11. April 2022 / 10:37 Uhr

Coach Dabrowski hofft’s: Gibt der Treffer in Aue 96-Stürmer Weydandt Auftrieb?

Coach Dabrowski hofft’s: Gibt der Treffer in Aue 96-Stürmer Weydandt Auftrieb?

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Es muss raus: Hendrik Weydandt feiert mit Sebastian Stolze auf dem Rücken sein Tor zum 2:0 in Aue.
Es muss raus: Hendrik Weydandt feiert mit Sebastian Stolze auf dem Rücken sein Tor zum 2:0 in Aue. © IMAGO/Jan Huebner
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In Aue hat Hendrik Weydandt endlich mal wieder getroffen. Gibt ihm dieses Tor Auftrieb? Christoph Dabrowski hofft es: „Henne ist eine Last von den Schultern gefallen, das hat man gesehen“, sagte der 96-Trainer. Bei Lukas Hinterseer stehen die Zeichen derweil auf Trennung im Sommer.

96 ist nicht mehr die Mannschaft, die beim Toreschießen auf einem Abstiegsplatz steht in der 2. Liga – die drei Tabellenletzten haben nun noch weniger getroffen. „Es hat mich gefreut, dass wir drei Tore geschossen haben und dass ein Stürmertor dabei war“, lobte Christoph Dabrowski. Der Trainer hatte in der Sturmspitze unentwegt auf Hendrik Weydandt gesetzt, obwohl der zuvor nur ein Törchen zustande gebracht hatte. Und Dabrowski wurde in diesem Schicksalsspiel dafür belohnt.

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Das Spiel begann allerdings wie gehabt. Weydandt kam mittig frei zum Schuss, doch Torwart Martin Männel hatte kein Pro­blem, den Ball abzuwehren (22.). Nur eine Minute später lupfte ihm dann Sebastian Stolze die Kugel in den Lauf, Weydandt kam erst wieder nicht an Männel vorbei. Der Abpraller fiel ihm vor die Füße, den brachte der 26-Jährige dann aber ins Tor. Der Blick zum Assistenten signalisierte die nächste Enttäuschung – der Mann mit Fahne zeigte Abseits an.

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Als der Treffer nach Videobeweis doch zählte, brach der Weydandt-Vulkan aus. „Natürlich freue ich mich riesig, dass ich getroffen habe, das ist natürlich enorm wichtig für mich“, sagte der Stürmer später. „Es ist jetzt eine lange Zeit gewesen, in der ich nicht getroffen hatte.“ Der Mannschaftsspieler Weydandt vergisst nicht zu sagen, was ein Torschütze anfügen muss, um nicht als Egoist zu gelten. „Ich freue mich aber viel mehr als für mich für die Mannschaft, dass wir über das Tor auf die Siegerstraße gekommen sind.“

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Auf welchem Weg Weydandt ist, lässt sich schwer vorhersagen. Eher schon, wie es mit Lukas Hinterseer weitergeht. Der Österreicher, als Ersatz für Marvin Ducksch verpflichtet, stand zum zweiten Mal in Folge nicht im Kader. Den Platz als Option in der Sturmspitze besetzte wie schon gegen Regensburg Moussa Doumbouya, der auch erneut eingewechselt wurde.

Zeichen bei Hinterseer stehen eindeutig auf Trennung

Als es wichtig ist für 96, als Punkte unbedingt gebraucht werden, wird Hinterseer nicht benötigt. Das Zeichen ist eindeutig – der Null-Tore-Stürmer wird auch zur nächsten Saison eher eine Randnotiz bleiben. Sein Vertrag läuft allerdings noch bis 2023. Die Gespräche, wie eine Trennung funktionieren kann, werden wohl geführt werden. Die Abfindung für Hinterseer könnte 96 ja von den 3,5 Millionen Euro abziehen, die Werder für Ducksch überwiesen hat.

Auch Weydandts zwei Saisontore sind noch viel zu wenig für einen Angreifer, der für seine Treffer hoch bezahlt wird. Vermutlich leidet Weydandt selbst am meisten darunter. Jetzt hofft Dabrowski zumindest, dass in den restlichen fünf Spielen noch einige Tore dazukommen. „Henne ist eine Last von den Schultern gefallen, das hat man gesehen“, sagte der Trainer. „Ich hoffe, dass es ihm – genauso wie der Mannschaft – Auftrieb geben wird, noch einige Tore zu schießen.“ Und wenn dann am Saisonende Bilanz gezogen wird, müssen Verein und Weydandt überlegen, ob es sinnvoll ist, gemeinsam weiterzumachen.