05. Dezember 2022 / 20:50 Uhr

Lothar Matthäus: Warum Thomas Müller seine DFB-Karriere beenden sollte – und welche Alternativen es gibt

Lothar Matthäus: Warum Thomas Müller seine DFB-Karriere beenden sollte – und welche Alternativen es gibt

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Lothar Matthäus rät Thomas Müller (r.) dazu, seine Karriere im DFB-Trikot zu beenden.
Lothar Matthäus rät Thomas Müller (r.) dazu, seine Karriere im DFB-Trikot zu beenden. © IMAGO / Matthias Koch / Jan Huebner (Montage)
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Nach dem WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft grübelt Thomas Müller weiterhin öffentlich über seine Zukunft im DFB-Team. Rekordnationalspieler Lothar Matthäus gibt dem Weltmeister von 2014 einen Rat und blickt in die Zukunft.

Der Stachel des nächsten vorzeitigen WM-Ausscheidens sitzt bei Thomas Müller weiter tief. Wie schon 2018 in Russland war für den Star des FC Bayern München mit dem DFB-Team in diesem Jahr auch in Katar nach der Gruppenphase Endstation. Spätestens seit seiner emotionalen Rede im TV nach dem letzten deutschen Spiel bei dieser WM, die stark nach einem DFB-Abschied klang, wird über einen Rücktritt Müllers aus der deutschen Nationalmannschaft spekuliert. Während der 33-Jährige "diesmal etwas Zeit braucht, um alles einordnen zu können", wie Müller am Sonntag bei Instagram schrieb, hat Rekordnationalspieler Lothar Matthäus einen Ratschlag für den Weltmeister von 2014 parat: In seiner Sky-Kolumne legt er Müller einen Rückzug aus dem DFB-Team nahe.

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"Natürlich hat Thomas Müller ein gewisses Alter und hatte vor der WM einige Phasen, in denen er verletzt war", leitete Matthäus sein Plädoyer für einen Müller-Rücktritt ein. Solche Phasen mit vielen Blessuren kenne er auch aus eigener Erfahrung. "Ich könnte Thomas nur persönlich raten, weil ich vielleicht auch zu spät aufgehört habe, sich voll auf den Verein zu konzentrieren", schrieb der Weltmeister von 1990 und begründete diesen Vorschlag auch. "Als er das für ein, zwei Jahre gemacht hat, hatte er seine beste Zeit."

Matthäus will Müller nicht zum Rücktritt drängen und zählt Alternativen auf

Die Partie gegen Costa Rica (4:2), nach der das DFB-Team ausschied, war Müllers 121. Länderspiel. Insgesamt erzielte der Bayern-Profi 44 Tore im Nationaltrikot. 2014 wurde er mit Deutschland in Brasilien Weltmeister. Vier Jahre zuvor in Südafrika hatte er sich mit fünf Treffern zum WM-Torschützenkönig gekrönt. Sein Länderspiel-Debüt hatte er im März 2010 gegeben. Unter Bundestrainer Joachim Löw, dem Vorgänger des aktuellen Coaches Hansi Flick wurde Müller gemeinsam mit Mats Hummels und Jerome Boateng Anfang 2019 ausgebootet, bei der EM 2021 jedoch wieder berücksichtigt. Auch Flick setzte zuletzt voll auf den Bayern-Angreifer.

Doch der in die Kritik geratene DFB-Coach habe Alternativen für Müller in der Hinterhand, machte Matthäus deutlich. "Wir haben in der Nationalmannschaft auf seiner Position keine Führungsspieler wie ihn, aber wir haben viele Spieler, die in diese Rolle hineinwachsen und hinter der Spitze wirbeln können, wie Musiala, wie Havertz", schrieb der Ex-Bayern-Kapitän, der jedoch auch Verständnis für eine etwaige Fortsetzung von Müllers Nationalmannschafts-Karriere hätte. "(...) wenn er Lust hat weiterzuspielen, soll er das machen, wenn ihn Hansi Flick braucht. Ich will niemanden zum Rücktritt drängen, diese Entscheidung muss der Spieler zusammen mit dem Trainer treffen", so Matthäus.

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