17. Oktober 2021 / 20:03 Uhr

Holstein Kiel II schließt zu Regionalliga-Spitzenreiter Teutonia 05 auf

Holstein Kiel II schließt zu Regionalliga-Spitzenreiter Teutonia 05 auf

Jan-Phillip Wottge
Kieler Nachrichten
Kampf ist Trumpf: Holsteins Eric Gueye und Altonas Dominik Akyol behaken sich.
Kampf ist Trumpf: Holsteins Eric Gueye und Altonas Dominik Akyol behaken sich. © Jan-Phillip Wottge
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In der Fußball-Regionalliga Nord gewinnt Holstein Kiel II beim FC Altona 93 vor 489 Zuschauern auf der Adolf-Jäger-Kampfbahn mit 3:0. Mit nunmehr 23 Punkten zieht die Elf von Coach Sebastian Gunkel mit Spitzenreiter Teutonia 05 Ottensen, der 1:1 beim Heider SV spielte, gleich.

Sie kamen, sie kämpften und sie siegten: Die Jungstörche haben ihren Erfolgsweg durch die Regionalliga Nord auch beim Schlusslicht FC Altona 93 fortgesetzt. Vor 489 Zuschauern an der Adolf-Jäger-Kampfbahn gewann Holstein Kiel II im Hamburger Nieselregen nach anfänglich zähem Kampf letztlich souverän mit 3:0 und zog mit Spitzenreiter Teutonia 05 Ottensen nach Punkten gleich.

„Aufgabe erledigt“, atmete KSV-Kapitän Tim Siedschlag nach dem 3:0-Arbeitssieg durch. Wohlwissend, dass dieser Sieg auch einer der Mentalität und der Einstellung war. Der Herbst hatte die Hansestadt an diesem tristen Sonntag bereits im Griff: Nieselregen, neun Grad – britisches Fußballwetter. Nichts für Feingeister, eher für Kämpfer. Der Rasen an der Griegstraße tief und rutschig. „Wir haben die Bedingungen sofort angenommen. Wussten, was uns gefragt sein wird“, erläuterte KSV-Coach Sebastian Gunkel.

Bilder von der Regionalliga-Partie zwischen Altona 93 und Holstein Kiel II

Tumulte in der Box: Holsteins Dominique Ndure (Mitte) stemmen sich die Altonaer Eudel Monteiro (verdeckt), Hendrik Bombek (hinten) und Torwart Frederick Tobias Lorenzen (re.) entgegen. Zur Galerie
Tumulte in der Box: Holsteins Dominique Ndure (Mitte) stemmen sich die Altonaer Eudel Monteiro (verdeckt), Hendrik Bombek (hinten) und Torwart Frederick Tobias Lorenzen (re.) entgegen. ©

Zweikämpfe prägten die ersten Minuten. Die Kieler Defensive griff beherzt zu. Bereits nach 20 Minuten waren die KSV-Abwehrstrategen Niko Koulis und Michel Stöcker mit Gelb vorbelastet. Entlastung durch mehr Geschwindigkeit war von Nöten: Der linke Kieler Angriffsflügel machte zuerst mobil: Nach Gueye-Chipball und Awuku-Kopfballablage setzte Siedschlag zum Scherenschlag an, doch der Ball zischte knapp am AFC-Tor vorbei (19.). Auf der Gegenseite prüfte Altonas Niklas Bär KSV-Torwart Timon Weiner per Flachschuss (25.).

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Dann zog auch die rechte Kieler Angriffsseite nach: Steckpass Awuku auf Ndure, der spitzelte das Leder quer an AFC-Keeper Frederick Tobias Lorenzen vorbei zu Siedschlag, der nur noch ins leere Tor zum 1:0 (28.) einzuschieben brauchte. Schon jetzt tat jeder Schritt auf dem tiefen Geläuf doppelt weh. Wohl dem, der einen leichtfüßigen Spieler wie Eric Gueye in seinen Reihen hat. Der 21-Jährige vernaschte Gegenspieler Marco Heskamp und legte auf Jannis Voß zurück – 2:0 (38.).

Die Hamburger verrichteten eine enorme Laufarbeit, doch den Kielern ging selbst der Kampf immer leichter von der Hand. Das Altonaer Publikum erkannte die Kieler Überlegenheit an, umso frenetischer feierte es einen Rosin-Strahl, der das Holstein-Tor nur um Millimeter verfehlte (45.+1). Die Vorentscheidung fiel kurz nach Wiederanpfiff, als KSV-Abwehrchef Koulis den Abpraller nach einem Voß-Pfostenschuss geistesgegenwärtig zum 3:0 (54.) über die Linie drückte. Die Altonaer Widerstand war gebrochen.

Es begann das Kieler Schaulaufen: AFC-Keeper Lorenzen kratzte einen Carrera-Kracher aus dem Winkel (61.), Awukus Schuss klatschte gegen die Latte (70.), ehe Lorenzen sich nach einem Sterner-Schuss streckte (74.). Für die Gastgeber gab es nun keine Erholung mehr: Phillip König und Kasra Ghawilu ließen weitere Hochkaräter aus. „45 Minuten haben wir es sehr ordentlich gemacht. 3:0 hört sich deutlich an, aber wir haben gegen das beste Team der Liga verloren. Das muss man einordnen können“, konstatierte Altonas Sportlicher Leiter Richard Golz und wiederholte somit die Worte, die Teutonias Coach Dietmar Hirsch bereits eine Woche zuvor gewählt hatte.


KSV-Coach Gunkel bestätigte: „Altona ist in den letzten Wochen gewachsen. Sie haben viele Spiele erst in den letzten Minuten verloren. Wir haben heute frühzeitig für klare Verhältnisse gesorgt. Das zeigt, welche Entwicklung wir genommen haben. Hier auf diesem Platz kann es für andere Teams noch ganz ungemütlich werden.“

Altona 93: Lorenzen – Heskamp, Bombek, Wallenborn, E. Monteiro (46. Mahncke) – Gumpert, Feka – Bär (46. Akyol), Rosin (76. Behrendsohn), Wohlers (67. Lück) – Krottke. 

Holstein Kiel II: Weiner – Carrera, Koulis, Stöcker – Ndure (81. Wansiedler), Voß, Sterner, Gueye – Awuku (71. Ghawilu), Kulikas (71. König), Siedschlag (64. Wolf).

Schiedsrichter: Tim-Alexander Strampe (MTV Handorf) – Tore: 0:1 Siedschlag (28.), 0:2 Voß (38.), 0:3 Koulis (54.) –Gelbe Karten: Gumpert/Koulis, Stöcker, Voß, Weiner - Zuschauer: 489 an der Adolf-Jäger-Kampfbahn.