28. Februar 2021 / 13:28 Uhr

Muss Wolfsburg jetzt in die Champions League? Glasner sieht's gelassen

Muss Wolfsburg jetzt in die Champions League? Glasner sieht's gelassen

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Auf dem Weg in die Champions League: Oliver Glasner und der VfL Wolfsburg.
Auf dem Weg in die Champions League: Oliver Glasner und der VfL Wolfsburg. © Roland Hermstein
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Der VfL Wolfsburg marschiert weiter Richtung Champions League. Nach dem 2:0 gegen Hertha sind die Niedersachsen nicht nur ein Kandidat für die Königklasse, sondern so etwas wie der automatische Favorit im Kampf um Platz drei.

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Ein Elfmeter-Pfiff wurde (berechtigterweise) zurückgenommen, einmal half der Pfosten, zweimal war Koen Casteels mal wieder zur Stelle: Es war knapp für den VfL Wolfsburg, aber die Serie hielt. Das 2:0 (1:0) am Samstag gegen Hertha BSC war jetzt schon das siebte Bundesliga-Spiel nacheinander ohne Gegentor. Ein Eigentor von Lukas Klünter und ein Kopfballtreffer des wieder starken Maxence Lacroix sorgten nicht nur für den Sieg, sondern auch dafür, dass der VfL jetzt Rückrunden-Tabellenführer ist.

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Sechs der sieben Zu-null-Spiele des VfL gehörten zu dieser Rückrunde - mehr gegentorlose Partien nacheinander zu Beginn der zweiten Saisonhälfte schaffte in der Liga-Geschichte noch keiner. Und dass die Wolfsburger seit dem 3:2 von RB Leipzig am Samstagabend gegen Mönchengladbach auch das Bundesliga-Team mit den insgesamt wenigsten Gegentoren sind, versteht sich fast von selbst. Weil am Freitag zudem auch noch Eintracht Frankfurt verlor, sitzen die Wolfsburger fest auf Platz drei - da lässt es sich kaum noch vermeiden, dass die dritte Champions-League-Teilnahme nach 2009 und 2015 zum großen Thema wird. "Wenn wir jetzt auf diesem Platz stehen, dann möchten wir auch am Ende der Saison da stehen", so Maximilian Arnold im Sport1-Doppelpass. Er selbst war 2015/16 gegen Manchester, Moskau, Madrid und Co. schon dabei. "Es ist was ganz Besonderes, wenn man da am Dienstag oder Mittwoch einläuft, allein die Hymne macht Gänsehaut." Bei aller Motivation gelte aber auch: "Für uns zählt erst einmal das internationale Geschäft:" Also Platz sechs. Doch man spürt: Das wäre womöglich am Ende eine zumindest kleine Enttäuschung.

Macht das zusätzlichen Druck? Nicht für Oliver Glasner. "Ich sehe es gelassen", so der VfL-Trainer. "Ich spreche lieber über die Champions League als über den Relegationsplatz." Das ist immer noch keine Kampfansage an die Konkurrenz, aber ein im Rahmen der üblichen Wolfsburger Zurückhaltung ein schon recht offensives Statement. Kein Wunder: Der Wolfsburger Vorsprung auf den Nicht-Champions-League-Platz fünf wird je nach Ausgang des Leverkusen-Spiels am Sonntagabend (hier im SPORTBUZZER-Liveticker) gegen Freiburg fünf oder sechs Punkte betragen, die nächsten Liga-Gegner der Wolfsburger heißen Hoffenheim, Schalke und Bremen. Und nichts deutete beim VfL zuletzt darauf hin, dass Teams aus dem unteren Tabellendrittel unterschätzt werden.

Und es deutet auch nichts darauf hin, dass die Aussicht Champions League der Mannschaft die Lockerheit nimmt. "Das ist noch sehr weit", so Zu-null-Dauerbrenner Casteels, "wir schauen gar nicht auf die Tabelle. Aber natürlich werden wir jedes Spiel angehen, um es zu gewinnen - und das klappt gerade ganz gut." Gegen Hertha klappte es, weil die Arbeit gegen den Ball weit weg vom eigenen Tor (vor der Pause) und ziemlich nah dran am eigenen Tor (nach der Pause) stimmte. "Wolfsburg", so stellte es Hertha-Trainer Pal Dardai nach dem Abpfiff mit lächelndem Frust fest, "hat gerade eine Phase, in der die Null steht - und vorn machen sie die Tore."

Und das macht den VfL quasi zum Favoriten im Kampf um Platz drei, auch wenn am Ende der Saison noch Gegner wie Bayern, Dortmund und Leipzig lauern. Aber diesem VfL ist zuzutrauen, sich bis dahin noch eine Menge Gelassenheit zu erspielen. Dass die Ausgangslage so gut ist, sei "das Resultat für das, was wir in 23 Spielen geleistet haben", so Glasner. "Das ist sehr gut - aber es gibt uns keine Garantie, dass es jetzt bis Ende Mai so weitergeht. Das wissen wir auch und vermitteln es den Spielern immer wieder. Sie können das aber auch gut einordnen."