vor englischer Woche

Die Sonntagspartie ist der Auftakt zu einer englischen Woche. Um dafür beste Voraussetzungen zu schaffen, fliegt das Team per Charter nach Ingolstadt und fährt dann im Bus nach Regensburg. „Die Mannschaft beteiligt sich an den Kosten“, bestätigt der Sportchef. Am Mittwoch kommt Düsseldorf im DFB-Pokal – ein Weiterkommen wäre auch finanziell attraktiv. Nur drei Tage danach geht’s gegen Aue. Damit das Spiel nicht zum Einstieg in den Abstiegskampf wird, sollte 96 in Regensburg besser punkten.

Im Tor ersetzt Martin Hansen den verletzten Ron-Robert Zieler, Linksverteidiger Niklas Hult kehrt zurück. Taktische Änderungen sind wahrscheinlich. „Wir haben da in alle Richtungen gedacht“, erklärt Mann. Eine zweite Spitze wäre die mutige Antwort auf die Harmlosigkeit. Fürs 96-Klima wäre es jedenfalls wichtig, dass die Mannschaft offensiv mal richtig Dampf macht.