13. Dezember 2020 / 13:34 Uhr

Max Eberl über die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie: "Zeit des Honigflusses vorbei"

Max Eberl über die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie: "Zeit des Honigflusses vorbei"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Erklärt die Auswirkungen der Pandemie auf den Fußball: Gladbach-Manager Max Eberl.
Erklärt die Auswirkungen der Pandemie auf den Fußball: Gladbach-Manager Max Eberl. © imago images/Martin Hoffmann
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Max Eberl hat sich in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" zu den Folgen der Coronavirus-Pandemie für den Fußball geäußert und glaubt, dass die fetten Jahre für die Profi-Klubs erst einmal vorbei sind.

Die Coronavirus-Pandemie hat auch im Fußball deutliche Spuren hinterlassen. Erst vergangene Woche sagte DFL-Boss Christian Seifert, dass einschließlich der vergangenen Saison die Vereine bis zur Spielzeit 2021/22 etwa zwei Milliarden Umsatzverlust machen würden. "Letzte Saison war bestenfalls ein laues Lüftchen, jetzt aber kommt der Sturm." Dem ist sich auch Max Eberl bewusst. Der Manager von Borussia Mönchengladbach warnte im Interview mit der Welt am Sonntag vor "weiteren drastischen Einschnitten".

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"Es ist für uns eine neue Zeit. Wir alle lernen, auch die Spieler. Sie sehen, dass die Zeit des Honigflusses vorbei ist", sagte er. Das würde sich aktuell vor allem in Vertragsgesprächen widerspielgen. "Vertragsangebote sehen anders aus als noch vor 18 Monaten. Wir reden über andere Grundgehälter und Boni." Doch die Spieler würden dies gut hinnehmen, erklärte der Gladbach-Manager - obwohl es in den "vergangenen 15 Jahren nur einen Weg" gab, "der immer höher ging, da aufgrund des gestiegenen Interesseres immer mehr Geld in den Fußball geflossen ist. Die Spieler haben die goldenen Jahre mitbekommen, aber die große Mehrheit realisiert, dass es anders wird. Ich spüre großes Verständnis", lobte er die Spieler.

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Dennoch merkt er, dass dieses Jahr auch an den Spielern und generell am Fußball nicht spurlos vorbeigegangen ist. "Wir sind nicht so entspannt wie noch vor ein paar Monaten. Insofern ist es ein Part in den derzeitigen Gesprächen, auch über Sorgen zu reden und den Spielern diese ein wenig zu nehmen", sagte Eberl. Da gehe es vor allem um gesundheitliche Aspekte - aber sicherlich auch um finanzielle Dinge oder weiterführende Verträge.

Derweil glaubt Eberl, dass nicht alle Vereine so gut durch die Krise kommen werden, wie es wohl Borussia Mönchengladbach gelingen wird. Der eine oder andere Verein würde sich ein blaues Auge abholen, sagte Eberl. Aber andere könnten "wiederum so richtig angeschossen" sein. In Gladbach haben sie aber gut gewirtschaftet, meint Eberl: "Wir haben immer nur das ausgegeben, was wir auch hatten, und nicht etwas, was wir glaubten, noch zu bekommen." Damit spricht er wohl auch den FC Schalke an, der neben enormen sportlichen Problemen auch finanziell schlecht aufgestellt ist.

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