05. August 2021 / 16:55 Uhr

Lok Leipzig vor Pokal-Knaller gegen Leverkusen: Gelingt der Überraschungscoup?

Lok Leipzig vor Pokal-Knaller gegen Leverkusen: Gelingt der Überraschungscoup?

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
Luca Sirch (Lok 24) und Sascha Pfeffer (Lok 23) - 

1. FC Lokomotive (Lok) Leipzig vs FC Carl Zeiss Jena
Loks Sascha Pfeffer (r.) will auch gegen Leverkusen alles geben. © Christian Modla
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Träumen ist erlaubt: Der FC Lokomotive Leipzig ist am Sonnabend gegen den Bundesligisten Bayer Leverkusen im DFB-Pokal gefordert. Die Probstheidaer begehen das Karriere-Highlight vor 6.000 Fans. Tickets sind noch zu haben.

Leipzig. Am Sonnabend bittet Lok Leipzig Bundesligist Bayer Leverkusen zum heißen Tanz im Bruno-Plache-Stadion. Für die Prosbtheidaer Spieler ist das DFB-Pokalspiel ein Karriere-Highlight vor 6.000 Fans.

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„Das wird die geilste Woche meines Lebens“, prophezeite Damir Mehmedovic am vergangenen Wochenende. Der österreichische Linksverteidiger des 1. FC Lok Leipzig konnte es kaum erwarten, sich auf das DFB-Pokal-Spiel gegen Bayer Leverkusen (Sonnabend, 15:30 Uhr, Sky) vorzubereiten, einzustimmen, von der möglichen Sensation zu träumen. „Wahnsinn, ich kann es immer noch nicht glauben“, verkündete die 23-jährige Stammkraft.

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Sein elf Jahre älterer Kapitän gönnt es ihm. „Damit er auch mal was erlebt“, scherzt Sascha Pfeffer auf der Pressekonferenz im Vorfeld des Highlightspiels. Fast auf den Tag genau vor 23 Jahren liefen die Probstheidaer zuletzt im geschichtsträchtigen Cup auf und mussten sich in der Verlängerung gegen 1860 München mit 2:4 geschlagen geben, nun sind sie zurück auf der nationalen Fußballbühne. Pfeffers letzter Pokalauftritt ist im Oktober 2016 datiert, mit dem HFC flog er gegen den HSV mit 0:4 raus. Dass der dribbelfreudige Techniker es auch anders kann, bewies er vor zehn Jahren mit Dynamo Dresden – ausgerechnet gegen die Werkself aus Leverkusen.

Highlight vor 6.000 Fans

4:3 besiegten die Dresdner den Bundesligisten nach 120 Minuten, obwohl die Sachsen zunächst 0:3 zurücklagen. Pfeffer wurde kurz vor Schluss eingewechselt und legte das Siegtor 180 Sekunden vor Abpfiff auf. „Nach der Auslosung habe ich direkt einen Link von dem Spiel in unsere Whatsapp-Gruppe gehauen“, berichtet der Lok-Captain stolz. Sein Tipp für die jüngeren Kollegen: „Sie sollen es genießen, mit breiter Brust auftreten.“ Dass das Match gegen den Europa-League-Teilnehmer schon seit geraumer Zeit in den Köpfen der Regionalligisten schwirrt, sei klar, erklärt Pfeffer. „Die Vorfreude war schon immer da. Es war ein bisschen schwierig, dass von den ersten Punktspielen zu trennen.“

Diese sind nun abgehakt, endlich kann vor über 6.000 Fans der große Überraschungscoup angegangen werden. Noch sind nicht alle Plätze vergeben. Ticktes sind noch online und an der Tageskasse erhältlich.

Ex-RB-Profi Schick am Start

Ist Träumen verboten? „Man träumt immer davon“, stellt Keeper Jan-Ole Sievers klar. Auch Pfeffer tritt an, um zu gewinnen. „Die Vergangenheit hat es bewiesen, dass unterklassige Mannschaften die Großen ärgern können. Wir wollen in 90 oder 120 Minuten ans Limit gehen“, verspricht Loks ältester Profi und neuer Spielmacher. Dessen Sohnemann ist dagegen skeptischer, fragte im Auto: „Wie wollt ihr gegen einen Bundesligisten gewinnen?“


Besagter Bundesligist reist am Freitag in die Messestadt und kehrt ins luxuriöse Steigenberger Hotel ein. In weichen Betten übernachten Ex-RB-Profi Patrik Schick oder Chiles langjähriger Nationalelfkapitän Charles Aranguiz, frühstücken am Sonnabend millionenteure Shootingstars wie Moussa Diaby oder Florian Wirtz. Ausfallen werden dagegen Leistungsträger wie Edmond Tapsoba, Jonathan Tah oder Lucas Alario.

Sascha Pfeffer konzentriert sich ohnehin nicht auf die Namen seiner Gegenspieler. „Mir ist egal, wer kommt. Ich werde dazwischen kloppen.“ Verständlich: soll doch Mehmedovic' geilste Woche im geilsten Spiel münden.