23. März 2021 / 10:14 Uhr

Nächster Abgang: Linus Dömeland verlässt den Oranienburger HC

Nächster Abgang: Linus Dömeland verlässt den Oranienburger HC

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
OHC-Linksaußen Linus Dömeland (r.) war mit neun Treffern der beste Werfer.
Verabschiedet sich vom Oranienburger HC: Linksaußen Linus Dömeland. © Robert Roeske
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3. Liga Handball: „Mister Zuverlässig“ legt den Handball zur Seite und beendet berufsbedingt seine Karriere. Seit 2014 war der gebürtige Rostocker beim Verein aus Oberhavel.

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Das Personalpuzzle bei Handball-Drittligist Oranienburger HC (OHC) ist um ein weiteres Teil gelöst worden. Denn nach Kapitän Robin Manderscheid und Dominic Kehl verlässt ein weiterer gestandener Spieler den OHC: Linus Dömeland, seit 2014 Linksaußen beim Verein, verabschiedet sich aus beruflichen Gründen. Das teilte der Verein jetzt mit. „Ja, das ist richtig. Ich bin bereits aus Berlin weg und habe in Hoyerswerda einen Job bekommen“, sagt der 27-Jährige. „Das war ein gutes Angebot. Ich musste es einfach annehmen."

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Mit seinem Weggang wird das kongeniale Duo des Drittligisten auf der Linksaußenposition gesprengt. Gemeinsam mit Kapitän Dennis Schmöker bildete er in den letzten fünf Jahren ein Pärchen, welches konstant auf einem sehr hohen Niveau spielte. Für Trainer Silvio Krause kam die Nachricht überraschend: „Damit fehlt uns natürlich die zweite sichere Bank auf der Linksaußenposition. ‚Denno‘ (Dennis Schmöker, Anm.d.R.) und Linus waren ein Duo, welches man sich als Trainer nur wünschen kann. Sie brachten immer ihre gute Leistung, waren eingespielt und versprühten eine große Freude, auch von der Bank aus. Eine absolute Luxussituation.“ Beide pflegen zudem seit vielen Jahren eine echte Freundschaft.

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Der gebürtige Rostocker war 2014 gemeinsam mit Janis Bohle, Dominic Kehl, Ivan Szabo und Lutz Weßeling zum OHC gekommen. Sein Partner auf der Linksaußenposition war zunächst Jonas Liedtke. Dömeland bestach durch seine Präzision im Abschluss. Sowohl aus dem Spiel heraus als auch vom Siebenmeterpunkt galt er als „Mister Zuverlässig“. Wegen der Konstanz beim Torewerfen wurde ihm in einem Kurzporträt von "Hauptstadtsport.TV" einmal der Name „The Machine“ angedichtet, wie er angeblich beim OHC genannt worden sein sollte. Stimmte zwar nicht, hätte in dem Fall aber gut gepasst.



Interne Lösung für die Dömeland-Nachfolge

Silvio Krause, der Linus auch menschlich als großartigen Menschen beschreibt („absolut verlässlich, zurückhaltend, mannschaftsdienlich“), weiß, dass sein Nachfolger nicht nur sportlich in große Fußstapfen tritt (Linus hat Schuhgröße 48). Eine externe Neuverpflichtung solle es nicht geben. „Wiktor Mokracki ist nach seiner Kreuzbandverletzung auf dem Weg der Genesung. Er soll die Rolle neben Dennis Schmöker übernehmen", so der OHC-Trainer.

<b>Linus Dömeland</b> Linksaußen // seit 2014 beim OHC, 25 Jahre, 1,83 Meter
In Zukunft konzentriert sich der gebürtige Rostocker voll auf seine berufliche Karriere. © Matthias Schütt

Dömeland hatte unlängst sein Masterstudium (Verfahrenstechnik) beendet und suchte schon seit geraumer Zeit eine Anstellung: „In Corona-Zeiten war das nicht so einfach. Dann erhielt ich die Chance, bei Yados, einem Hersteller von Fernwärmestationen, als Planungsingenieur einzusteigen. Da konnte ich nicht nein sagen.“ Er wird zunächst ein Jahr lang in Hoyerswerda (Landkreis Bautzen, Sachsen) eingearbeitet. Darauf wolle er sich jetzt voll konzentrieren. Nach einem Jahr soll er eine Leitungsposition in der Hauptstadt übernehmen.

Besonderes Erlebnis: Sieg mit dem OHC gegen Ex-Champions-League-Gewinner HSV Hamburg:

Damit endet seine etwa 20 Jahre lange Handball-Laufbahn, die von der Zeit bei den Füchsen Berlin (2010, 2011, 2012 Deutscher Jugendmeister) und beim OHC am meisten geprägt wurde. „Natürlich wird mir etwas fehlen, besonders die tägliche Begegnung mit der Mannschaft vorm, beim und nach dem Training. Die Spiele ebenso“, sagt der Ex-OHC-Spieler. Beim Verein aus Oberhavel habe er sich immer sehr wohl gefühlt, er schätzte das familiäre Verhältnis. Ein riesiger Sprung sei das Spielen vor 850 Zuschauern gewesen; bei den Füchsen waren es 30. Als sein sportliches Highlight betrachtete er den 33:21-Sieg am 17. September 2016 gegen den Ex-Champions-League-Sieger HSV Hamburg: „Mit so einem Ding hatte nie einer gerechnet!“ Ein Ereignis, das wie so viele andere vermutlich gut in seinem Gedächtnis abgespeichert wird. Denn es sieht nicht so aus, dass die "Nummer 7“ noch einmal auf die Platte zurückkommt. „Auch wenn ich nach dem einen Jahr Hoyerswerda wieder zurück in Berlin bin, wird mein Fokus weiter auf der Arbeit liegen. Deshalb glaube ich nicht, dass ich dann wieder mit dem Handball anfange“, äußert sich Dömeland.

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