17. April 2021 / 14:41 Uhr

Lieber Chemie als Dynamo im Viertelfinale: 1. FC Lok Leipzig freut sich auf den Sachsenpokal

Lieber Chemie als Dynamo im Viertelfinale: 1. FC Lok Leipzig freut sich auf den Sachsenpokal

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
Torsten Kracht
Lok Leipzigs Sportvorstand Torsten Kracht würde Dynamo Dresden lieber erst im Finale begegnen wollen. © 1. FC Lok Leipzig
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Chemie, Dynamo oder gar ein Freilos? Lok Leipzigs Sportvorstand Torsten Kracht freut sich auf die kommende Pokalrunde und hätte im Viertelfinale lieber keinen Gegner aus der 3. Liga. Egal gegen wen es geht: Kapitän Schinke wird wohl nicht spielen können.

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Leipzig. Chemie oder Dynamo, Stadtduell oder Sachsenderby? Am Montag wird das Viertelfinale des Sachsenpokals, das erste Pflichtspiel für die Leipziger Fußballviertligisten nach sechs Monaten Zwangspause, ausgelost, der Landessieger landet im DFB-Pokal-Lostopf und darf von berühmten Promifingern gezogen werden. Der 1. FC Lok Leipzig könnte am ersten Maiwochenende auch auf Erzrivale BSG Chemie Leipzig oder Topfavorit und Drittligatabellenführer Dynamo Dresden treffen. Torsten Kracht würde eher das Derby nehmen. „Da bin ich ehrlich: Ich hätte Dresden lieber im Endspiel“, scherzt der Sportvorstand der Probstheidaer im SPORTBUZZER-Gespräch und erklärt: „Gegenüber Drittligisten sind wir in mehrerer Hinsicht Außenseiter. Wir haben keine Fans, die uns deutlich mehr Unterstützung geben könnten und zum sportlichen Unterschied kommt hinzu, dass wir überhaupt nicht im Rhythmus sind.“

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„Er setzt andere Prioritäten“

Tatsächlich befinden sich die Drittligisten Dresden und der FSV Zwickau mitten in der Saison, sind körperlich und mental voll auf Pflichtspielmodus. Lok trainiert dagegen seit Jahresbeginn in Kurzarbeit, Coach Almedin Civa bittet drei Mal wöchentlich zum Mannschaftstraining – daran wird sich im April auch nichts mehr ändern. Das neue Präsidiumsmitglied hoffe daher auch, dass die Profis „auch individuell zu Hause etwas machen. Das erwarte ich auf diesem Level“. Doch trotz aller Widrigkeiten betont Kracht: „Die Freude überwiegt.“ Das Freilos sei indes „gar nicht so gut. Die Spieler wollen einfach spielen.“

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Nicht mehr auflaufen wird jedoch wohl Kapitän Paul Schinke. Der Spielgestalter verteilt neuerdings medizinisches Bedarfsmaterial a lá Masken und ist als Geschäftsführer jobtechnisch stark eingespannt. „Er trainiert nur sporadisch, kann sich momentan ausschließlich um seine berufliche Laufbahn kümmern“, erklärt Kracht. Wie die BILD berichtete, wird es zudem wohl keine Vertragsverlängerung geben. Der ehemalige Bundesligaprofi, mittlerweile CEO bei der Leipziger Firma Wincon Immobilien, habe es selbst erlebt: „Wenn du dein Leben nach dem Fußball organisierst und einem anderen Bereich widmest, kannst du das nur mit 100 Prozent machen. Er setzt andere Prioritäten, und die setzt er in meinen Augen auch richtig.“

„Menschen wissen, in welcher Situation wir uns befinden“

Ein Titel wäre da sicherlich nicht das schlechteste Abschiedsgeschenk. Dass dies in der Liga nicht mehr möglich ist, ist bekannt. Kracht hält die Entscheidungen des NOFV, die Regionalligasaison abzubrechen sowie die Pokalregelung des SFV für richtig. „Ich verstehe die kleinen Vereine. Wegen der Geisterkulisse ist es finanziell jedoch eine sehr gute Regelung.“

Apropos Geisterkulisse: Bei einem möglichen Duell zwischen Probstheidaern und Leutzschern hat der 53-jährige Ex-Verteidiger keine Sorge vor Fanansammlungen in Pandemiezeiten. „Die Menschen wissen, in welcher Situation wir uns befinden. Auch bei Schalke gegen Dortmund oder Union gegen Hertha war es verhältnismäßig ruhig. Die Großzahl ist vernünftig und es würde weder Chemie noch Lok einen Gefallen tun. Es ist schade ohne Fans, denn es wäre ein tolles Derby mit dem besonderen Reiz des Pokals.“