01. Februar 2017 / 10:36 Uhr

Nach erstreiktem Transfer: Dimitri Payet zwischen Verachtung und Standing Ovations

Nach erstreiktem Transfer: Dimitri Payet zwischen Verachtung und Standing Ovations

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Dimitri Payet erhielt bei seinem zweiten Debüt für Marseille Standing Ovations
Dimitri Payet erhielt bei seinem zweiten Debüt für Marseille Standing Ovations © imago
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Der Franzose hat sich nach Frankreich zurückgekämpft und erhält von seinen neuen Fans lautstarke Unterstützung.

Über Wochen bestimmte er die Fußball-Schlagzeilen in England und Frankreich: Dimitri Payet. Bei der EM noch wegen überragender sportlicher Leistungen im Blickfeld der Medien, stand der Dribbelkünstler nun wegen ganz anderer Nachrichten im Fokus. Payet erstreikte sich einen Transfer - von seinem Klub West Ham United, dem Tabellenelften der Premier League, zu Olympique Marseille, dem Sechsten der Ligue 1. Eigentlich ist das im heutigen Business, in dem 'Player Power', also die Macht der Spieler über ihre Vereine eine immer größere Rolle spielt, kaum noch verwunderlich. Doch Payet absolvierte das volle Programm - samt Weigerung, für West Hams U23 zu spielen und trotz diverser abgelehnter Angebote. Kein Wert schien den Londonern groß genug.

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Am Montag einigten sich Klubs dann doch auf einen Transfer in Höhe von 2,3 Millionen Euro - minimal unter Marktwert. West Ham ließ es sich nicht nehmen, dem flüchtigen Star noch ein paar markige Abschiedsworte hinterherzuschicken. "Der Klub möchte betonen, dass er extrem enttäuscht ist, weil Payet nicht das gleiche Engagement und den Respekt gezeigt hat, den ihm Verein und Fans entgegengebracht haben", erklärte Co-Besitzer David Sullivan. Und fügte bissig hinzu: "Kein Spieler ist größer als der Klub."

Respekt bekam Payet dafür von seinem neuen (und alten) Verein, Marseille. Für die Südfranzosen hatte der Mittelfeldmann bereits von 2013 bis 2015 gespielt. Sein "zweites Debüt" gleich am Dienstag im Coupe de France, einem 2:1 nach Verlängerung gegen den Langzeit-Rivalen Olympique Lyon, wurde von lautem Support begleitet. Nach Schlusspfiff erhielt er sogar Standing Ovations. Und auch West Ham schlug versöhnliche Töne an, dankte seinem abgewanderten Star in einem eigens angelegten Artikel. "Er war brilliant für uns und wir waren brilliant für ihn", sagte Trainer Slaven Bilic. "Es war eine tolle Story, nicht nur für West Ham, sondern auch für die Premier League und Frankreich. Das werde ich nicht vergessen - ich wünsche ihm nur das beste."