19. Dezember 2019 / 23:24 Uhr

Ishak Belfodil rechnet mit TSG Hoffenheim ab: "Man hat meine Karriere aufs Spiel gesetzt"

Ishak Belfodil rechnet mit TSG Hoffenheim ab: "Man hat meine Karriere aufs Spiel gesetzt"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ishak Belfodil hat mit seinem Klub TSG Hoffenheim abgerechnet.
Ishak Belfodil hat mit seinem Klub TSG Hoffenheim abgerechnet. © imago images/Jan Huebner
Anzeige

Der derzeit verletzte Hoffenheim-Profi Ishak Belfodil erhebt schwere Vorwürfe gegen seinen Arbeitgeber. Der Stürmer sieht offenbar auch keine Basis für eine weitere Zusammenarbeit.

Bis zu seiner Verletzung war Ishak Belfodil einer der besten Spieler der TSG Hoffenheim - nach diesen Aussagen darf allerdings bezweifelt werden, ob er je wieder für den Bundesligisten auflaufen wird. Denn der Algerier, der nach einer Knie-OP lange fehlt, geht in einem Interview mit Bild hart mit seinem Arbeitgeber ins Gericht und lanciert schwerwiegende Anschuldigungen. Er kommt zu dem Ergebnis: "Es besteht für mich keine Basis mehr für eine erfolgreiche Zusammenarbeit."

Anzeige

Der Streit geht zurück auf den Oktober, als die Hoffenheimer ihren 27-jährigen Stürmer offenbar fünf Spiele mit einem Kreuzband- und Meniskusriss spielen ließen. Anschließend musste Belfodil operiert werden und fällt seither aus. Die Verletzung hatte er sich ursprünglich am letzten Spieltag der Vorsaison zugezogen. Belfodil: "Nach der zweiten MRT-Untersuchung teilten mir die Hoffenheimer Ärzte mit, dass ich glimpflich davongekommen bin." Dem war aber nicht so. "Ich habe ziemlich schnell gemerkt, dass abrupte Richtungswechsel schwierig waren." Er habe außerdem nicht mehr mit links schießen können.

40 ehemalige Profis von Werder Bremen und was aus ihnen wurde

Marko Marin, Miroslav Klose, Diego, Kevin De Bruyne und Co. - Das sind 50 ehemalige Spieler von Werder Bremen und was aus ihnen wurde! Zur Galerie
Marko Marin, Miroslav Klose, Diego, Kevin De Bruyne und Co. - Das sind 50 ehemalige Spieler von Werder Bremen und was aus ihnen wurde! ©

Belfodil erhebt schwere Vorwürfe - Hoffenheim-Sportchef Rosen reagiert

Im Oktober ließ er sich operieren - ein Schritt, der nicht mit den TSG-Ärzten abgestimmt war, wie Belfodil behauptet. "Bis zum Vorabend wurde Druck ausgeübt, damit ich mich nicht operieren lasse", sagte der Stürmer, der zuvor auch für Werder Bremen aktiv war. Anschließend sei er nach Hoffenheim zurückgekehrt, wo er ignoriert worden sei. Belfodil: "Als weder der Trainer noch irgendjemand von der Vereinsführung es für nötig hielten, mich zu begrüßen oder nach mir zu fragen, wollte ich nicht weiter stören und habe mich nach Paris zu meinen Vertrauensärzten abgesetzt."


Mehr vom SPORTBUZZER

Hoffenheims Sportchef Alexander Rosen widerspricht der Darstellung. "Wir haben alle das gemeinsame Interesse an einer raschen und vollständigen Heilung." Deshalb seien "alle medizinischen Behandlungsschritte (...) gemäß höchsten medizinischen Standards wie bei jeder Verletzung eines unserer Spieler einvernehmlich und eng abgestimmt mit Ishak angewendet". Also: Kein Fehlverhalten.

Trotz Vertrags bis 2022: Belfodil schließt weitere Zusammenarbeit mit Hoffenheim aus

Für Belfodil scheint eine weitere Zusammenarbeit und damit eine Fortsetzung des noch bis 2022 laufenden Vertrages ausgeschlossen. "Ich kann von Glück reden, dass nicht noch mehr kaputt ging", wird er von der Bild zitiert. "Man hat meine Karriere leichtsinnig aufs Spiel gesetzt."

Belfodil gilt keineswegs als einfacher Charakter. Schon in Bremen hatte es um den Angreifer und seinen Berater Zoff gegeben, damals ging es um eine vermeintliche Klausel im Leihvertrag des Algeriers. Belfodils Berater Mohamed Al Faiech hatte die Werder-Bosse damals der Lüge bezichtigt. Als ein dauerhafter Transfer an die Weser platzte, schloss Belfodil sich im Mai 2018 Hoffenheim an.