18. März 2019 / 10:56 Uhr

Holstein Kiel II mit Last-Minute-K.O. im Landesderby (mit Video)

Holstein Kiel II mit Last-Minute-K.O. im Landesderby (mit Video)

Jan-Phillip Wottge
Kieler Nachrichten
Engagiert am Ball und Torschütze zum 1:0: Hier spitzelt Bayern-Leihgabe Franck Evina (re.) den Ball an seinem Flensburger Gegenspieler Ilidio vorbei.
Engagiert am Ball und Torschütze zum 1:0: Hier spitzelt Bayern-Leihgabe Franck Evina (re.) den Ball an seinem Flensburger Gegenspieler Ilidio vorbei. © jpw
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Regionalliga Nord: Kiel unterliegt Flensburg 1:2 - Franck Evina netzte mit Wucht

Am Ende jubelte der Meister. Holstein Kiel II kassierte im Landesderby der Regionalliga Nord beim SC Weiche Flensburg 08 den späten Knock out. Der Ex-Kieler Kevin Schulz traf für die Gastgeber vor 868 Zuschauern im Dauerregen in der Schlussminute zum knappen 2:1-Sieg. Während der SC Weiche auf Platz drei kletterte, bleiben die Jungstörche Sechster. „Wir waren sicher nicht das schlechtere Team“, stellte KSV-Coach Ole Werner nach einem umkämpften Landesderby im Flensburger Dauerregen fest.

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Torbuzzer: SC Weiche Flensburg - Holstein Kiel II

Noah Awuku und Franck Evina als Flügelzange

Beide Teams drückten im Wissen, dass der Platz womöglich im Spielverlauf immer tiefer werden würde, sofort aufs Tempo. Die Jungstörche, bei denen Tobias Fleckstein erstmalig die Sechserposition bekleidete und Noah Awuku sowie Franck Evina die Flügelzange bildeten, kamen bereits nach drei Minuten gefährlich in die Flensburger Box, doch der Schuss von Tjorve Mohr wurde geblockt. Auch der Meister sparte nicht mit vielversprechenden Anläufen. Der Ex-Holsteiner Tim Wulff (5.) und Nico Empen (6.) verfehlten nur knapp das KSV-Tor.

Als der Flensburger Torge Paetow im Fallen aus knapp 20 Metern abzog, musste sich Holsteins Torwart Timon Weiner strecken (13.). Dann drehten die Jungstörche auf: 15 Minuten rollte die KSV-Angriffslawine auf das Weiche-Tor zu. Franck Evina knallte einen Freistoß frech auf das kurze Eck (16.). Ein Mohr-Kopfball strich nur knapp am Pfosten vorbei (20.). Zwei Minuten später spielte Mohr den Ball in die Schnittstelle der SC-Dreierkette, Julius Alt bediente Laurynas Kulikas, doch dessen Geschoss wurde kurz vor der Torlinie geblockt (22.).

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Evina mit Spielfreude

Die Jungstörche arbeiteten am Führungstor und wären beinahe eiskalt ausgekontert worden, doch Weiner verkürzte geschickt den Winkel gegen den heranstürmenden Dominic Hartmann. Und Weiner legte noch einen drauf, befeuerte mit schnellem Abschlag auf Kulikas den nächsten Kieler Angriff. Von Kulikas’ Kopf landete der Ball beim geliehenen Bayern-Talent Franck Evina. Der zündete den Turbo, vernaschte den Flensburger Leon Kroiß und netzte zum 1:0 (25.) ein. Nur eine Minute später hätte Alt auf 2:0 erhöhen müssen, scheiterte jedoch aus der Nahdistanz an SC-Keeper Raphael Straub.

Die Schlussminuten der ersten Halbzeit gehörten wieder den Nordlichtern. Erst wehrte Weiner einen Kracher von Jannick Ostermann per Superreflex (39.), dann musste der KSV-Keeper doch noch geschlagen geben, als Hartmann einen Empen-Querpass zum 1:1 (43.) versenkte. „Die erste Halbzeit waren wir besser. Wir haben die Chance das 2:0 zu machen und kassieren stattdessen das 1:1“, konstatierte KSV-Coach Werner. In der zweiten Halbzeit waren wir zu passiv.“

"Das war ein eindeutiges Handspiel"

Denn fast erwartungsgemäß verflachte das Niveau auf dem aufgeweichten Geläuf im Manfred-Werner-Stadion nach der Pause. Chancen blieben Mangelware. Gefährlich wurde es zunächst nur, wenn Flensburgs Nico Empen (56./82.) an den Ball kam. Doch bei Weiner war stets Endstation.Für Aufregung sorgte ein vermeintliches Handspiel des Flensburgers Ostermann beim Schussversuch von Julius Alt. „Das war ein eindeutiges Handspiel“, sagte Werner. SC-Coach Daniel Jurgeleit pflichtete bei: „Hand ist Hand.“ Die Pfeife von Schiedsrichter Daniel Fleddermann blieb indes stumm.


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Turbulent wurde es in der Schlussminute, als Timo Barendt Holsteins Siegtreffer auf dem Fuß hatte, jedoch an Straub scheiterte und im Gegenzug Kevin Schulz für Weiche zum 2:1 (90.) traf. „Wir haben ein richtig gutes Regionalligaspiel gesehen“, sagte Weiche-Coach Jurgeleit und ergänzte: „Wir haben bis zum Schluss an den Sieg geglaubt.“Bei Holstein überwog die Enttäuschung: „Der Unterschied zweier guter Teams war, dass Weiche die letzte Chance nutzt und wir nicht. Das ist eine bittere Pille“, gestand Werner nach der Last-Minute-Niederlage.