09. April 2021 / 18:44 Uhr

Nach NOFV-Konferenz: Die Chancen für den MSV Neuruppin steigen

Nach NOFV-Konferenz: Die Chancen für den MSV Neuruppin steigen

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
MSV-Abteilungsleiter Stefan Prüfer.
MSV-Abteilungsleiter Stefan Prüfer. © Verein
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Geht es nach dem Vorschlag des Spielausschusses vom NOFV, dürfen die Fontanestädter in die Fußball-Oberliga hoch – weitere Teilnahme am Landespokal ist dagegen fraglich.

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Die Verantwortlichen des MSV Neuruppin spitzen derzeit täglich die Ohren, um bloß keine relevanten Neuigkeiten zu verpassen. „Aber wir sind da lieber vorsichtig, wollen uns nicht zu früh freuen, wenn wir in der Zeitung oder im Internet etwas lesen“, gibt Stefan Prüfer, Fußball-Abteilungsleiter beim MSV, ehrlich zu. Er war als Vereinsvertreter am Donnerstagabend bei der Videokonferenz dabei, zu welcher der Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) mit Blick auf die weitere Fortsetzung des AOK-Landespokals einlud.

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Es ging darum, die Meinung der acht sich noch im Wettbewerb befindenden Vereine zu hören – beschlossen wurde noch nichts. „Wie auch“, fragt Stefan Prüfer, „wir wissen ja alle, was los ist und kennen die Corona-Zahlen.“ Neben den vier Regionalligisten Union Fürstenwalde, Energie Cottbus, Babelsberg 03 und FSV Luckenwalde wollen auch Oberliga-Vertreter Ludwigsfelder FC und die Brandenburgligisten MSV Neuruppin, 1. FC Frankfurt und Frankonia Wernsdorf eine sportliche Lösung herbeiführen. „Angesichts der Situation, dass die Regionalligisten trainieren dürfen, wir aber nicht, scheint eine Umsetzung aber kaum möglich zu sein“, so Prüfer. Fakt ist aber auch, dass der FLB bis Ende Juni einen Teilnehmer für die erste Hauptrunde im DFB-Pokal melden muss. Ein vorstellbares Szenario ist, dass die vier Viertligisten den Landespokalsieger unter sich ermitteln, die unterklassigen Klubs dafür eine finanzielle Entschädigung erhalten.

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Um welche Summe es sich dabei handelt, vermochte Wilfried Riemer, Vorsitzender des Spielausschusses beim FLB, auf MAZ-Nachfrage am Freitagnachmittag nicht bestätigen: „Die Summe wird erst festgelegt, wenn die erste DFB-Pokalrunde absolviert ist. Erst dann wissen wir nämlich, wie viel Geld zur Verfügung steht.“ Grundsätzlich bewegt man sich in einer Größenordnung um 100 000 Euro, der Sieger wird mit 75 Prozent davon prämiert. Auch der Finalist, die Halbfinalisten und die Viertelfinal-Teilnehmer bekommen etwas vom Kuchen ab, eventuell sogar noch die Teilnehmer der Runde der letzten 16. „Lieber würden die Vereine aber die Spiele austragen, als entschädigt zu werden“, so Riemer.

Beim FLB hat man die Meinungen, Vorschläge und Wünsche der Viertelfinalisten registriert. In den nächsten zehn Tagen wolle man sich ein Bild machen und auf einen gemeinsamen und möglichst fairen Nenner kommen. „Unser oberstes Ziel ist eine sportliche Lösung, doch wenn nicht gespielt werden darf, dann ist das eben so. Für die gegenwärtige Situation kann ja niemand etwas“, sagt Wilfried Riemer, der bereits am Mittwochabend an einer virtuellen Versammlung des Nordostdeutschen Fußballverbandes – beim NOFV fungiert er ebenfalls als Spielleiter – teilnahm.

Endgültige Entscheidung am 16. April

Dort wurde noch einmal über die Auf- und Abstiegsregelung in der Regionalliga und den Oberligen beraten, was letztlich auch die höchsten Spielklassen der sechs Landesverbände in den neuen Bundesländern betrifft. So empfiehlt der NOFV-Spielausschuss unter anderem, dass die Regionalliga zwei Oberliga-Aufsteiger (Tasmania Berlin aus dem Norden, der FC Eilenburg aus dem Süden) aufnimmt. Zudem sollen insgesamt vier Mannschaften aus den Oberligen Nord und Süd absteigen – dies wären Jena II und Nordhausen im Süden sowie Strausberg (freiwilliger Rückzug in die Landesliga) und der BSC Süd 05 im Norden.

Zudem bestätigt Riemer, dass für die Erstplatzierten in den höchsten Landesspielklassen dann auch der Sprung in die Fünftklassigkeit möglich gemacht werden soll. Das würde für Freude in Neuruppin sorgen – der MSV führt nach Quotientenregelung die Brandenburgliga an. „Aber“, so Riemer, „das ist nur ein Vorschlag vom Spielausschuss des NOFV, kein Beschluss. Das Präsidium wird am 16. April erst endgültig entscheiden.“