29. August 2021 / 19:42 Uhr

Inter Türkspor Kiel verspielt den Sieg in der Nachspielzeit

Inter Türkspor Kiel verspielt den Sieg in der Nachspielzeit

Jan-Phillip Wottge
Kieler Nachrichten
Lieferten sich prickelnde Zweikämpfe: Der frisch vermählte Inter-Kapitän Erdogan Cumur (links) und der Flensburger Jonas Kabus (rechts).
Lieferten sich prickelnde Zweikämpfe: Der frisch vermählte Inter-Kapitän Erdogan Cumur (links) und der Flensburger Jonas Kabus (rechts). © Jan-Phillip Wottge
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In der Fußball-Oberliga trennte sich Inter Türkspor Kiel 2:2 vom SC Weiche Flensburg 08 II. Das Ausgleichstor kassierten die Kieler erst in der zweiten Minute der Nachspielzeit.

Das Ende der Leidenszeit war so nah. Seit 632 Tagen wartet Inter Türkspor Kiel auf einen Sieg in der Fußball-Oberliga. Gegen den SC Weiche Flensburg 08 II führten die Ostufer-Kicker bis in die Nachspielzeit, ehe Weiches Mert Kurt vor 120 Zuschauern zum 2:2 traf. Wieder kein Sieg!

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Aber: Inter lebt. „Hätte mir jemand vor der Saison gesagt, dass wir nach den Spielen gegen Bordesholm und Weiche noch ungeschlagen sind, hätte ich sofort eingeschlagen. Jetzt hat man das Gefühl, es hätten auch vier Punkte mehr sein können. Ein Sieg wäre gut für die Köpfe gewesen. Wenn man so kurz vor Ende den Ausgleich kassiert, tut es einfach weh“, sagt Onur Cokgez nach seiner Heimpremiere als Inter-Coach.

Das Wochenende begann bei Inter mit Champagnerlaune: Am Freitag feierte Inter-Stürmer Erdogan Cumur die Hochzeit mit seiner Aylin. Standesamtlich hatte das junge Paar bereits im April geheiratet. Und die Party sollte am Sonntag in die Verlängerung gehen. Es waren noch keine 180 Sekunden gespielt, da servierte Linksverteidiger André Volkers per Flachpass für Jeppe Waschko. Jeppe-Jeppe-Yeah! Der Ball trudelte zum 1:0 ins Netz. Inter präsentierte sich im neuen Cokgez-Stil: zweikampfstark, lauffreudig und extrem diszipliniert in der Defensive. Die Handschrift des neuen Inter-Trainers, der mit 27 Jahren der jüngste Coach der Liga ist, fand sich auf dem Spielfeld wieder. Doch als Alban Jasari sich im Zweikampf mit Nahne Paulsen am Knie verletzte, mischten sich erste Moll-Töne in die Inter-Festtagsstimmung (24.). Für Alban Jasari kam Enes Jashari. Und der machte sofort mit einem platzierten Flachschuss auf sich aufmerksam. Weiche Keeper Lenny Rolfs, der letzte Saison noch das Inter-Trikot trug, war jedoch auf dem Posten (27.). Inter ging weiter ins Risiko, presste hoch, jagte die Flensburger über den gesamten Platz. Spektakulär, aber ebenso anfällig für Konter, wenn irgendwo ein Rad nicht ins andere greift. „Wir waren ein Mal eins, zwei Schritte zu spät dran und dann wirst du gleich bestraft“, analysierte Inter-Spielmacher Rezan Acer den Konter, der den Flensburgern den 1:1-Ausgleich durch Finn Kalisch bescherte (37.).

„Wir wollten auch bei Rückschlägen unserer Linie treu bleiben. Das haben wir nach der Halbzeit extrem gut gemacht. Die Arbeit gegen den Ball trägt Früchte“, lobt Cokgez. Immer wieder gewann seine Elf den Ball schon in der Hälfte der Flensburger zurück. Mit zwei, drei Pässen kamen die Gastgeber in die Box. Ballgewinn Acer, Doppelpass mit Yildrimer, Acer hängte Melfsen ab und spitzelte das Leder mit dem Außenrist an Weiche-Torwart Rolfs vorbei ins Tor – 2:1 (63.). Der Jubel mit den Fans roch nach Sieg. Doch noch roch es nur, weil Enes Jashari nach Schmidtke-Flanke nur den Pfosten traf (70.). Erkocu freistehend einen Kopfball nicht richtig erwischte (71.) und Rolfs einen Acer-Freistoß (76.) aus dem Torwinkel kratzte. Das Zittern begann. Immer wieder blickte Cokgez auf seine Uhr. Noch drei Minuten! Noch zwei! Und dann passierte es. Mert Kurt schoss auf das Inter-Tor. Der erste Versuch geblockt, der zweite zappelte im Tor. 2:2, wieder kein Sieg. Inter bleibt in der Warteschleife, obwohl die Cokgez-Elf stark ablieferte.

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„Wir verlieren in der Schlussphase etwas die Linie, haben nicht sauber hinten raus gespielt, sondern nur noch die Bälle weggeschlagen. Da müssen wir noch cleverer werden“, sagte Acer. Cokgez ist sich jedoch sicher: „Wir sind auf dem richtigen Weg. Wir müssen nur unsere Chancen besser nutzen.“ Und dann wird nicht nur die Hochzeit des Kapitäns gefeiert.

Inter Türkspor Kiel – SC Weiche Flensburg 08 II 2:2

Inter: Ganzel – Schmidtke (70. Pauls), Akbaba, Sentürk, Volkers – J. Waschko, Acer, Erkocu – Al. Jasari (24. E. Jashari), Cumur, Yildrimer (82. Yamak).

SC Weiche 08: Rolfs – Carstensen, Jungjohann, Kabus, Paulsen – Wasielewski (58. Lorenzen), Melfsen – Schäpler (73. Wulff), Bajrami (58. Kurt), Siregar (90.+2 Conteh) – Kalisch.

Schiedsrichter: Torben Neesch (TSV Drelsdorf) – Tore: 1:0 J. Waschko (3.), 1:1 Kalisch (37.), 2:1 Acer (63.), 2:2 Kurt (90.+2) – Zuschauer: 120.

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