09. März 2021 / 13:42 Uhr

Nach neun Jahren: Dienstältester Spieler hört beim Oranienburger HC auf

Nach neun Jahren: Dienstältester Spieler hört beim Oranienburger HC auf

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Nach dem Heimsieg in der Vorwoche gegen die Füchse II wollen die Oranienburger um Kapitän Robin Manderscheid (m.) nun nachlegen.
Robin Manderscheid (M.) hört beim Oranienburger HC auf. © Robert Roeske
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3. Handball-Liga: Robin Manderscheid, langjähriger Kapitän des Oranienburger HC, legt den Handball beiseite.

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Dieser Abschied tut weh. Kapitän Robin Manderscheid wird nicht mehr für den Oranienburger Handballclub (OHC) auflaufen. Der Rückraumspieler einigte sich mit dem Verein auf die vorzeitige Auflösung des bis zum 30. Juni 2021 laufenden Vertrages, wie der OHC am gestrigen Dienstag mitteilte. Damit geht eine fast neunjährige Erfolgsstory zu Ende. „Meine sportlichen Vorstellungen sind beim OHC eigentlich in Erfüllung gegangen. Wir hatten sehr erfolgreiche Jahre, etablierten uns trotz der gestiegenen Anforderungen in der 3. Liga“, so Manderscheid.

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Angedeutet hatte sich das Ende seines Engagements beim OHC bereits vor zwei Jahren. Damals hatte er abgewogen, aus beruflichen und privaten Gründen einen Schlussstrich zu ziehen. „Es ist dann doch länger geworden, weil mir der Verein entgegengekommen ist“, sagt der 29-Jährige, der eine Teilnahme an den vier angesetzten Trainingseinheiten pro Woche nicht garantieren konnte. Zwei Trainingseinheiten waren realistisch. Durch die verkorkste Corona-Saison 2020/21 – nach dem 5. Spieltag wurde die Spielzeit abgebrochen – einigten sich beide Seiten auf ein vorzeitiges Ende des Vertrages. Manderscheid ist Vater, wird bei seiner beruflichen Tätigkeit mehr gefordert und nahm noch ein Studium auf. „Im Laufe der Jahre haben sich die Prioritäten geändert“, sagt der einstige Kapitän, der das Amt bei den Kreisstädtern inner hatte.

In Bildern: VfL Potsdam gewinnt Brandenburg-Derby beim Oranienburger HC.

3. Handball-Liga Nordost: Oranienburger HC – 1. VfL Potsdam 29:31 (12:18). Zur Galerie
3. Handball-Liga Nordost: Oranienburger HC – 1. VfL Potsdam 29:31 (12:18). © Robert Roeske

Sein langjähriger Trainer Christian Pahl, mittlerweile Sportlicher Leiter beim OHC, bezeichnet ihn als „starke Persönlichkeit“. Robin habe immer eine enorme Präsenz ausgestrahlt und das Team souverän geführt. Der aktuelle OHC-Trainer Silvio Krause lernte den Mann mit der Nummer 15 im Sommer 2018 als Co-Trainer näher kennen und arbeitete mit ihm seit Juli 2020 als Chefcoach zusammen. „Ich weiß nicht, wer diese Lücke in der Abwehr füllen soll, welche Robin hinterlässt. Da müssen wir erst ein völlig neues System entwickeln“, sagt er. Fasziniert ist Krause davon, wie der Berliner es geschafft hat, trotz des reduzierten Trainings im Spiel so körperlich präsent zu sein und seine Vorbildrolle auszufüllen. Der Spielmacher sieht das ein wenig differenzierter: „60 Minuten hielt ich nicht mehr durch, deshalb wurde ich meistens in der Abwehr eingesetzt, ging maximal noch bis zur zweiten Welle mit nach vorn.“



Am 27. März 2012 titelte die Märkische Allgemeine Zeitung einst: „OHC angelt sich einen Spieler aus dem Fuchsbau“. Es handelte sich um Manderscheid, der durch die Füchse-Handballschule in der Bundeshauptstadt gegangen war und als 20-Jähriger sein Glück beim Nachbarn in Brandenburg suchte. „Ich kann mich noch an den ersten Tag erinnern“, so Manderscheid. „Wir trainierten damals in Birkenwerder.“ Der Rechtshänder, der als Allrounder galt und sowohl am Kreis als auch im Rückraum eingesetzt werden konnte, war damals der Jüngste im Team. Tim Fröhlich, die Bachmann-Brüder oder Simon Herold waren die Spieler, die ihn und das gesamte Team geprägt hätten; später seien dies auch Janis Bohle, Dominic Kehl oder Ivan Szabo gewesen. CoachPahl hätte ihn als Trainer über einen ganz langen Zeitraum geformt.

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Dabei behält Manderscheid den Verein und die Ergebnisse in den vergangenen Spielzeiten in positiver Erinnerung. Den 4. Platz in der Saison 2016/17 behielt er besonders im Gedächtnis: „Da hatten wir relativ wenige Leute im Kader. Wir traten aber als sehr geschlossenes Team auf.“ Und unvergessen blieb das Heimspiel am 4. Oktober 2014 gegen die TS Großburgwedel, in dem ihm beim 36:29-Sieg 15 Tore gelangen – davon erzielte Manderscheid per Siebenmeter. „Das war mir bis dahin noch nie gelungen. Und nachher auch nicht“, resümierte der OHC-Akteur.

Dieser absolvierte somit am 31. Oktober 2020 sein vorerst letztes Handballspiel für die Oranienburger und vielleicht auch in seiner Karriere. Denn er hängt seine Schuhe jetzt erstmal an den Nagel: „Wenn ich in einem halben Jahr oder irgendwann später wieder Lust auf Handball verspüren sollte, dann will ich nicht ausschließen, den Ball noch einmal in die Hand zu nehmen. Aber derzeit ist es kein Thema.“

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