12. Mai 2019 / 17:13 Uhr

Nach dem Regionalliga-Titel: VfL Wolfsburg II blickt mit gemischten Gefühlen auf die Relegation

Nach dem Regionalliga-Titel: VfL Wolfsburg II blickt mit gemischten Gefühlen auf die Relegation

Benno Seelhöfer
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Foto; Boris Baschin, Wolfsburg,SPORT, AOK-Stadion, Fußball-Regionalliga, VfL Wolfsburg II - Germania Egestorf-Langreder. 11.05.2019, Meister Saison 2018/19, Feier, Übergabe Meisterschale, Jubel, Meisterfeier,
Große Freude! Der VfL Wolfsburg II krönte sich zum Regionalliga-Sieger. © Boris Baschin
Anzeige

Der VfL Wolfsburg II hat sich am vorletzten Spieltag den Titel der Regionalliga Nord gesichert. Doch für den Aufstieg müssen die Wolfsburger erst die Relegation gewinnen - und die weckt keine guten Erinnerungen.

Der VfL Wolfsburg II ist Meister! Am vorletzten Spieltag sicherten sich die Wolfsburger nach 2014 und 2016 zum dritten Mal den Titel in der Fußball-Regionalliga Nord durch den 4:2-Sieg gegen den 1. FC Germania Egestorf-Langreder. Damit hat die U23 das Ticket für die Aufstiegsrelegation in die 3. Liga am 22. und 26. Mai gegen den Meister der Regionalliga Bayern, den FC Bayern München II, gebucht. Für seinen vorzeitigen Titel verwertete der VfL die Steilvorlage von Verfolger VfB Lübeck, der am Abend zuvor nicht über ein 0:0 gegen SC Weiche Flensburg 08 hinausgekommen war.

Anzeige

„Wir haben uns natürlich alle über das Ergebnis gefreut“, sagte VfL-Trainer Rüdiger Ziehl, der „überglücklich“ über den Titelgewinn ist. „Aber ich habe im Vorfeld des Spiels gewarnt, dass das auch in die Hose gehen kann.“

Party! Der VfL Wolfsburg II bejubelt den Regionalliga-Nord-Titel 2019. Zur Galerie
Party! Der VfL Wolfsburg II bejubelt den Regionalliga-Nord-Titel 2019. © Boris Baschin

Julian Klamt mit der wichtigen Führung

Doch der VfL II behielt die Nerven. Die Hausherren ließen von Beginn an keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie Lübecks Steilvorlage verwerten wollten. Die Wolfsburger dominierten, spielten sich nach der sehenswerten Führung durch Kapitän Julian Klamt, der einen Schussversuch von Daniel Hanslik aus rund 18 Metern artistisch per Flugkopfball in die Maschen setzte, Chancen im Minutentakt heraus.


„Das 1:0 war wichtig, um den Widerstand zu brechen“, betonte Kapitän und Torschütze Julian Klamt. „Man hat gesehen, dass wir alles klarmachen wollten.“ Nach 36 Minuten führten die Wolfsburger schon 3:0 – und kamen direkt mit dem 4:0 aus der Halbzeitpause. Ebenfalls stark: VfL-Abwehrmann Robin Ziegele spielte nach einem Zusammenprall knapp 60 Minuten lang mit Turban.

VfL Wolfsburg II - 1. FC Germania Egestorf-Langreder 4:2 Zur Galerie
VfL Wolfsburg II - 1. FC Germania Egestorf-Langreder 4:2 © Boris Baschin

Ergebniskosmetik der Gäste

Die Gäste kamen zwar noch mal auf zwei Treffer ran – mehr als Ergebniskosmetik war das aber nicht. Ziehl: „Nach dem 4:0 wollten wir das locker zu Ende spielen, aber das hat nicht ganz so geklappt. Am Ende überwiegt aber die Freude, dass wir uns für eine tolle Saison belohnt haben.“

Zwar wurde es, so der VfL-Coach, im Saisonverlauf „zwischendurch noch mal eng, weil uns Lübeck immer im Nacken geblieben ist“. „Aber die Art und Weise wie wir als Mannschaft gespielt und gefightet haben, macht mich stolz.“ Das sieht Klamt ähnlich: „Die mannschaftliche Geschlossenheit ist die größte Stärke, wir sind eine super Einheit. Und wir haben einen breiten Kader, niemand hat sich hängenlassen.“

Mehr heimischer Fußball

Schlechte Erinnerungen an die Relegation

Auf diese Geschlossenheit kommt es dann in der Relegation an, doch die weckt beim Kapitän eher böse Erinnerungen: „Mir fällt es ein bisschen schwer, positiv über die Relegation zu sprechen“, sagt Klamt mit einem Schmunzeln. „Es ist schwierig nach zwei verlorenen Relegationen zu sagen: ’Komm, jetzt packen wir’s!’“

Der Innenverteidiger spielt dabei auf die Aufstiegsrunden 2014 und 2016 an: Vor fünf Jahren war der VfL II knapp an der SG Sonnenhof Großaspach gescheitert, vor drei Jahren hatten die Wolfsburger das Nachsehen gegen den SSV Jahn Regensburg. Doch Klamt verspricht: „Relegation ist immer 50:50, da wird auch der Kopf eine Rolle spielen. Aber wir werden alles reinwerfen.“