20. September 2021 / 21:57 Uhr

Elf Gegentore in fünf Bundesliga-Spielen: Lothar Matthäus kritisiert Defensivarbeit des BVB

Elf Gegentore in fünf Bundesliga-Spielen: Lothar Matthäus kritisiert Defensivarbeit des BVB

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Defensive des BVB wirkt bislang alles andere als sattelfest.
Die Defensive des BVB wirkt bislang alles andere als sattelfest. © IMAGO/Sportfoto Rudel (Montage)
Anzeige

Nicht zuletzt nach dem 4:2-Sieg gegen Union Berlin ist klar: Für ein Spitzenteam der Bundesliga kassiert Borussia Dortmund zu viele Gegentore. "Sky"-Experte Lothar Matthäus sieht das ähnlich – und kritisiert die Defensivarbeit des BVB deutlich.

Elf Gegentore hat Borussia Dortmund in der laufenden Bundesliga-Saison bereits kassiert. Nur vier Teams mussten den Ball öfter aus dem eigenen Netz holen, als der BVB. In sieben aufeinanderfolgenden Pflichtspielen kassierten die Westfalen mindestens einen Gegentreffer. Die Null stand lediglich beim Debüt von Neu-Trainer in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Wehen Wiesbaden (3:0). Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus veranlasst dies zu deutlicher Kritik am Defensivverhalten der Borussia: "Ich will nicht von Schießbude sprechen, aber es sind definitiv viel zu viele Gegentreffer", schreibt der 60-Jährige in seiner Sky-Kolumne.

Anzeige

Selbst BVB-Kapitän Marco Reus hatte im Anschluss an die Partie gegen Union Berlin (4:2) zuletzt Alarm geschlagen, nachdem seine Mannschaft trotz eines komfortablen 3:0-Vorsprungs am Ende durch zwei vermeidbare schnelle Gegentore noch einmal zittern musste. "Wir dürfen die Tore nicht so einfach herschenken, sonst bricht uns das irgendwann das Genick", so die klare Ansage des Offensivspielers. Auch Matthäus prophezeit dem Bundesliga-Schwergewicht – sollte sich der Trend fortsetzen – schwierige Zeiten: "Das kann auf Dauer in einer ganzen Saison nicht gut gehen", so der ehemalige Bayern-Star. "Irgendwas stimmt mit der Defensivarbeit nicht. Man kann nicht ständig drei oder vier Tore schießen, um ein Spiel zu gewinnen."

Doch genau das tut der BVB aktuell. Den elf Gegentoren steht die beachtliche Anzahl von 17 erzielten Treffern gegenüber – ein Wert, der nur von Spitzenreiter FC Bayern überboten wird. Allein Erling Haaland, der auch gegen Union doppelt traf, hat mit inzwischen sieben Saisontoren in der Liga enormen Anteil an der ordentlichen Ausgangslage des Tabellendritten, der trotz der vielen kassierten Tore erst eine Pleite hinnehmen musste. Verlassen sollte sich der BVB nach Meinung von Matthäus auf den eigenen Ertrag in der Offensive aber nicht. Besonders, wenn es für den großen Sprung reichen soll. Trainer Rose nimmt er deshalb in die Pflicht: "Wenn er Titel holen will - und davon gehe ich aus - muss er dafür sorgen, dass die Mannschaft weniger Tore kassiert", so Matthäus.

Die individuelle Klasse will er den etablierten Verteidigern um Mats Hummels und Manuel Akanji indes nicht absprechen. "Die Qualität der Abwehrspieler ist durchaus vorhanden, aber eventuell müssen die Vordermänner mehr mit nach hinten arbeiten", lautet der Matthäus-Ansatz. Das Resümee des TV-Experten zur Lage bei der Borussia: "Bisher ist der BVB unter Marco Rose Spektakel pur. Es hagelt Tore. Aber nicht nur vorne durch Haaland, sondern leider auch immer wieder hinten."