27. September 2021 / 09:15 Uhr

Nach Kritik von BVB-Boss Watzke und Zorc: Das sagt Schiedsrichter Aytekin zu den Vorwürfen

Nach Kritik von BVB-Boss Watzke und Zorc: Das sagt Schiedsrichter Aytekin zu den Vorwürfen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Schiedsrichter Deniz Aytekin (links) bezieht Stellung zu den kritischen Stimmen von den BVB-Bossen Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc.
Schiedsrichter Deniz Aytekin (links) bezieht Stellung zu den kritischen Stimmen von den BVB-Bossen Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc. © IMAGO / DeFodi / Getty (Montage)
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Schiedsrichter Deniz Aytekin steht nach dem Bundesliga-Duell zwischen Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund weiter in der Kritik. Nach der umstrittenen Gelb-Roten Karte gegen BVB-Profi Mahmoud Dahoud reagiert der Referee auf die Aussagen der Dortmunder Bosse Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc.

Das Aufreger-Thema des vergangenen Bundesliga-Spieltags war eine Schiedsrichter-Entscheidung. Deniz Aytekin bestrafte den bereits verwarnten Dortmunder Mahmoud Dahoud mit einer Gelb-Roten Karte, nachdem er auf seinen Pfiff nach einem Foulspiel mit einer abfälligen Geste reagiert hatte. Die Bosse des Revierklubs reagierten verärgert über die Entscheidung. Aytekin habe durch seine Gestik und Mimik zusätzlich Hektik in die Partie gebracht und sei "wie ein Kapellmeister" aufgetreten, kritisierte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke im "Doppelpass" bei Sport1. Dahouds Protest sei "nicht außergewöhnlich schlimm" gewesen. "Es ist nicht total respektlos", sagte Watzke.

Das sah Aytekin komplett anders. Bereits am Samstag hatte sich der Schiedsrichter nach dem Spiel gegenüber Sky zur umstrittenen Szene geäußert. Gegenüber Bild äußerte sich der 43-Jährige zu den Worten von Watzke. "Die Aussage von Herrn Watzke, ich sei ein Kapellmeister, lege ich nicht auf die Goldwaage. Natürlich sind nach so einer Entscheidung viele Emotionen im Spiel. Ich schätze und respektiere ihn sehr und habe ein gutes Verhältnis zu den BVB-Verantwortlichen", betonte Aytekin.

Neben dem Geschäftsführer machte auch Dortmunds Sport-Direktor Michael Zorc seinen Unmut deutlich. "Ich mag Deniz Aytekin und halte ihn grundsätzlich für einen sehr guten Schiedsrichter, aber in Gladbach hat er einfach einen schlechten Tag erwischt! Das Fehlverhalten von Mo Dahoud ist unstrittig, und doch hat die Verhältnismäßigkeit in diesem Spiel nicht gestimmt. Lars Stindl hackt dreimal rein und kommt so davon", wird Zorc in der Bild zitiert. Der Bundesliga-Referee sei in dem Spiel selbst auch emotional gewesen. Er stellt aber auch klar: "Sieht man nur die Gelbe Karte, kann man durchaus auf die Idee kommen, dass der Platzverweis überzogen war. Wäre die Dahoud-Aktion das erste Reklamieren gewesen, hätte ich ihn nicht vom Platz gestellt."

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Der ehemalige Spitzenschiedsrichter Thorsten Kinhöfer verteidigte Aytekin für seine Aktion. Der frühere DFB- und FIFA-Referee griff in seiner Kolumne in der Bild am Sonntag auch Fußballer für ähnliches Verhalten an. "Ich sage es ganz offen: Ich kann diese Art nicht ab. Dieses Reklamieren, diese Theatralik, diese Schauspielerei - widerwärtig finde ich das", schrieb Kinhöfer. Aytekin habe Dahoud "zu Recht" zum Duschen geschickt.