07. Oktober 2021 / 19:00 Uhr

Der stärkste Benzema aller Zeiten: Bei Real Madrid auf dem Weg zur Legende, in Frankreich endlich wieder geliebt

Der stärkste Benzema aller Zeiten: Bei Real Madrid auf dem Weg zur Legende, in Frankreich endlich wieder geliebt

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
In Topform und wieder Teil der Nationalmannschaft: Real-Star Karim Benzema
In Topform und wieder Teil der Nationalmannschaft: Real-Star Karim Benzema © IMAGO / ZUMA Wire / NurPhoto / PanoramiC (Montage)
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Fast sechs Jahre war Karim Benzema aus der französischen Nationalmannschaft verbannt. Nun will er sein Land zum Titel in der Nations League schießen - und auch in der Heimat endlich die Anerkennung bekommen, die er sich bei Real Madrid über Jahre erarbeitet hat.

Vier Jahre ist Cristiano Ronaldos Abschied von Real Madrid mittlerweile her. Die Verpflichtung eines Thronfolgers gelang dem Klub bisher nicht. Rekordeinkauf Eden Hazard läuft seit seinem 115 Millionen Euro teuren Wechsel 2019 den Erwartungen hinterher und der Königstransfer von Kylian Mbappé lässt nach wie vor auf sich warten. Allerdings hat Real einen neuen Superstar, der längst in den eigenen Reihen ist und bereits 2009 gemeinsam mit Ronaldo nach Madrid kam: Karim Benzema.

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Wenn Hazard und Mbappé am Donnerstag im Halbfinale der Nations League zwischen Belgien und Frankreich (20.45 Uhr/DAZN) aufeinandertreffen wird auch Benzema sehr wahrscheinlich auf dem Platz stehen. Denn an dem 33-Jährigen ist sportlich aktuell kein Vorbeikommen. Das weiß auch der französische Nationaltrainer Didier Deschamps, der Benzema im Mai erstmals nach fast sechs Jahren der Verbannung wieder berücksichtigte und anschließend auch mit zur Europameisterschaft nahm.

Benzema hat seit seinem Wechsel von Olympique Lyon vor zwölf Jahren nahezu jedes Jahr verlässlich für seinen Klub abgeliefert, stand jedoch stets im Schatten von CR7. Und selbst nach dessen Abgang war mit Sergio Ramos ein Abwehrspieler die schillerndste Figur des Klubs. Ramos ist mittlerweile ebenfalls Geschichte in Madrid - und Benzema derweil in der Form seines Lebens.

Ein paar Zahlen als Beleg: 24 Tore erzielte Real in der laufenden Spielzeit in allen Wettbewerben. An 17 davon war der Stürmer direkt beteiligt. Zehn schoss er selbst, sieben legte er seinen Kollegen auf. Mit neun Treffern ist er nach acht Spieltagen der beste Torschütze spanischen Liga. Auch die Rangliste der besten Vorlagengeber in La Liga führt er mit sieben Assists an. Einen besseren Saisonstart legte er im Trikot der Madrilenen laut dem Fan-Portal realtotal.de noch nie hin.

Schon in der abgelaufenen Saison war er der wichtigste Spieler bei Madrid, schoss wettbewerbsübergreifend 30 Tore und gab neun Vorlagen. Mit Torwart Thibaut Courtois und Abräumer Casemiro kamen nur zwei Spieler auf noch mehr Einsatzminuten als Benzema. Genügend Argument für eine Rückkehr in die Nationalmannschaft, die er sportlich rechtfertigte: Seit seinem Comeback am 2. Juni gegen Wales (3:0) führt er die Scorerliste der Equipe Tricolor an (vier Tore, zwei Vorlagen) - gemeinsam mit Antoine Griezmann (sechs Tore).

Wäre er nicht von 2015 bis 2021 eine Persona non grata beim französischen Fußballverband gewesen, weil er in die Sextape-Erpressungs-Affäre um Ex-Nationalspieler Mathieu Valbuena verwickelt gewesen war, würde er womöglich bereits Rekorstorschütze und Rekordspieler seines Heimatandes sein. So fehlen ihm in der ewigen Torjägerliste 20 Treffer auf Thierry Henry (51 Länderspieltore). 40 Spiele beträgt sein Rückstand auf Rekordnationalspieler Lilian Thuram (140 Länderspiele) bei den meisten Einsätzen.


Anders sieht es bei Real Madrid aus. Bleibt er verletzungsfrei, hat er schon bald die Top-5 der Spieler mit den meisten Einsätzen erreicht. Auch Platz zwei bei den Rekordtorschützen scheint nicht unerreichbar. Den belegt hinter Ronaldo (450 Tore) derzeit Raúl mit 324 Treffern. Benzema steht bei 289. Wenn in zwei Jahren sein Vertrag in der spanischen Hauptstadt endet, wird er 35 Jahre alt sein, 15 Jahre für Real gespielt haben und - sollte er nicht sogar noch einmal verlängern - als einer der größten Spieler der Klub-Geschichte verabschiedet werden.