10. April 2021 / 18:28 Uhr

Lok Leipzig mit Testspiel-Niederlage im Duell der „Corona-Meister“

Lok Leipzig mit Testspiel-Niederlage im Duell der „Corona-Meister“

Rainer Kelch
Leipziger Volkszeitung
Tom Nattermann (Lok 11) gegen Elian Alexander Clasen (Torwart Viktoria)
Berlins Torhüter Elian Alexander Clasen klärt den Ball vor dem heranstürmenden Tom Nattermann. © Christian Modla
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Das team von Trainer Almedin Civa unterlag Meister und Drittliga-Aufsteiger Viktoria Berlin in einem Testspiel mit 1:3. Djamal Ziane erzielte den Ehrentreffer für die Probstheidaer. 

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Leipzig. Im Duell der „Corona-Meister“ der Regionalliga Nordost hat der 1. FC Lokomotive Leipzig gegen den FC Viktoria 1889 Berlin den Kürzeren gezogen. Am Samstag-Nachmittag verloren die Blau-Gelben ihr Testspiel im heimischen Bruno-Plache-Stadion mit 1:3. Beide Teams agierten über die ganze Spielzeit bemüht, teilweise unterliefen aber große Fehler, die Abstimmung zwischen den Spielern war oftmals ein Problem.

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Letztes Pflichtspiel der Lok-Elf vor fünf Monaten

Vor einem reichlichen Jahr, im Frühjahr 2020, stoppte Corona nahezu den gesamtem Sportbetrieb, darunter natürlich auch die Regionalliga Nordost. Anders als in den drei Profiligen, startete die Liga nicht wieder in den Spielbetrieb. Stattdessen wurde nach einigem Hin und Her der 1. FC Lok zum Meister bestimmt, weil der Punkt-Koeffizient (die Anzahl von Punkten geteilt durch absolvierte Spiele) aller Mannschaften der Beste war. Damit gingen die Blau-Gelben in die Aufstiegsrelegation gegen den SC Verl, die sie bekanntlich denkbar knapp gegen verloren. In der aktuellen Saison wiederholte sich nun das Prozedere: Wieder stoppte eine Corona-Welle den Spielbetrieb der Regionalliga – die letzten Spiele fanden Ende Oktober statt, ein Ende der Unterbrechung war und ist nicht in Sicht. Wieder wurde der Meister über den Koeffizienten bestimmt. Einfacher war diesmal nur die Berechnung: Viktoria Berlin gewann alle elf absolvierten Spiele und wird deswegen in die 3. Liga aufsteigen – zumindest dann, wenn der Verein noch ein Stadion findet, das den vom DFB geforderten Anforderungen entspricht.

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Der 1. FC Lok Leipzig unterlag in einem Testspiel Drittliga-Aufsteiger Viktoria Berlin mit 1:3. Djamal Ziane erzielte den Ehrentreffer. Zur Galerie
Der 1. FC Lok Leipzig unterlag in einem Testspiel Drittliga-Aufsteiger Viktoria Berlin mit 1:3. Djamal Ziane erzielte den Ehrentreffer. ©

Im Hier und jetzt haben beide Vereine ein ähnliches Problem: Das letzte Pflichtspiel liegt mehr als fünf Monate zurück und demnächst könnte es im Landespokal weitergehen. Über den kann man sich für den DFB-Pokal der nächsten Saison qualifizieren, was ein Plus an Renommee und eine nicht unerquickliche Menge Einnahmen mit sich bringen würde – Prädikat wichtig. Insofern sind beide Vereine aktuell bemüht, nicht nur im Training wieder in Schwung zu kommen, sondern auch echte Spielpraxis zu sammeln. Gerade für den 1. FC Lok ist dies sehr wichtig, weil im Landespokal unter anderem die Drittligisten aus Dresden und Zwickau warten, die voll im Spielbetrieb stehen.

Lok-Trainer Almedin Civa schickte seine Mannschaft im gewohnten 4-2-3-1 aufs Feld, ins Spiel fanden die Leipziger aber lange nicht. Die Berliner setzten die Blau-Gelben früh unter Druck, provozierten so Fehler. So wie in der 11. Minute, als Torhüter Jannes Tasche einen hohen Ball in Bedrängnis zwar vom Himmel pflückte, aber nicht festhalten konnte. Viktorias Stürmer Tobias Gunte hatte aufgepasst und staubte per Kopf ab. Auch danach waren die Berliner das bessere, weil wachere Team, erspielten sich einige weitere gute Möglichkeiten. Lok wurde erst gegen Ende der ersten Halbzeit gefährlich: Zunächst scheiterten Tom Nattermann und wenig später Sascha Pfeffer per Kopf (38.). Die beste Chance vergab Robert Berger, als er von halbrechts kommend knapp links am Tor vorbeischoss (43.).

Viktoria präsentierte sich spielerisch reifer

Auch in der zweiten Hälfte war Viktoria zunächst eine Klasse besser als Lok, agierte konzentrierter und wacher, erhöhte schnell per Foulelfmeter durch Erhan Yilmaz auf 2:0 (der eingewechselte Gabriel Boakye brachte Berlins Mattis Daube zu Fall), später durch einen Flachschuss von Christopher Theisen auf 3:0 (63.). Lok erst in der 67. Minute mit einem Lebenszeichen, als Ziane im richtigen Moment startete und den guten Pass noch besser verarbeitete und zum Ehrentreffer einnetzte. Lok hatte zehn Minuten vor Schluss sogar noch die Chance auf den Anschlusstreffer, aber Boakyes, der über rechts durchgebrochen war, spielte halbhoch statt flach in die Mitte - Goteh Ntignee setzte seinen Abschluss deutlich übers Tor.

Fazit: Es wartet noch Einiges an Arbeit auf Almedin Civa und seine Mannschaft, wenn es denn im Pokal irgendwann weiter gehen sollte. Gerade um gegen die Drittligisten bestehen zu können, muss Lok konzentrierter, wacher und abgezockter agieren. Aussichtslos ist das nicht – was fehlt, ist weitere Spielpraxis gegen starke Gegner wie Viktoria Berlin.

Lok: Tasche (46. Gies) – Berger (46. Lucenka), Eglseder, Urban, Mehmedovic – Sirch, Piplica (46. Stendera) – Salewski (46. Boakye), Abderrahmane (63. Ntignee), Pfeffer – Nattermann (46. Ziane)

Tore: 0:1 Gunte (11.), 0:2 Yilmaz (49./FE), 0:3 Theisen (63.). 1:3 Ziane (67.)