30. November 2021 / 23:02 Uhr

Jochen Breyer: Manuel Neuer und die kleine Gehässigkeit vor dem Topspiel gegen den BVB

Jochen Breyer: Manuel Neuer und die kleine Gehässigkeit vor dem Topspiel gegen den BVB

Jochen Breyer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bayern-Kapitän Manuel Neuer gönnte sich vor dem Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund eine kleine Spitze in Richtung des Konkurrenten.
Bayern-Kapitän Manuel Neuer gönnte sich vor dem Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund eine kleine Spitze in Richtung des Konkurrenten. © IMAGO/Sven Simon (Montage)
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Vor dem Bundesliga-Spitzenspiel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern hat sich Münchens Torwart Manuel Neuer eine kleine Gehässigkeit in Richtung des BVB erlaubt. SPORTBUZZER-Kolumnist Jochen Breyer findet: Ein bis zum Schluss offenes Meisterrennen täte der Bundesliga gut.

Manuel Neuer hat mit Blick auf das Spitzenspiel gegen den BVB am Samstag (18.30 Uhr, Sky) einen Satz gesagt, der harmlos klingt, aber beim genaueren Hinhören eine Gehässigkeit beinhaltet: „Wir freuen uns auf dieses Duell, das ist ein Klassiker in Deutschland und dass es wirklich wieder um was geht, das hatten wir nicht immer.“

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Frei übersetzt bedeutet der zweite Teil nicht weniger als: Der BVB war zuletzt oft kein ernstzunehmender Gegner für uns. Neuer hat das bestimmt nicht gehässig gemeint, doch um ehrlich zu sein: Es ist leider wahr. Dortmund gegen Bayern, das war viel zu häufig nicht das brisante Spitzenspiel, zu dem es (auch von uns Medien) immer gemacht wurde. Von den letzten neun Liga-Duellen hat der BVB nur ein einziges gewonnen. Und acht verloren. Einige davon glichen einer Tracht Prügel: 0:6 (2018), 0:5 und 0:4 (2019).

Jetzt ist das anders, zumindest auf dem Papier: Der BVB liegt nur einen Punkt zurück, Erling Haaland ist wieder fit und die Bayern haben diverse Betriebsklimakrisen (Impfen, Katar) am Hals. Das heißt nicht, dass es ein Spiel auf Augenhöhe wird, aber sagen wir es mal so: Sollte der BVB die Dauerdominanz der Bayern ins Wanken bringen wollen, müsste er sie mal wieder schlagen. So wie 2018, in jener Saison, als er zu Hause 3:2 siegte und nur um Haaresbreite die Meisterschaft verpasste. Allein das, ein Meisterrennen, das bis zum letzten Spieltag offen ist, würde der Liga guttun. Sieht wahrscheinlich sogar Manuel Neuer so.


Immer dienstags wechseln sich an dieser Stelle Bestseller-Autor Ronald Reng, die deutsche Fußball-Nationaltorhüterin Almuth Schult, Sky-Kommentator Wolff Fuss und Jochen Breyer, Moderator des ZDF-„Sportstudios“, mit Meinungsbeiträgen ab. Sie sind alle Kolum­nisten des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND).