15. April 2021 / 20:34 Uhr

Klarer Sieg, klare Schwäche: SC DHfK Leipzig gewinnt gegen Balingen

Klarer Sieg, klare Schwäche: SC DHfK Leipzig gewinnt gegen Balingen

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
Lukas Binder (DHfK #11) und Bastian Roscheck (DHfK #19)
Lukas Binder, Bastian Roscheck und der SC DHfK Leipzig gewinnen das Heimspiel gegen Balingen-Weilstetten. © Christian Modla
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Souveräner Heimsieg: Gegen die abstiegsbedrohten Gäste von der Schwäbischen Alb geben sich die Bundesliga-Handballer aus Leipzig keine Blöße und gewinnen deutlich mit 26:18. Trotz des Ergebnisses zeigten sich aber altbekannte Schwächen.

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Leipzig. Der SC DHfK Leipzig zeigte sich am Donnerstagabend gegen HBW Balingen-Weilstetten von einer altbekannten Seite und kombinierte ihre bisherigen Stärken und Schwächen der Saison in einer einzigen Partie. Mit überragender Abwehrarbeit, aber den üblichen Problemen im Angriff nutzten sie ihre eigenen Torchancen zu selten aus, ließen am eigenen Kreis aber noch viel weniger zu. Mit einem klaren Ergebnis, aber auch einem klaren Problem, schickten die Sachsen ihre Gäste mit 26:18 (12:8) zurück in die schwäbische Heimat.

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Probleme vor dem gegnerischen Tor

Die Schwächen der Hausherren zeigten sich ab dem ersten Wurf auf den Balinger Kasten, den ein künftiger Magdeburger zugenagelt hatte. Keeper Mike Jensen startete mit sechs Paraden in sechs Minuten in die Partie. Eine ungeheure Statistik (66,6 Prozent gehaltene Bälle), für die er sich bei zahlreichen DHfK-Männern bedanken durfte.

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Der SC DHfK Leipzig gewinnt das Heimspiel gegen Balingen-Weilstetten deutlich mit 26:18. Zur Galerie
Der SC DHfK Leipzig gewinnt das Heimspiel gegen Balingen-Weilstetten deutlich mit 26:18. © Christian Modla

Denn die Mannschaft von André Haber spiegelte bereits in den ersten fünf Minuten ihrer 25. Saisonpartie wieder, was schon in der gesamten Spielzeit eine gigantische Baustelle ist: Toreffizienz. Die Leipziger scheiterten mit freien Würfen von den Außenposition, aus Tempogegenstößen und vom Kreis und waren nur durch ihre starke Defensivarbeit das bessere Team auf der Platte.

Lediglich drei Treffer hatten die Männer von Jens Bürkle in 13 Minuten erzielen können und gerieten so immer weiter in Rückstand. Logische Konsequenz: die Gäste stellten offensiv einen siebten Feldspieler auf, um nach über zehn Minuten ohne Treffer endlich wieder an der kompakten Abwehr der Grün-Weißen vorbeizukommen.

Und spielten den Haber-Handballern damit in die Karten. In der 22. Minute traf Lukas Binder das leere Tor – doch nur zwei Minuten später verfehlte Marko Mamic selbiges und korrigierte die Trefferquote der Sachsen sofort wieder nach unten.

Kräfteverhältnisse früh geklärt

Mit dem 12:8-Pausenstand konnten die Gastgeber nicht wirklich zufrieden sein, denn nach 30 Spielminuten wären locker drei bis sechs Tore mehr möglich gewesen. Doch nach dem Wiederanpfiff legte nur ein einziger Spieler noch einen Zahn zu, Keeper Joel Birlehm. Ohne den hellwachen Schlussmann hätten die Sachsen ihre Führung kaum aufrecht hallten können, denn zahlreiche technische Fehler im Tempospiel und mehrere vergebene Strafwürfe von Lucas Krzikalla und Patrick Wiesmach ließen die Torgefahr der Haber-Sieben schwinden.

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André Haber (Trainer SC DHfK Leipzig): Das war ein total wichtiges Spiel, ich habe es zuvor als Muss-Spiel benannt. Die Mannschaft hat das heute gelebt. Wir haben uns nicht von unserem Weg abbringen lassen. Am Anfang war es ein echtes Torhüter-Duell, Joel hat uns heute mehrfach gerettet. Wir haben in der ersten Halbzeit viel liegen lassen, aber mit unserer Deckungsarbeit war ich über die vollen 60 Minuten sehr zufrieden. Zur Galerie
André Haber (Trainer SC DHfK Leipzig): "Das war ein total wichtiges Spiel, ich habe es zuvor als Muss-Spiel benannt. Die Mannschaft hat das heute gelebt. Wir haben uns nicht von unserem Weg abbringen lassen. Am Anfang war es ein echtes Torhüter-Duell, Joel hat uns heute mehrfach gerettet. Wir haben in der ersten Halbzeit viel liegen lassen, aber mit unserer Deckungsarbeit war ich über die vollen 60 Minuten sehr zufrieden." ©

Rund 15 Minuten vor dem Schlusspfiff waren die Kräfteverhältnisse geklärt. Die Balinger lagen 11:18 zurück und fanden keine Lösungen gegen die Mittelblock-Kombo aus Maciej Gebala und Marko Mamic.

Die Sachsen konnten das Spiel mit Ruhepuls zu Ende spielen, setzten Kapitän Alen Milosevic am Kreis mehrfach gut in Szene und schenkten Niclas Heitkamp in den finalen Minuten sein Bundesliga-Debüt. Mit gefühlten zehn Treffern zu wenig, aber mit 26:18 dennoch deutlich, holten sich die DHfK-Handballer zwei wichtige Punkte im Kampf um einen Top-Ten-Platz.