30. Juli 2021 / 16:53 Uhr

Nach Vorrunden-Aus bei Olympia: Stefan Kuntz bringt Abstellungspflicht für Bundesliga ins Spiel

Nach Vorrunden-Aus bei Olympia: Stefan Kuntz bringt Abstellungspflicht für Bundesliga ins Spiel

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Olympia-Auswahltrainer Stefan Kuntz bringt eine Olympia-Abstellungspflicht der Bundesligisten ins Gespräch.
Olympia-Auswahltrainer Stefan Kuntz bringt eine Olympia-Abstellungspflicht der Bundesligisten ins Gespräch. © IMAGO/Sven Simon
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Bei den Olympischen Spielen trat die deutsche Fußball-Mannschaft der Herren nur mit 18 statt der erlaubten 22 Spieler im Kader an. Für Auswahltrainer Stefan Kuntz ein Ärgernis. Er bringt eine Abstellungspflicht für Olympia ins Spiel.

Nach dem frühen Scheitern seines Rumpf-Teams beim Fußball-Turnier in Tokio hat Trainer Stefan Kuntz eine Olympia-Abstellungspflicht für die Bundesliga ins Gespräch gebracht. Das Problem könne man nur umgehen, "wenn es eine Abstellungspflicht gibt, so wie bei den Länderspielen auch", sagte der 58 Jahre alte Trainer in einem vom Deutschen Olympischen Sportbund verbreiteten Video. "Aber das ist hanebüchen, jetzt daran zu denken", schränkte Kuntz ein.

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Der DFB hatte das Maximalkontingent an Spielern nicht ausgeschöpft, war nur mit 18 statt der erlaubten 22 Spieler nach Japan gereist. Eine Reihe von Klubs gab angefragte Profis nicht frei, andere Spieler verzichteten selbst auf eine Teilnahme. "Egoistische Gründe" nannte Kuntz dieses Verhalten. "Teilweise von Spielern, teilweise von Vereinen". Olympia spiele vom Zeitpunkt her keine richtig große Rolle bei den Fußball-Vereinen. Ein "Gentlemens Agreement" würde schon helfen. "Dass jeder Verein sich an die Absprachen hält", sagte Kuntz.

DOSB nimmt Bundesliga nach Olympia-Aus in die Pflicht

Auch der DOSB hatte die Bundesliga nach dem Scheitern in die Pflicht genommen. "Es wäre schön, wenn künftig auch im Bereich des Fußballs die besondere Bedeutung der Olympischen Spiele mehr Anerkennung erfährt", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. Die deutsche Olympia-Mannschaft war am Mittwoch durch ein 1:1 gegen die Elfenbeinküste bereits nach der Vorrunde bei Olympia ausgeschieden.

Schon im Vorfeld wurde die dünne Personaldecke im Kuntz-Kader als Problem angesehen. "Man muss sagen, dass die Möglichkeiten, die wir mit dem Kader hatten, was Variabilität anbelangt, ein bisschen eingegrenzt waren", sagte der Auswahl-Trainer direkt nach dem Olympia-Aus. Den mitgereisten Profis wollte er indes keinen Vorwurf machen. "Die Jungs haben sich alle zu Olympia bekannt und haben das auf sich genommen in der jetzigen Situation. Vielen vielen Dank, dass die Jungs das gemacht haben", freute sich Kuntz über die Bereitschaft seiner Schützlinge.