08. November 2020 / 18:04 Uhr

Nach Spielabbruch beim SV Altlüdersdorf: Fans vom TuS Sachsenhausen beziehen Stellung

Nach Spielabbruch beim SV Altlüdersdorf: Fans vom TuS Sachsenhausen beziehen Stellung

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die TuS-Fans der „White & Black Company“ stellen sich in einem Statement gegen Diskriminierung und Rassismus.
Die TuS-Fans der „White & Black Company“ stellen sich in einem Statement gegen Diskriminierung und Rassismus. © Robert Roeske/Archivbild
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Brandenburgliga: Gruppierung „White & Black Company“ positioniert sich gegen Diskriminierung und Rassismus – Sportgerichtsurteil erst 2021.

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Das abgebrochene Spiel in der Fußball-Brandenburgliga vom 9. Spieltag zwischen dem gastgebenden SV Altlüdersdorf und dem TuS 1896 Sachsenhausen beschäftigt die beiden Vereine auch noch Tage später – mittlerweile aber auch das Sportgericht des Fußball-Landesverbandes Brandenburg (FLB). „Die interne Auswertung rund um die Vorgänge läuft noch. Wir haben aber schon zahlreiche Gespräche geführt“, sagt Detlef Rosenberg, Vorsitzender des TuS. „Wir haben fristgerecht unsere Stellungnahme abgeschickt und die Bestätigung des Eingangs vom FLB bekommen.“

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Was war genau passiert? In der 89. Spielminute, es stand 3:2 für die Gäste aus Sachsenhausen, soll der Altlüdersdorfer Spieler Kuba-Siala Vulu von Fans der Gäste rassistisch beleidigt worden sein – es folgten eine Rudelbildung und zahlreiche Gespräche unter den Spielern auf dem Rasen. Für die Hausherren um Kapitän Sven Marten war dann im Anschluss an ein Weiterspielen nicht mehr zu denken. Gemeinsam verließ die Mannschaft den Platz – Spielabbruch! „Wir haben unsere Stellungnahme an das Sportgericht geschickt, warten nun darauf, wie es weiter geht“, sagt SVA-Vorstandsmitglied Andreas Hirchert.

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Doch mit einem Ergebnis ist zeitnah nicht zu rechnen. Denn aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie kann das Sportgericht „in den nächsten Wochen nicht tagen“, erklärt dessen Vorsitzender Olaf Luzi. „Mit einer Wertung ist somit erst 2021 zu rechnen.“

Unabhängig von dem Ausgang des Oberhavel-Derbys am Grünen Tisch habe auf einer Dringlichkeitssitzung des TuS-Gesamtvorstandes nur einen Tag nach den Vorfällen in Altlüdersdorf Einigkeit darüber geherrscht, „die Vorfälle schnellstmöglich und objektiv aufzuklären“, wie es in einem Statement der Sachsenhausener hieß.

Auch die organisierten Fans des Vereins, die Gruppierung „White & Black Company“, haben inzwischen zu dem Vorfall Stellung bezogen. „Ob solche Äußerungen gefallen sind oder nicht, wir wollen uns dennoch davon distanzieren“, teilten die TuS-Anhänger dem SPORTBUZZER mit. In den sozialen Netzwerken schreiben sie: „Das brauchen wir nicht! Wir sind dagegen! Für positiven und lautstarken Support!“ Am Donnerstag will sich die Führungsetage des TuS erneut treffen, dann sollen „alle Vorstandsmitglieder ihre Meinungen auf den Tisch legen“, so Rosenberg. „Im Anschluss werden wir die Öffentlichkeit über eventuelle Maßnahmen informieren. Da will ich dem Treffen nicht vorgreifen.“