14. Juni 2021 / 19:00 Uhr

Kartellamts-Präsident zur 50+1-Regel: Wolfsburg muss vorerst keine Auflagen befürchten

Kartellamts-Präsident zur 50+1-Regel: Wolfsburg muss vorerst keine Auflagen befürchten

dpa/Redaktion
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Sieht vorerst keine Konsequenzen auf den VfL Wolfsburg zukommen: Kartellamts-Präsident Andreas Mundt.
Sieht vorerst keine Konsequenzen auf den VfL Wolfsburg zukommen: Kartellamts-Präsident Andreas Mundt. © dpa (2)
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Die Deutsche Fußball Liga (DFL) beschäftigt sich wegen Bedenken des Bundeskartellamts mit den Ausnahmen der 50+1-Regel, zu denen unter anderem der VfL Wolfsburg als 100-prozentige Tochter von Volkswagen zählt. Jetzt hat sich der Kartellamts-Präsident zu Wort gemeldet.

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Der VfL Wolfsburg muss wegen der 50+1-Regel vorerst keine Auflagen des Bundeskartellamts befürchten. „Konsequenzen gegen einzelne Klubs stehen von unserer Seite überhaupt nicht zur Debatte. Jetzt warten wir erst einmal ab, wie sich die DFL und betroffene Vereine und Investoren äußern werden. Dann sehen wir weiter“, sagte Kartellamts-Präsident Andreas Mundt in einem Interview des Wirtschaftsmagazins „SPONSORs“ und erklärte zum Verfahren: „Wir haben eine vorläufige Einschätzung zu der Ist-Situation abgegeben. Jetzt ist die DFL am Zug.“

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Nach der Kritik des Bundeskartellamts bezüglich der Ausnahmen bei der 50+1-Regel im deutschen Profifußball beschäftigt sich die DFL mit dieser Thematik. Betroffen davon ist neben Bayer Leverkusen und 1899 Hoffenheim auch der VfL, der seit 2001 als 100-prozentige Tochter von Volkswagen geführt wird. Die drei Vereine haben sich in einem Schreiben, das dem "Handelsblatt" vorliegt, an die DFL gewandt. VfL-Manager Jörg Schmadtke hatte auf SPORTBUZZER-Nachfrage zu diesem Thema gesagt: "Ich habe keine Sorgen, ich bin sehr entspannt."

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Zum Hintergrund: Im Mai hatte das Bundeskartellamt offiziell Bedenken an den Ausnahmeregelungen geäußert, denn die drei Vereine sind anders als die anderen 33 Profi-Klubs nicht an die 50+1-Regel (sie soll den Einfluss externer Investoren auf einen Profi-Klub begrenzen) gebunden. Nun läuft die Prüfung, Mitte Juli kommt das Thema bei der DFL im Rahmen einer ohnehin geplanten außerordentlichen Mitgliederversammlung zur Sprache. Eine Stellungnahme hat der VfL bereits abgegeben, diese hatte das Bundeskartellamt sowohl von den Wolfsburgern als auch aus Leverkusen und Hoffenheim eingefordert.

„Beschränkungen des Wettbewerbs können in bestimmten Fällen auch vom Kartellverbot ausgenommen sein", sagte Mundt. "Das ist nicht nur im Profisport so, sondern auch in sämtlichen anderen Wirtschaftsbereichen der Fall." Das Kartellrecht stehe Anforderungen von Sportverbänden an die Teilnehmer eines Wettbewerbes nicht entgegen, "wenn diese zur Verfolgung bestimmter wettkampfbezogener, aber auch ethisch-sozialer Ziele dienen“, so der 60-Jährige weiter.

Schmadtke hatte gesagt, er sehe die Existenz des VfL zumindest "derzeit nicht" gefährdet: "Im Moment hat die DFL den Ball in der Hand, da sollten wir ihn auch erst mal lassen. Wir schauen mal, wie sich die Mitglieder der DFL positionieren."