14. April 2021 / 10:17 Uhr

Letztes großes Finale für DSC-Volleyballerin Lenka Dürr: "Entscheidung ist gefallen"

Letztes großes Finale für DSC-Volleyballerin Lenka Dürr: "Entscheidung ist gefallen"

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
Lenka Dürr
DSC-Libera Lenka Dürr wird ihre Karriere als Spielerin nach dem Finale wohl beenden. © imago/Lutz Hentschel
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Für Lenka Dürr wird es wohl die letzte Saison beim Dresdner SC sein. Die Libera der Volleyballerinnen hofft vor ihrem Karriereende noch auf den Meistertitel. Dafür müssen die Damen aber nach der Auftaktniederlage eine bessere Leistung bringen.

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Dresden. Die Erfolgsliste von Lenka Dürr ist lang. Die 30-jährige Libera der DSC-Volleyballerinnen hat nicht nur 217 Mal das Trikot der deutschen Nationalmannschaft getragen, sondern auch auf Clubebene Erfahrungen in Aserbaidschan, Polen und Rumänien gesammelt. Dazu feierte sie auch in der Bundesliga mit Vilsbiburg und Schwerin Meistertitel. 2020 jubelte die gebürtige Memmingerin mit dem DSC über einen grandiosen Pokalerfolg in Mannheim. Keine Frage, natürlich möchte die Annahme- und Abwehrspezialistin gern noch einmal die Meisterschale mit Dresden in Händen halten.

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Nach der 0:3-Auftaktniederlage gegen Allianz MTV Stuttgart steht am Mittwochabend (18 Uhr/live bei Sport1) die zweite Partie bei den Schwaben an. Für Dürr wird es aller Voraussicht nach ihre letzte Chance auf den Titel sein. Schon im Februar, als sie nach dem Sieg gegen Wiesbaden zur „MVP“ gekürt wurde und sich einmal mehr als „Oma“ in einer ansonsten sehr jungen Mannschaft bezeichnete, antwortete sie auf die Frage nach ihrer Zukunft: „Meine Entscheidung ist gefallen und sie hängt nicht vom Ausgang der Meisterschaft ab.“

Das klang ziemlich klar nach Abschied und Karriereende. Diese Vermutung wird jetzt durch einen Bericht in der Presse von Münster untermauert. Dort heißt es, dass es ein offenes Geheimnis in der Liga sei, dass Linda Bock in der kommenden Saison in Dresden die Nachfolge von Lenka Dürr antreten soll. In Dresden hält man sich dazu noch bedeckt. „Zu Personalien äußern wir uns während der Finalserie nicht“, hatte Geschäftsführerin Sandra Zimmermann vor Beginn der entscheidenden Meisterschaftsphase betont.

"Mehr Präzision und Disziplin"

Dennoch würde die Neuverpflichtung gut in die Philosophie von Trainer Alexander Waibl, mit talentierten deutschen Spielerinnen zu arbeiten, passen. Linda Bock, die aus Borkum stammt, schon mit 14 in der 2. Bundesliga debütierte und 2018 zum USC Münster wechselte, rückte schon 2019 nach dem Nationalmannschafts-Abschied von Lenka Dürr in die Auswahl nach. Zudem spielte sie unter der Leitung von Waibl 2019 bei der Universiade und wurde mit der A-Nationalmannschaft noch im gleichen Jahr EM-Fünfte. Sicher wird sie jetzt gespannt verfolgen, wie sich der DSC weiter in der Finalserie schlägt.

Lenka Dürr berichtet, dass die Mannschaft sich noch einmal ein paar Sequenzen von der 0:3-Heimniederlage gegen Stuttgart angeschaut habe, „danach ging aber der Blick nach vorn. Wir haben in den letzten Tagen daran gearbeitet, an zwei, drei Schrauben zu drehen“, berichtet Dürr. Sie weiß dennoch, wie schwer die Aufgabe erneut wird: „Man muss schon anerkennen, dass sich Stuttgart sehr gut entwickelt hat, dass sie auf einer Welle reiten.“ Während der MTV im ersten Spiel sehr konstant agiert habe, sei es beim DSC eher wellenförmig gewesen, wie die Libera einräumt. Deshalb ist ihr auch klar: „Es liegt ganz viel an uns selbst, den Gegner aus der Reserve zu locken. Wir müssen mit mehr Präzision und Disziplin spielen.“

Auch Waibl sieht den Schlüssel darin, dass seine Schützlinge „einfach besser Volleyball spielen“. Jede Spielerin müsse noch ein paar Prozent draufpacken, „nur dann können wir auch unsere Teamleistung stabiler gestalten“, weiß der Coach. Mental sei es wichtig, die nötige Balance zwischen Anspannung und Lockerheit zu finden. Im ersten Spiel wollten es seine Schützlinge zum Teil besonders gut machen und seien dann ein wenig verkrampft. „Wir wissen, dass der Gegner stark ist, aber wir wollen uns eine Chance erarbeiten, Stuttgart zu besiegen“, sagte Waibl vor der Abreise in seine alte Heimat.