21. Dezember 2018 / 09:42 Uhr

Heiko Hansen sieht Fortschritte: Landesligist Wankendorf droht dennoch der direkte Abstiegsdurchmarsch

Heiko Hansen sieht Fortschritte: Landesligist Wankendorf droht dennoch der direkte Abstiegsdurchmarsch

Jan-Phillip Wottge
Kieler Nachrichten
So präsent waren die Wankendorfer in vielen Landesliga-Partien nicht. Alexander Usbek und Tom Harley Steinmetz beobachten den Zweikampf zwischen ihrem Teamkollegen Dominik Schiffer (links) und Jiyan Capli (Dornbreite/Mitte).
So präsent waren die Wankendorfer in vielen Landesliga-Partien nicht. Alexander Usbek und Tom Harley Steinmetz beobachten den Zweikampf zwischen ihrem Teamkollegen Dominik Schiffer (links) und Jiyan Capli (Dornbreite/Mitte). © Sönke Ehlers
Anzeige

Wo soll das noch hinführen? Der TSV Wankendorf befindet sich nach dem Horror-Abstecher in die Fußball-Oberliga mit nur einem Saisonsieg und dem sofortigen Wiederabstieg auch in der Landesliga Holstein im freien Fall. Nur zwei Siege, Tabellenschlusslicht – die Verbandsliga ist nicht mehr weit entfernt!

„Einige haben die Landesliga wohl unterschätzt, weil sie dachten, es sei die Spielklasse, aus der wir ursprünglich kommen und in der wir erfolgreich waren. Das ist falsch. Die Verbandsliga vor der Reform hatte längst nicht die Qualität einer Landesliga“, konstatierte Wankendorfs Coach Heiko Hansen nach einem Halbjahr voller Rückschläge. Vor der Saison wollte er bei seiner Elf das ramponierte Selbstbewusstsein wiederaufbauen, sorgte in Testspielen für Erfolgserlebnisse.

Anzeige

Doch im Wettkampfmodus der Punktspielrunde konnte der Schalter nicht umgelegt werden – die Reset-Taste klemmte gewaltig. Nach 19 Spielen stehen mickrige acht Punkte auf der Habenseite. Es fehlte nahezu an allem: Trainingsfleiß, Kondition und defensiver Stabilität. Erst am 6. Oktober 2018 – fast ein Jahr nach dem letzten Punktspielsieg (31. Oktober 2017) – durften die Wankendorfer den ersten Dreier bejubeln. Sebastian Worbs und Tom Steinmetz trafen zum überraschenden 2:1-Auswärtssieg bei der SpVg Eidertal Molfsee.

Ein kleines Fünkchen Hoffnung auf den Klassenerhalt flammte auf, doch die Ernüchterung folgte auf dem Fuß. Das Kellerduell gegen den TuS Hartenholm ging mit 0:2 verloren. „Es ist uns nicht gelungen, die kurzfristige Euphorie zu konservieren“, bemängelte Hansen. Ständiger Begleiter der selbsternannten „Bauern“ war zudem das Verletzungspech. Besonders bitter: Marcel Schiffer zog sich kurz nach seinem Comeback den zweiten Kreuzbandriss zu. Daraufhin beendete der 27-Jährige seine Karriere.

Anzeige

Doch auch andere Leistungsträger wie Kapitän Bastian Heinrich, Arne Duggen und Dominik Schiffer fielen mit langfristigen Blessuren aus. „Ein Konkurrenzkampf fand aufgrund der dünnen Personaldecke nicht statt. Wer laufen konnte, hat gespielt“, sagte Hansen mit einer Portion Galgenhumor in der Stimme. Der Wankendorfer Coach ist Realist: „Wir werden hier keine Wunder vollbringen. Wir ziehen bis zum Juni durch, denn wir sind jetzt deutlich weiter als zu Saisonbeginn.“

Mehr Fußball aus der Region

Die Fotos des Jahres 2018 aus Deutschlands Amateurfußball:

Autsch! Keeper Maurice Benk vom Lindower SV (Landesklasse Brandenburg West) stößt bei seiner Parade auf Widerstand. Zur Galerie
Autsch! Keeper Maurice Benk vom Lindower SV (Landesklasse Brandenburg West) stößt bei seiner Parade auf Widerstand. ©

Als Beispiel führte er die Spiele gegen den Oberliga-Mitabsteiger Dornbreite Lübeck an. Im Hinspiel war seine Elf bei der 1:8-Klatsche chancenlos. Im Rückspiel schnupperten die Wankendorfer bei der unnötigen 1:2-Niederlage bis zum Schlusspfiff am Remis. Ein Lob hatte Hansen indes für seinen Keeper Matthias Balzer (58 Gegentore) parat: „Er hat uns den einen oder anderen Punkt gerettet. Er war trotz vereinzelter Patzer der einzige Spieler, der konstant Landesliga-Niveau abgerufen hat.“ Große personelle Veränderungen wird es in der Winterpause nicht geben. Nicolas Ückert kehrt zur SpVg Pönitz zurück, dafür wurde Kevin Kolepp (Union Oldesloe) verpflichtet.