11. April 2022 / 07:37 Uhr

Wieder in Form: 96-Verteidiger Börner sorgt hinten für Stabilität – und vorne für Gefahr

Wieder in Form: 96-Verteidiger Börner sorgt hinten für Stabilität – und vorne für Gefahr

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Geht dahin, wo es wehtut: 96-Abwehrmann Julian Börner.
Geht dahin, wo es wehtut: 96-Abwehrmann Julian Börner. © IMAGO/Eibner
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Hinten sorgte Julian Börner für Stabilität und vorne immer wieder für Gefahr – und den frühen Führungstreffer. Der Verteidiger präsentierte sich beim 3:1 in Aue wieder in Form. Wichtig für 96. „Es fällt viel Last ab“, sagte der 31-Jährige hinterher.

Eine Torprämie hat Julian Börner zwar nicht im Vertrag stehen, aber er bestand auf seine Torbeteiligung. „Ich war mit dem Kopf dran“, bestätigte der 31-Jährige. Es kommt ja selten genug vor, dass Verteidiger mal Tore erzielen. „Aber mein Gegenspieler meinte auch, er war mit dem Oberschenkel dran.“ Nach einer ­96-Ecke war Börner in Aue am zweiten Pfosten mit Malcolm Cacutalua in den Zweikampf gegangen – ob Kopfball- oder Eigentor, war selbst mit TV-Bildern nicht abschließend zu klären. Im Spielbericht steht Börner als Schütze, aber letztlich war es ihm „auch egal“ beim wichtigen Sieg. „Es ist Erleichterung pur, die drei Punkte tun so was von gut für die Seele“. Was 96 ebenfalls gut tut: Börner ist wieder in Form.

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Nach der Corona-Erkrankung Anfang März spielte der Abwehrroutinier zuletzt eher etwas schlapp und unter seinen Möglichkeiten. Beim 0:3 gegen Nürnberg hing er bei allen Gegentoren mit drin, gegen Schalke (1:2) hatte er Probleme im Aufbauspiel, gegen Regensburg (1:1) auch mal eine zu kurze Kopfballrückgabe im Repertoire. Schwacher Börner, schlechte 96-Leistung – kein Zufall.

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In Aue lief es mit Ausnahme eines folgenlosen Stellungsfehlers, den Abwehrkollege Marcel Franke weit genug vorm 96-Tor ausbügelte, wieder stabil. Börner ging voran, wie gewohnt. „Das war eine gute Leistung“, lobte auch Marcus Mann, „es sah so aus, dass er wieder im Vollbesitz seiner Kräfte ist.“

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Der 96-Manager weiß um Börners Einfluss: „Er hat eine bedeutende Rolle in der Mannschaft, haut sich immer voll rein.“ So wie beim zweitem Saisontor, die Szene konnte allerdings auch Hannovers Sportchef nicht aufklären: „Ich habe es mir noch zweimal im TV angeschaut. Wirklich schwer, keine Ahnung“, witzelte Mann. Was aber klar sei: „Er ist ein Vorbild an Einsatz.“

96 auch mit dem "Quäntchen Glück" unterwegs

Das konnte 96 in der Drucksituation beim Abstiegskandidaten gut gebrauchen. Auch Börner hatte geahnt, „dass es ein ekliges Spiel wird. Sicherlich war es nicht das Gelbe vom Ei, sehr kampfbetont.“ 96 habe zwar in der schwachen Phase nach der Pause sicherlich „auch das Quäntchen Glück“ gehabt, bestätigte Börner. „Aber um ehrlich zu sein, das ist mir total egal. Schlussendlich freue ich mich einfach über die drei Punkte. Die haben wir uns erkämpft.“

Glück wird 96 ohnehin nicht immer haben, aber einen stabilen Börner brauchen. Der Verteidiger bleibt optimistisch: „Es fällt viel Last ab, hoffentlich können wir den Erfolg mit in die letzten fünf Spiele nehmen.“ Nächste Aufgabe: Am Samstag gegen Tabellennachbar Düsseldorf.