16. April 2021 / 19:58 Uhr

Inter Leipzigs Kapitän zum Oberliga-Abbruch: „So etwas habe ich noch nie erlebt“

Inter Leipzigs Kapitän zum Oberliga-Abbruch: „So etwas habe ich noch nie erlebt“

Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
Inter Leipzigs Kapitän Dongmin Kim macht ein Fernstudium an einer südkoreanischen Universität - online.
Inter Leipzigs Kapitän Dongmin Kim macht ein Fernstudium an einer südkoreanischen Universität - online. © Archiv/Ronny Belitz
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Die NOFV-Oberliga-Saison 2020/21 ist am Freitag abgebrochen worden, die Spielzeit somit offiziell beendet. Auf den Plätzen der beiden Staffeln herrscht ohnehin seit Monaten gähnende Leere. Dem Verein gibt das endlich Planungssicherheit. Zwei Spieler von Inter Leipzig nutzen aber bereits die Zeit für andere Dinge - zum Studieren.

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Leipzig. Koreaner neigen normalerweise nicht zum Jammern. Auch nicht Dongmin Kim, der Kapitän von Fußball-Oberligist Inter Leipzig. Doch schade findet der 28-Jährige es schon, dass die Saison der NOFV-Oberliga nun offiziell und damit endgültig abgebrochen wurde. Er bekennt zugleich: „Man kann es nicht ändern, muss es akzeptieren. Trotzdem ist es komisch, so etwas habe ich noch nie erlebt.“ Nun hofft der bei Inter seit 2014 mittlerweile „altgediente“ Südkoreaner, dass die neue Saison ab Sommer wie geplant losgehen und dann auch durchgehalten werden kann.

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Die Pandemiezeit hat er bislang mit dem maximal möglichen Einzeltraining verbracht: „Ich laufe drei bis viermal pro Woche, um mich fit zu halten.“ Parallel hat er ein Sportmanagement-Studium begonnen. Eigentlich wollte er das in Leipzig tun, doch sein koreanisches Abitur fand hierzulande keine Anerkennung. Und so ist er auf ein Fernstudium in seiner Heimat ausgewichen – online versteht sich.

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Auch sein Teamkamerad Robin Glänzel nutzt das sportliche Vakuum zum Studium. Er will Bauingenieur werden. „Durch das Studium habe ich auch so einen bestimmten Rhythmus“, erklärt der 25-jährige Verteidiger. Trotzdem sei es eine sehr ungewohnte Situation. „Mir fehlt es einfach. Ich kenne es seit dem siebten Lebensjahr, täglich zu trainieren. Mir fehlt das sowie das Gespräch mit den Jungs. Ich mache aber Sport mit meiner Freundin.“ Die Entscheidung zum Saisonabbruch kann Glänzel auf jeden Fall nachvollziehen. „Er ist angesichts der Lange vernünftig und es herrscht endlich Klarheit. Dass wir aus dem Pokal ausscheiden mussten, schmerzt mich allerdings sehr. Da ich im Nachwuchs für Dynamo gespielt habe, hatte ich mich schon sehr auf das Match gegen die Dresdner gefreut. Akzeptabel ist freilich auch diese Entscheidung, damit ein sächsischer Pokalsieger am DFB-Pokal teilnehmen kann.“

Inters Geschäftsführer Holger Herzberg findet den Saisonabbruch einerseits schade, andererseits alternativlos. „Das hatte sich ja seit Wochen angedeutet. Und der Entscheidung, den Landespokal ohne Amateure weiterzuführen, wodurch wir ausgeschieden sind, haben wir schweren Herzens zugestimmt“, bekennt er. „Immerhin können wir dadurch demnächst schon mit der Planung für das neue Spieljahr beginnen“, gewinnt Herzberg der fußballleeren Zeit sogar etwas Gutes ab.