07. Oktober 2021 / 15:00 Uhr

"Ich fühle mich bereit": Wolfsburg-Neuzugang van de Ven will es wie Lacroix machen

"Ich fühle mich bereit": Wolfsburg-Neuzugang van de Ven will es wie Lacroix machen

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Vielversprechendes Debüt für den VfL Wolfsburg: Micky van de Ven.
Vielversprechendes Debüt für den VfL Wolfsburg: Micky van de Ven. © Boris Baschin
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Beim 4:1 im Testspiel gegen dem Hamburger SV feierte Micky van de Ven sein Debüt beim VfL Wolfsburg. Eines, das nicht nur ihn zufrieden stimmte. 

Er schien etwas irritiert, als Jörg Schmadtke plötzlich vor ihm stand und ihm kurzerhand etwas sagte. Was genau der VfL-Manager Neuzugang Micky van de Ven mit auf den Weg gab, ist nicht überliefert. Aber auch dem Manager des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten dürfte gefallen haben, wie sich das große Innenverteidiger-Talent bei seinem VfL-Debüt im Testspiel gegen den Hamburger SV präsentierte. Van de Ven selbst strahlte natürlich und meinte: „Es war sehr schön, mein erstes Spiel für mein neues Team zu machen.“

Nun war der HSV ziemlich mies – und doch sah man, warum der VfL den großen Innenverteidiger vom niederländischen Zweitligisten FC Volendam unbedingt wollte. Van de Ven stach mit seiner Übersicht und seinem Durchsetzungsvermögen heraus, seine Spieleröffnung war ebenfalls gut. Und er glänzte mit einer großen Rettungstat in der zweiten Halbzeit, als er eine Chance von HSV-Stürmer Robert Glatzel auf der Linie klärte. „So etwas ist immer schön“, sagte er glücklich grinsend. Die ersten Tage und Wochen in Wolfsburg seien nicht so einfach gewesen. „Ein anderes Land, eine andere Sprache – alles neu für mich. Aber die Mannschaft hat mich gut aufgenommen“, erzählt van de Ven, der zunächst von seiner Mutter, seiner Schwester und deren Freund begleitet worden war.

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Aber jetzt lebt der 20-Jährige allein in Wolfsburg. „Zum ersten Mal in meinem Leben, aber alles ist gut“, sagt van de Ven, an dem auch Olympique Marseille und Feyenoord Rotterdam interessiert waren. Doch er entschied sich für den VfL. Van de Ven: „Ich habe oft mit Marcel Schäfer und Mark van Bommel gesprochen.“ Es seien gute Gespräche gewesen. „Wolfsburg hat mich sehr früh kontaktiert, danach kamen auch noch andere Vereine. Aber beim VfL hatte ich das beste Gefühl – und so wurde es am Ende Wolfsburg.“

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Im Sommer 2020 war den Wolfsburgern mit der Verpflichtung von Maxence Lacroix aus der 2. französischen Liga aus Sochaux ein Glücksgriff gelungen, innerhalb kürzester Zeit hatte der Innenverteidiger den Sprung in die Startelf geschafft. Diesen Weg will auch van de Ven gehen. Er sagt: "Maxence hat es sehr gut gemacht, sie haben ihm hier vertraut - auch deswegen habe ich mich für den VfL entschieden." Van de Ven traut man ähnliches beim VfL zu. „Er ist groß, schnell, kopfballstark und hat ein gutes Pass- und Stellungsspiel“, lobte van Bommel den Debütanten. „Ich weiß, wie er bei der PSV Eindhoven gearbeitet hat, wie er Spieler fördert – ich kenne ihn“, sagte van de Ven wiederum über van Bommel.

In Wolfsburg hat der Linksfuß mit Lacroix, John Anthony Brooks und Sebastiaan Bornauw große Konkurrenz im Kader hat. „Sie haben es sehr gut gemacht“, lobt der Neuzugang. Gleichwohl weiß van de Ven, dass er ebenfalls Qualität hat. "Ich fühle mich bereit", sagter selbstbewusst. Lacroix ist im nächsten Liga-Spiel bei Union Berlin gesperrt, Brooks (Rücken) und Bornauw sind angeschlagen. Und so könnte van de Ven schon im Duell mit Union ins Team rutschen. „Das entscheidet der Trainer“, sagt der Abwehrmann und schaute Richtung van Bommel, der nur ein paar Meter weiter stand. „Ich hoffe, dass ich viele Spielminuten bekomme und möchte mich verbessern. Und wenn ich die Chance bekomme, will ich sie nutzen“, nennt van den Ven sein Ziel für sein erstes Jahr in Wolfsburg.

Sein Vorbild ist übrigens Matthijs de Ligt von Juventus Turin (Marktwert 75 Millionen Euro). „Er ist unglaublich stark“, lobt van den Ven seinen Landsmann, den er schon mal treffen durfte. De Ligt trägt bei Juve die Rückennummer 4, van de Ven beim VfL die 5. „Der Verein hat sie mir angeboten, ich wollte sie auch – also habe ich sie genommen“, erzählt der Niederländer gut gelaunt. Er spricht Englisch, „aber in der nächsten Woche fange ich mit dem Deutsch-Unterricht an.“ Er habe zwar schon in der Schule Deutsch gehabt, „aber ich war in der Schule nicht so gut“, sagt er zum Abschluss lächelnd.


Tickets für Union und Salzburg

Sieben VfL-Profis weilen in der gerade anstehenden Länderspielpause bei ihren Nationalmannschaften, doch schon in einer Woche geht’s für die Wolfsburger im Liga-Alltag weiter. Am Samstag, 16. Oktober (15.30 Uhr), gastiert das Team von Trainer Mark van Bommel bei Union Berlin – und für diese Partie sind jetzt im Wölfe-shop Tickets erhältlich.

Dauerkarten-Inhaber und Wölfeclub-Mitglieder können sich seit Donnerstag Tickets für das Spiel in der Hauptstadt sichern. Der freie Vorverkauf startet am Dienstag (9.30 Uhr). Wichtig: Im Stadion An der alten Försterei gilt die 3G-Regelung, es haben also nur geimpfte, genesene und negativ auf Corona getestete Personen Zutritt. Zudem müssen sich Besucher vor Ort mit der Luca-App registrieren.

Tickets können sich die VfL-Fans auch noch für das dritte Champions-League-Spiel der Saison am Mittwoch, 20. Oktober (18.45 Uhr), bei RB Salzburg besorgen. Für die vom VfL organisierte Fanreise war zwar am Donnerstag Anmeldeschluss, Karten für die Partie sind aber noch erhältlich. Darüber hinaus bietet der Fanklub „Schlemmerbrüder“ eine Bustour nach Salzburg an. Los geht’s am Spieltag um 7 Uhr an der VW-Arena, Restkarten sind noch erhältlich.