06. Oktober 2022 / 21:54 Uhr

"Nicht zu akzeptieren", "getrübter Sieg": Union-Präsident Dirk Zingler verurteilt Fan-Krawalle in Malmö

"Nicht zu akzeptieren", "getrübter Sieg": Union-Präsident Dirk Zingler verurteilt Fan-Krawalle in Malmö

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Dirk Zingler hat auf die Fan-Ausschreitungen in Malmö reagiert.
Dirk Zingler hat auf die Fan-Ausschreitungen in Malmö reagiert. © IMAGO/Bildbyran/Team 2 (Montage)
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Der erste Europa-League-Saisonsieg von Union Berlin beim schwedischen Meister Malmö FF ist von schweren Krawallen überschattet worden. Union-Präsident Dirk Zingler verurteilte die Ausschreitungen, die fast zum Spielabbruch geführt hätten, scharf. Trainer Urs Fischer fehlten gar die Worte.

Es hätte alles so schön sein können für Union Berlin: In der Bundesliga sind die Köpenicker noch immer Tabellenführer – und seit Donnerstagabend läuft es sogar in der Europa League. Bei Malmö FF gewannen die Köpenicker mit 1:0 und fuhren am dritten Spieltag ihren ersten Europacup-Erfolg in dieser Saison ein. Doch nach Feiern war Präsident Dirk Zingler nach Abpfiff nicht zumute: Wegen Fan-Ausschreitungen stand das Spiel fast vor dem Abbruch, war in der zweiten Halbzeit knapp 25 Minuten unterbrochen. Weil offenbar beide Fanlager Pyrotechnik zündeten und Feuerwerkskörper auf den Platz warfen. "Klar, ich freue mich über den Sieg – und finde auch, dass er nicht unverdient ist. Aber natürlich ist das ein getrübter Sieg. Es ist nicht zu akzeptieren", monierte Zingler im Anschluss bei RTL+.

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Es blieb zunächst unklar, von wem die Pyros und Feuerwerkskörper gezündet und geworfen worden waren. Fernsehbilder zeigten auch, dass Sicherheitskräfte Fans von den Rängen brachten, die nicht im Block der gut 1000 Union-Anhänger standen. Vor ihrem Block explodierten die Feuerwerkskörper. "Nichts und niemand hat etwas auf dem Rasen oder in anderen Blöcken zu tun. Das ärgert mich total, weil wir das nicht kennen und nicht machen. Und hier machen wir es plötzlich. Da bin ich stinksauer drüber", stellte der Union-Boss klar.

Trainer Urs Fischer fehlten gar die Worte: "Feuerwerk auf Menschen zu zielen, auf Menschen zu richten, das geht einfach zu weit. Das ist das Schlimme: Es geht nicht mehr um den Sport*, um Fußball"*, betonte Fischer: "Dass eine Minderheit es einfach immer wieder hinbekommt, dass man nicht übers Spiel spricht. Da fehlen mir die Worte. Das finde ich beschämend."

Union-Präsident Zingler will Union-Fans "nicht pauschal" verurteilen

Generell sei laut Zingler "der ganze Tag ein Tag voller Provokationen" gewesen, führte der Präsident aus. "Die Malmöer laden sich Leute aus der Hauptstadt ein, wir laden uns Leute vom Dorf ein – und dann haben wir gegenseitig unsere Gäste nicht im Griff“, sagte Zingler, der die rund 1200 mitgereisten Union-Fans aber "nicht pauschal" verurteilen wollte. "Wir ändern nur etwas, wenn wir tatsächlich Schuldige finden. Wenn wir pauschal anfangen, die 1200 Leute zu verurteilen – das mache ich nicht", so der Berliner.

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Zingler kündigte aber ein Gespräch mit den Anhängern an: "Das werden wir auswerten mit der Szene, das ist ganz klar", betonte der Union-Boss: "Am Ende sind es immer wenige. Das hört sich zwar an wie eine Floskel, aber es ist die Wahrheit." Sorge vor erneuten Ausschreitungen im Rückspiel in einer Woche im Stadion An der Alten Försterei habe er nicht: "Ich glaube, dass wir mit solchen Lagen besser umgehen können. Jeder konnte sich bewegen wie er wollte", meinte Zingler. "Wir sind gut vorbereitet auf das Rückspiel und darüber freue ich mich."

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