22. Oktober 2021 / 17:41 Uhr

Hansa fährt „ohne Angst, aber mit Respekt“ nach St. Pauli

Hansa fährt „ohne Angst, aber mit Respekt“ nach St. Pauli

Sebastian Lindner
Ostsee-Zeitung
Während Hansa-Coach Jens Härtel (r.) möglicherweise auf Bentley Baxter Bahn (l.) verzichten muss, könnte Streli Mamba in die Startelf zurückkehren.
Während Hansa-Coach Jens Härtel (r.) möglicherweise auf Bentley Baxter Bahn (l.) verzichten muss, könnte Streli Mamba in die Startelf zurückkehren. © Lutz Bongarts
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Tabellenführer St. Pauli stellt sowohl die zweitbeste Offensive und Defensive der Liga, haben zu Hause noch keinen Punkt abgegeben, kein Gegentor nach Standards kassiert. Trotzdem fährt Hansa Rostock nicht als Kanonenfutter nach Hamburg. 

Fünf Spiele, fünf Siege – das ist die Bilanz von Hansa Rostocks kommendem Auswärtsgegner St. Pauli am Millerntor in dieser Saison. Als einziges Team der 2. Bundesliga haben die Hamburger zu Hause noch keinen Punkt abgegeben. Auch aufgrund dieser Bilanz bekommt es die Kogge am Sonntag (Anpfiff: 13.30 Uhr) zum 11. Spieltag mit dem Tabellenführer zu tun.

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Überrascht ist Hansa-Trainer Jens Härtel davon überhaupt nicht, wie er auf der Pressekonferenz am Freitag vor der Partie sagte. „Die haben schon in der Rückrunde der vergangenen Saison den Turbo eingelegt.“ Egal, wen Pauli-Coach Timo Schultz derzeit in die Mannschaft werfe: „Die treffen alle und rufen ihre Leistung ab.“

Das sind die Marktwerte der Hansa-Profis laut dem Internetportal transfermarkt.de (Stand: 13. Oktober 2021):

Streli Mamba: 800.000 Euro (unverändert) Zur Galerie
Streli Mamba: 800.000 Euro (unverändert) ©

Volle Offensiv-Power bei St. Pauli

Vor allem auf die Offensive der St. Paulianer, mit 23 Toren die zweitbeste der Liga, müsse sich sein Team einstellen, so Härtel. Zuletzt gegen Heidenheim hat die dem Gegner vier Tore eingeschenkt. Zwei Mal Guido Burgstaller (Härtel: „Der haut mal dran und dann gehen die Bälle rein“), mit neun Treffern zweitbester Schütze der Liga, zwei Mal Joker Maximilian Dittgen. Als Vorbereiter unterwegs: Daniel-Kofi Kyereh, seine insgesamt sieben Vorlagen sind Liga-Bestwert.

„Gäbe es nur einen absoluten Schlüsselspieler, könnte man darüber nachdenken, mannorientiert zu agieren“, gab Härtel Einblicke in seine Überlegungen, die Wege der Hamburger Angreifer einzuschränken. „Bei Dreien, die sich alle gut bewegen, ist das schwierig. Wir werden das im Verbund auffangen müssen.“

Ohne Rizzuto und Ingelsson, Bahn fraglich

Definitiv nicht dabei helfen können Calogero Rizzuto und Svante Ingelsson. Während der Schwede immer noch an Knieproblemen laboriert, die schon seinen Einsatz gegen Sandhausen verhinderten, fehlt Rizzuto aufgrund einer Sperre für die fünfte Gelbe Karte, die er sich zuletzt abgeholt hatte. „Erste Option für ihn ist Jonathan Meier, er hat zuletzt ordentliche Leistungen gebracht“, so Härtel. Theoretisch sei auch Tobias Schwede wieder fit. Doch ihm fehle die Spielpraxis. Eine Option für den Kader könnte er laut Härtel aber sein. Gleiches trifft auch auf Pascal Breier zu. Fraglich hingegen ist ein Einsatz von Bentley Baxter Bahn, der nach einem Schlag aufs Knie im Training zuletzt nicht bei der Mannschaft war und am Sonnabend vor der Abreise nach Hamburg noch einen Belastungstest absolvieren wird.

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Gegen die seit vier Spielen ungeschlagenen St. Paulianer „spricht von den Fakten her nicht viel für uns“, musste Härtel feststellen, zumal die Gastgeber als einziges Team der Liga noch keinen Gegentor nach Standards bekam und damit gut gerüstet sein dürfte, um einer der Stärken Hansas zu neutralisieren. „Aber auch nach Hannover und Kiel sind wir gefahren, ohne das groß jemand damit gerechnet hätte, dass wir da gewinnen können.“ Sein Team werde wieder mit den Grundtugenden des Fußballs glänzen müssen, aber „alles reinzuhauen ist eine Stärke von uns.“ Deswegen war der Coach weit davon entfernt, sich schon vor Anpfiff als Kanonenfutter abstempeln zu lassen: „Angst haben wir nicht, Respekt aber schon. Denn was sie auf den Platz bringen, ist gut.“


Gegner-Trainer Timo Schultz warnt vor Verhoek

Das sagte aber auch St. Paulis Trainer Schultz über Hansa. „Rostock ist mit der Punktzahl gut in die Saison gestartet.“ Die auch von seinem Gegenüber angesprochenen Auswärtssiege bei 96 und Holstein seien „dicke Ausrufezeichen“ gewesen.

Schultz warnte vor allem vor John Verhoek, der zwischen 2013 und 2016 für St. Pauli stürmte und mit sechs Toren Hansas einziger Spieler ist, der mehrfach getroffen hat. „John ist ein sehr wuchtiger Stürmer, der seine Stärken im Strafraum und einen guten Abschluss hat“, betonte er.

So könnte Hansa spielen: Kolke – Neidhart, Meißner, Roßbach, Meier – Rhein, Fröde, Behrens – Omladic, Verhoek, Mamba