28. Februar 2021 / 09:22 Uhr

Kauczinski gibt Profis von Dynamo Dresden zwei Tage frei

Kauczinski gibt Profis von Dynamo Dresden zwei Tage frei

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
SG Dynamo Dresden - FC Ingolstadt.
Nach dem überzeugenden 4:0-Heimsieg gegen Verfolger Ingolstadt gibt Trainer Markus Kauczinski (rechts unten) seinen Spielern frei. © Steffen Manig
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Nach dem 4:0-Coup gegen den FC Ingolstadt lässt sich der Trainer nicht lumpen und erlaubt seinen Spielern, „ein bisschen zu feiern“.

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Dresden. Die Ingolstädter fuhren geknickt nach Hause, die Gastgeber von Dynamo Dresden strahlten übers ganze Gesicht: Das 4:0 der Schwarz-Gelben im Spitzenspiel der 3. Fußball-Liga war eine Demonstration der Stärke des Tabellenführers. Eine Ansage an die Konkurrenz, dass sich die SGD auf ihrem Weg zurück in die 2. Bundesliga nicht beirren lässt. „Heute kann man ein bisschen träumen, seinen Gedanken freien Raum lassen“, genoss Dynamo-Kapitän Sebastian Mai den Moment des Triumphes.

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Kauczinski lobt Truppe für Nervenstärke gegen anderes Topteam

Für Trainer Markus Kauczinski war der Sieg gegen den ärgsten Verfolger „vielleicht einen Tick zu hoch ausgefallen“, doch auch der 51-Jährige zeigte sich sehr zufrieden. Dem Gelsenkirchener, dessen Vertrag im Sommer ausläuft und der schon hier und da als heißer Kandidat für den Trainerposten beim höchstwahrscheinlichen Erstliga-Absteiger Schalke 04 (am Sonnabend 1:5 in Stuttgart) gehandelt wird, gefiel besonders, dass seine Mannschaft sehr geschlossen gegen die „Schanzer“ aufgetreten war.

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Das war stark! Die SG Dynamo Dresden sendet nach dem 4:0-Erfolg gegen den FC Ingolstadt ein starkes Signal Richtung Aufstieg. Zur Galerie
Das war stark! Die SG Dynamo Dresden sendet nach dem 4:0-Erfolg gegen den FC Ingolstadt ein starkes Signal Richtung Aufstieg. ©

Keiner seiner Spieler habe enttäuscht, jeder gekämpft und auch spielerisch überzeugt: „Es waren alle drin. Das ist das, was mich als Trainer freut.“ Selbst Einwechsler Luka Stor habe mit seinem Jokertor kurz vor Schluss gezeigt, dass er der Truppe wirklich helfen kann.

Beruhigend war für den Coach, dass die am Mittwochabend gegen Bayern II (1:1) noch etwas nachlässige Mannschaft in diesem „Sechs-Punkte-Spiel“ gegen einen direkten Kontrahenten um den Aufstieg ihre Klasse voll abrufen konnte. „Das ist ein guter Fingerzeig für uns“, so Kauczinski, denn es würden bald die nächsten „Druckspiele“ anstehen. Nach der Auswärtspartie am kommenden Sonnabend beim Tabellenelften in Meppen warten mit dem 1. FC Saarbrücken (13. März/H), dem SV Wehen Wiesbaden (17. März/H), dem TSV 1860 München (22.3./A) und Hansa Rostock (4. April/H) gleich vier Aufstiegsaspiranten.

„Wir haben einen rabenschwarzen Tag erwischt“

Kauczinski, der den Karlsruher SC 2013 von der 3. Liga in die 2. Bundesliga und dann 2015 bis in die Relegation zur Eliteklasse geführt hatte, gab sich nach dem Triumph spendabel. Er konnte gar nicht anders: „Wir haben in einer Englischen Woche gut gepunktet, schon davor gut gepunktet, aus fünf Spielen 13 Punkte geholt. Das ist gut. Aber wichtig ist, auf dem Boden zu bleiben, sich einfach zu erholen. Das muss man jetzt mitnehmen, die Spieler haben zwei Tage frei bekommen.“ Den Kickern erlaubte er nach dem Abpfiff: „Heute können sie ein bisschen feiern.“ Am Dienstag erwartet er die Mannschaft aber wieder hochkonzentriert auf dem Trainingsplatz, die anstehende Aufgabe beim SV Meppen dürfe keiner unterschätzen.

Bei den Ingolstädtern, die nun schon sieben Punkte hinter Dynamo liegen und auf Platz vier abrutschten, war die Betroffenheit nach der unerwartet hohen Niederlage groß. „Wir haben einen rabenschwarzen Tag erwischt“, gestand Kapitän Stefan Kutschke bei „Magentasport“. Der Ex-Dynamo, der gegen die Dresdner Verteidiger (meist bewachte ihn Tim Knipping) keinen Stich gesehen hatte, konnte keine Erklärung für das Debakel präsentieren. Der 32-Jährige forderte, die Pleite rasch aufzuarbeiten, denn am Mittwoch müssen die Kicker von Trainer Tomas Oral gegen Uerdingen ran.

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Oral gab zu: „Die Niederlage hat uns schon sehr getroffen, das ist ein Riesenrückschlag für uns.“ Dynamo habe einmal mehr bewiesen, dass die Dresdner zu Recht ganz oben stehen. Ärgster Verfolger der Sachsen sind nun die Mecklenburger von Hansa Rostock (2:1 bei Viktoria Köln). Sie rückten auf Platz zwei vor, haben weiter sechs Punkte Rückstand auf dem Ligaprimus von der Oberelbe, der in der Form vom Spiel gegen die Ingolstädter kaum einzuholen sein dürfte.