07. Juni 2021 / 10:58 Uhr

Kurz vor Copa América: Brasiliens Verbandschef Rogério Caboclo suspendiert

Kurz vor Copa América: Brasiliens Verbandschef Rogério Caboclo suspendiert

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Wegen Belästigungsvorwürfen für einen Monat suspendiert: Brasiliens Verbandspräsident Rogério Caboclo.
Wegen Belästigungsvorwürfen für einen Monat suspendiert: Brasiliens Verbandspräsident Rogério Caboclo. © imago/Fotoarena
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Kurz vor der Copa América wurde der Verbandschef des Gastgeberlandes Brasilien, Rogério Caboclo, wegen Belästigungsvorwürfen suspendiert. Die Nationalmannschaft kritisiert den 48-Jährigen zudem wegen dessen Umgang mit der Corona-Pandemie.

Eine Woche vor dem geplanten Anpfiff bei der Copa América im Corona-Brennpunkt Brasilien ist der Präsident des brasilianischen Fußballverbandes CBF für einen Monat suspendiert worden. Wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung müsse Rogério Caboclo sein Amt für 30 Tage ruhen lassen, teilte der Verband CBF die Entscheidung seiner Ethikkommission am Sonntag (Ortszeit) mit. Das Komitee gehe nun den Vorwürfen gegen Caboclo nach, damit könne sich die Suspendierung weiter verlängern, hieß es. Der 82-jährige Vizepräsident Antônio Carlos Nunes übernehme vorübergehend die Amtsgeschäfte.

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Medienberichten zufolge hatte eine CBF-Mitarbeiterin den Verbandsboss zuvor der sexuellen Belästigung bezichtigt. Er soll sie nach ihrem Sexualleben befragt und sie beleidigt haben. Zudem habe er versucht, ihre Beziehungen zu anderen Mitarbeitern sowie ihren Kleidungsstil zu kontrollieren. Allerdings stand Caboclo zuletzt auch wegen der überraschenden Verlegung der Copa América in das Virusvariantengebiet Brasilien in der Kritik. Innerhalb der brasilianischen Nationalmannschaft soll es große Widerstände gegen das Turnier mitten in der Corona-Pandemie geben. "Alle kennen unsere Position. Klarer geht es nicht", sagte Nationalelf-Kapitän Casemiro am Freitag nach dem WM-Qualifikationsspiel gegen Ecuador.

Kolumbien und Argentinien waren als Ausrichter ausgeschieden

Wenige Wochen vor Beginn des Turniers am kommenden Sonntag waren zunächst Kolumbien und dann Argentinien als ursprünglich vorgesehene Ausrichter abgesprungen. In Kolumbien kommt es seit Monaten zu blutigen Protesten gegen die Regierung, Argentinien wurde zu Beginn des Winters auf der Südhalbkugel von der zweiten Welle der Corona-Pandemie hart getroffen. Daraufhin verlegte der südamerikanische Fußball-Verband Conmebol die Copa América nach Brasilien. Allerdings ist auch das größte Land Lateinamerikas weiterhin ein Brennpunkt der Corona-Pandemie: Bislang haben sich mehr als 16,9 Millionen Menschen nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, über 470.000 Menschen sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Zuletzt hatten Wissenschaftler zudem eine neue Variante des Coronavirus identifiziert.