10. Mai 2021 / 14:41 Uhr

HSV vor "Endspiel" gegen Nürnberg: So will Trainer Horst Hrubesch das Aufstiegswunder schaffen

HSV vor "Endspiel" gegen Nürnberg: So will Trainer Horst Hrubesch das Aufstiegswunder schaffen

Andreas Hardt
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Horst Hrubesch kann mit dem HSV der Aufstieg in die Bundesliga gelingen - schafft er das Wunder?
Horst Hrubesch kann mit dem HSV der Aufstieg in die Bundesliga gelingen - schafft er das Wunder? © IMAGO/Michael Schwarz
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Der Hamburger SV droht eine weitere Saison in der zweiten Liga. Am Montagabend haben die Hanseaten die womöglich letzte Chance, dies zu verhindern. Wie Aufstiegsfeuerwehrmann Horst Hrubesch das HSV-Wunder schaffen will.

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Die weisen Worte von Sepp Herberger gehören längst zum anerkannten deutschen Fußballkanon. Selbst wenn das Spiel nicht mehr nur 90 Minuten dauert, ist der Ball doch immer noch rund. Auch Horst Hrubesch ist ein Mann der vermeintlich simplen Ansagen mit großer Sinnhaftigkeit. Weil es ihm gelang, dies auch jungen Spielern zu vermitteln, hatte der inzwischen 70-Jährige großen Erfolg als Trainer zahlreicher DFB-Nachwuchsteams.

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Jetzt will er also versuchen, die Saison seines „HSV“ zu einem anständigen Ende zu führen, auch wenn die Chance auf den Aufstieg nur noch theoretischer Natur ist. Am Montag (20.30 Uhr, Sky) , einer Art "Endspiel" um die letzte Aufstiegs-Chance gegen Nürnberg sitzt der Kapitän der 83er-Meister und Europapokalsieger erstmals bei den Hamburgern auf der Trainerbank. Und wahrscheinlich gibt er seinen Spielern dann einen Satz mit, den er den deutschen U23-Junioren vor dem Olympiafinale 2016 gegen Brasilien einbläute: „Mit Angst kann man nicht spielen.“

Hrubsch über HSV-Spieler: "Habe den Eindruck, dass sie wirklich etwas freier sind"

Womit wir beim aktuellen HSV wären. In den zuletzt fünf Spielen ohne Sieg war die Verunsicherung mit Händen zu greifen, um nicht zu sagen: die Angst. „Die Jungs waren verkrampft. Es geht in erster Linie darum, die Köpfe frei zu kriegen“, sagt Hrubesch am Sonntag, „ich habe den Eindruck, dass sie wirklich etwas freier sind.“ Die erste Trainingswoche habe „Riesenspaß“ gemacht, war aber auch „harte Arbeit“. „Ich bin sehr zufrieden, wie sich die Jungs in der Woche eingebracht haben.“



Knapp 60 Fans hatten am Sonntag den Weg zum Training gefunden, um mit Sicherheitsabstand das Team anzufeuern, doch noch Zuversicht zu vermitteln. „Es war fantastisch, was da abgegangen ist“, sagte Hrubesch, „man hat in den Gesichtern der Spieler gesehen, wie sehr sie sich gefreut haben.“ Zusätzlich zu all seinen Gesprächen verstärkte sich durch die Fanaktion auch der Wille, dass Unmögliche noch möglich zu machen. „Wir glauben noch dran“, sagte Hrubesch. Fünfter ist der HSV, vier Punkte hinter Kiel auf dem Relegationsrang – wobei Holstein auch noch zwei Nachholspiele hat.

Hrubesch über HSV: "Wir leben noch"

Seit seinem ersten Training am Montag vor einer Woche um 15 Uhr ist der Menschenfänger Hrubesch dabei, die Seelen der Gescheiterten vom Volkspark zu streicheln. Er greift sich die Spieler, wann immer es geht, er nimmt sie in den Arm, er flüstert ihnen zu. Er unterbricht die Übungen aber auch lautstark, fuchtelt mit den Armen, weist an. Dann schnappt er sich wieder einen Bakery Jatta, einen David Kinsombi. Er umarmt den erfahrenen Simon Terodde (33) ebenso wie Jungprofi Ogechika Heil (20). Hrubesch lebt Engagement und Begeisterung vor, sagt: „Das Wichtigste ist, dass wir bei uns sind.“

In der erfolgreichsten HSV-Mannschaft der Geschichte war der lange Mittelstürmer zwischen 1978 und 1983 bereits das emotionale Zentrum des Teams. Nicht der selbstgefällige Supertechniker Felix Magath, nicht der introvertierte Flankenkönig Manni Kaltz, Hrubesch hielt das Team zusammen. Nun hat er nach dem Aus von Trainer Daniel Thioune die Co-Trainer Merlin Polzin und Hannes Drews behalten. Auffällig in seiner ersten Trainingswoche war das Bemühen, den Spielern Sicherheit zu verleihen in ihren Abläufen. Und er forderte Wachsamkeit: Einmal rüttelte und schüttelte er Sonny Kittel nach einer misslungenen Aktionen wie einen ungehorsamen Schüler – um danach beruhigend auf ihn einzureden. „Die Jungs haben eine Qualität, die einfach gut ist, die müssen wir rauskitzeln“, sagte Hrubesch. Dann haute er einen weiteren Klassiker raus: „Wir leben noch!“

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