27. November 2020 / 15:39 Uhr

Kicker des VfL Nauen setzen in Coronazeiten auf das Einzeltraining

Kicker des VfL Nauen setzen in Coronazeiten auf das Einzeltraining

Axel Eifert
Märkische Allgemeine Zeitung
Nauens E-Juniorentrainer Enrico Pavan und sein Sohn Emilio absolvieren besonders intensives Einzel-Towarttraining.
Nauens E-Juniorentrainer Enrico Pavan und sein Sohn Emilio absolvieren besonders intensives Einzel-Towarttraining. © Verein
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Interesse in den Mannschaften des Vereins ist unterschiedlich - Verantwortliche holten sich die Erlaubnis vom Gesundheitsamt

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Not macht bekanntlich erfinderisch. Wenn schon in Zeiten der Corona-Pandemie ein normales Sporttreiben nicht möglich ist, sind die Aktiven und Verantwortlichen in den Sportvereinen der Region am Überlegen, wie man sich wenigstens etwas fit halten kann. Diskussionen darüber, warum zum Beispiel in Berlin für Nachwuchskicker bis zu zwölf Jahren und in Mecklenburg-Vorpommern sogar auch für die Älteren ein relativ normales Training erlaubt ist und in Brandenburg nicht, haben nicht weitergeholfen.
Die Kicker vom Kreisoberligisten Germania 90 Berge beispielsweise haben die Kabinen auf ihrem zweiten Sportplatz in Hertefeld mit entsprechenden Geräten in kleine Fitnessstudios verwandelt, wo sich jeweils immer zwei Spieler zum gemeinsamen Training treffen.
„Auch wir bei den Fußballern vom VfL Nauen haben überlegt, was wir machen können und sind auf die Idee gekommen, auf unserem neuen Hybridrasenplatz und dem Hauptplatz jeweils Einzeltraining anzubieten. Also zum Beispiel separates Torwarttraining oder speziell für Spieler Torabschlüsse, Flanken oder das Kopfballpendel. Ich persönlich habe mich dann telefonisch bei der Hotline des Landkreises erkundigt, ob wir bei einem Fußballverein so etwas machen können, und habe mir dann auch das Okay von unserem zuständigen Gesundheitsamt geholt“, erklärte Ingo Mißmann, Jugendleiter beim VfL Nauen für die Großfeldteams, wie es zu dem Einzeltraining bei dem Verein kam.

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Vor allem der neue Hybridrasenplatz wird frequentiert

Zusammen mit Vereinschef Volker Müller und Dennis Bark, dem Jugendleiter für die Kleinfeldteams, hat sich das VfL-Trio ein Konzept überlegt, was sie anbieten können. „Bei einigen Trainern und Spielern im Verein war das Interesse riesengroß, bei anderen hielt es sich in Grenzen. Hauptsächlich wird der neue Hybridplatz für das Einzeltraining genutzt, weil es dort Flutlicht gibt – der Hauptplatz kaum, weil es dort wegen des fehlenden Lichts nur bis 16 Uhr am Tag geht“, sagte Ingo Mißmann.
Um die Abstandsregeln einzuhalten, dürfen immer nur vier Leute auf einen großen Platz und dabei jeder Trainer immer nur mit einem Spieler. Mißmann: „Es werden auch keine Ausnahmen erlaubt, damit es nicht zum Durcheinander oder Missverständnissen kommt.“ Die Kabinen und Duschen auf dem Sportplatz werden für das Einzeltraining nicht benutzt. Die Spieler und Trainer kommen gleich in Sportsachen direkt auf den Platz und fahren unmittelbar nach dem Training wieder nach Hause. Immer am Sonntagnachmittag und -abend wird vereinbart, wie das Einzeltraining in der Woche danach stattfindet. Bei Dennis Bark laufen die Fäden zusammen. Er nimmt die Wünsche der einzelnen Trainer entgegen, wer wann wo und mit wem trainieren möchte und erstellt dann einen Plan, der in der Whatsapp-Gruppe der Vereinstrainer veröffentlicht wird. „Dann weiß jeder, wann er dran ist. Und einige Trainer können am Montag oder Dienstag sehen, wann noch Zeiten frei sind. So ist fast die gesamte Woche etwas los vor allem auf dem Hybridrasenplatz, auf dem Hauptplatz eher weniger“, sagte Dennis Bark.
Besonders groß ist das Interesse bei den Trainern der VfL-Mannschaften, in denen auch die eigenen Söhne spielen. Begeistert zeigte sich zum Beispiel Enrico Pavan, der für die erste E-Juniorenmannschaft des Vereins verantwortlich ist. „So intensiv wie bei diesem Einzeltraining habe ich mit meinem Sohn noch nie Torwarttraining machen können“, sagte er.

Jungs der E-Junioren trainieren am meisten

Die E-Junioren sind auch die Mannschaft aus dem Verein, die das Einzeltraining mit am intensivsten nutzt. „Ab 18 Uhr, wenn die Kinder nicht mehr trainieren dürfen, kommen dann oft die A-Junioren und Männer, die jeweils von Jethro Reinhardt trainiert werden“, sagte Dennis Bark.
Natürlich ist den Verantwortlichen beim VfL Nauen klar, dass das Einzeltraining kein gleichwertiger Ersatz für das aus normalen Zeiten gewohnte Mannschaftstraining sein kann. Aber es ist eine gute Variante, mit der sich Spieler auch in diesen ungewöhnlichen Zeit fit halten können. Und der Verein selbst zeigt mit einer solchen Aktion, dass er sich um seine Sportler kümmert und es ihnen auch in den derzeitigen schwierigen Zeiten ermöglicht, weiter aktiv zu sein.