18. Januar 2022 / 08:01 Uhr

Nach Muroya-Aus: Kann Jannik Dehm jetzt dem 96-Spiel nach vorn helfen?

Nach Muroya-Aus: Kann Jannik Dehm jetzt dem 96-Spiel nach vorn helfen?

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
 96 erhofft sich von Jannik Dehm (links) nicht nur Stabilität in der Defensive, sondern auch Akzente in der Offensive.
96 erhofft sich von Jannik Dehm (links) nicht nur Stabilität in der Defensive, sondern auch Akzente in der Offensive. © IMAGO/Eibner
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Sei Muroya wird 96 Wochen, womöglich sogar Monate fehlen. Es kommt nun auf Jannik Dehm an. Der 25-Jährige hatte in der Hinrunde seinen Platz in der Startelf verloren, weil er im Spiel nach vorn zu wenig Akzente setzen konnte. Klappt das jetzt besser?

Es war zu befürchten gewesen. Mannschaftsarzt Hauke Mommsen musste viel Kraft aufwenden, um Sei Muroya in Rostock vom Platz zu helfen. Der Japaner probierte es, seinen linken Fuß zum Auftreten zu bewegen. Er war bei der Landung nach einem Zweikampf umgeknickt. Nun schien Muroya sein Gelenk nicht einmal ansteuern zu können. Der Fuß hing unkontrolliert herunter. Das war Freitagabend in der dritten Spielminute gewesen. Übers Wochenende gewann der Knöchel an Farbe und Volumen. Das dicke Ende ergab sich am Montag nach der MRT-Untersuchung.

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Muroya erlitt einen Außenbandriss, 96 meldete den Ausfall von „einigen Wochen“. Es könnten Monate daraus werden, sogar das Saison-Aus droht. „Der Ausfall von Sei ist sehr bitter“, weiß 96-Trainer Christoph Dabrowski. Generell rechnen Mediziner mit einer Pause von zwei Monaten. Wenn die Faustregel zutrifft, bräuchte der Spieler noch einmal so lange, um nach der Reha spielen zu können. Muroya befände sich dann schon im Mai.

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Aber es gibt Beispiele, die Hoffnung machen. Bayerns Superstar Alphonso Davies kam zweimal schneller von Außenbandrissen zurück. Davies benötigte einmal acht Wochen und ein weiteres Mal nur vier, bis er wieder für die Bayern auflief. Was 96 angeht, bekommt der Plan, mit Tempo aus der Abstiegszone zu fliehen, einen tiefen Riss.

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Muroya wurde nach moderner Datenerhebung als drittschnellster Spieler der Liga geblitzt und als der schnellste bei 96. Beim 2:1 in Ingolstadt war der Japaner der entscheidende taktische Faktor für den Sieg gewesen. In Rostock hatte 96 mit einem ähnlichen Plan begonnen: Die dynamischen Dreierkette sollte die Rostocker vom Flügel weglocken und dann den Muroya-Turbo über die rechte Seite zünden.

Dehm soll "auf dem Gaspedal bleiben"

Aber die Idee verpuffte nach dem Muroya-Aus, auch weil Jannik Dehm nicht das Tempo hat – und erst recht keine Spielpraxis. Das wird sich ändern müssen. Dehm solle jetzt „auf dem Gaspedal bleiben“, sagte Dabrowski und sagte überzeugt: „Jannik wird der Mannschaft mit Stabilität eine Hilfe sein.“ Dehm durfte seit Oktober keine Minute mehr helfen. Warum flog er aus der Startelf?

Als er aus Kiel kam, lobte Manager Marcus ihn als „einen der besten Außenverteidiger der Liga“. Trainer Jan Zimmermann nahm Dehm nach neun Spielen raus, weil er Defizite zeigte, Flanken präzise in den Strafraum zu schlagen. Dehm beteiligte sich mit keiner Vorlage an einem Treffer. Nun hat er die Chance, aufzuholen und im zweiten Anlauf zu zeigen, warum 96 auf die Idee kam, ihn zu holen.