25. März 2021 / 19:45 Uhr

HC Rödertal holt Egle Kalinauskaite zurück

HC Rödertal holt Egle Kalinauskaite zurück

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
Egle Kalinauskaite
Egle Kalinauskaite gilt bei den Rödertalbienen als Ikone. Die frühere Spielerin und Trainerin springt jetzt bis zum Saisonende wieder als Interimstrainerin in Großröhrsdorf ein. © Lutz Hentschel
Anzeige

Der akut vom Abstieg bedrohte Handball-Zweitligist HC Rödertal beurlaubt Trainer Karsten Schneider. Die Nachfolge tritt Vereins-Ikone Egle Kalinauskaite an und soll den Abstieg der Bienen noch verhindern.

Anzeige

Großröhrsdorf. Lange haben die Verantwortlichen des HC Rödertal an Cheftrainer Karsten Schneider festgehalten, doch jetzt reichte es wohl doch. Nach der Heimspielniederlage gegen den unmittelbaren Konkurrenten TV Beyeröhde-Wuppertal hat das Präsidium die Reißleine gezogen und den 46-Jährigen beurlaubt. Zuvor hatte der Tabellenvorletzte auch schon das Kellerduell gegen Freiburg verloren und zuletzt fünf Niederlagen in folge kassiert. Der Rückstand zu einem Nichtabstiegsplatz beträgt sechs Punkte.

Anzeige

HCR-Präsident Andreas Zschiedrich erklärt: „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber letztendlich war sie alternativlos. Der Trainer hat die Mannschaft nicht mehr erreicht und hatte keinerlei Rückhalt bei den Spielerinnen. Und wenn das Vertrauen weg ist, geht gar nichts mehr. Deshalb war er nicht mehr haltbar.“

Der HCR-Chef gibt auch zu, dass es schon vor einiger Zeit Miss-Stimmungen zwischen Schneider und dem Team gegeben habe. Erinnert sei in diesem Zusammenhang an die deutliche Klatsche im Oktober gegen Freiburg, als Zschiedrich schon einmal anmerkte, dass die Vorstellung keinesfalls zweitligatauglich gewesen sei. „Das knappe Ergebnis bei den Füchsen in Berlin hat uns aber zuletzt positiv gestimmt“, räumt er ein, worum der Verein nicht schon früher die Notbremse zog.



"Angerufen und um Hilfe gebeten“

Und der Präsident zauberte jetzt die Retterin aus dem Ärmel. Vereins-Ikone Egle Kalinauskaite soll den Abstieg der Bienen in den verbleibenden sieben Spielen verhindern. „Wenn es jemand kann, dann sie“, ist Zschiedrich überzeugt. Die gebürtige Litauerin hatte einst die erste Damenmannschaft von der Gründung des Vereins 2009 an von der Oberliga bis in die zweite Bundesliga geführt. Nach dem ersten Jahr im deutschen Handball-Unterhaus, das der Aufsteiger mit einem guten elften Platz abschloss, zog sich Kalinauskaite 2014 vom Job zurück, weil ihr die Doppelbelastung – sie arbeitet als Sportlehrerin in Dresden an einer Schule – zu groß wurde. Bis vergangene Saison aber spielte sie in der dritten Mannschaft noch selbst aus Spaß an der Freude Handball und war in der Verbandsliga mit 135 Toren in 14 Spielen die erfolgreichste Werferin.

„Sie hat natürlich unseren Weg weiter hautnah verfolgt, war vor der Pandemie als Zuschauerin oft auf der Tribüne dabei. Und ich habe sie jetzt einfach angerufen und um Hilfe gebeten“, berichtet Andreas Zschiedrich. Er weiß aber: „Sie kehrt nicht dauerhaft in den Trainerjob zurück, sondern wird das nur interimsmäßig bis zum Saisonende machen. Es gibt uns aber die Zeit, in Ruhe nach einem neuen Trainer oder einer Trainerin zu suchen.“ Bereits am Donnerstag leitete die 46-Jährige erstmals das Training der Rödertalbienen und wird ihr Comeback an der Seitenlinie am Sonnabend beim Tabellenneunten in Bremen geben.

Karsten Schneider, der erst vor der Saison aus Österreich ins Rödertal wechselte, hat allerdings noch für zwei weitere Jahre einen Vertrag für die zweite Bundesliga. Unabhängig davon, ob der HCR den Abstieg verhindern kann oder nicht, strebt der Zweitligist, wie Zschiedrich betont, eine einvernehmliche Lösung mit dem bisherigen Coach an.

Tipp: Die komplette SPORTBUZZER-Berichterstattung zur EM 2021 findest Du auch in der superschnellen EM-App von Toralarm. Und folge gerne @sportbuzzer auf Instagram!